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Zweibrücker Airport: Fast-Kollision zweier Maschinen geprüft

Zweibrücken. Nur haarscharf an der Katastrophe vorbeigeflogen? Ein Airbus 320 und ein Ultraleichtflugzeug sind sich am Samstag um 16.55 Uhr in der Region bedenklich nahe gekommen, die Passagiermaschine der Air Berlin musste nach unten abtauchen, um eine Kollision zu verhindern. Die Maschine war - aus Palma de Mallorca kommend - im Landeanflug auf den Rosenstadt-Airport, wie Axel Raab, Sprecher der Deutschen Flugsicherung (DFS),  gestern auf Anfrage mitteilte. Die Maschine habe sich in etwa 1300 Metern Höhe befunden, als auf dem Radar ein Ziel aufgetaucht sei. Raab: "Der Fluglotse hat den Air-Berlin-Piloten mehrfach darüber informiert, aber dieser hat die kleine Maschine erst spät gesehen." Das Ultraleichtflugzeug sendete kein Transpondersignal, auf dem Radar war nicht zu sehen, wie hoch es flog. Das Leichtflugzeug habe, so Raabs Kollegin Kristina Kelek, in dieser Zone und Höhe - generell gilt dies unter etwa 1500 Metern - keinen Transponder aktivieren müssen. Raab: "Aber es hätte ausweichen müssen, im Luftraum gibt es Regeln wie im Straßenverkehr." Nach Paragraph 13 der Luftverkehrsordnung muss ausgewichen werden, wenn die zweite Maschine - wie hier der Airbus - im Landeanflug ist.

Abgespielt hat sich das Ganze etwa 18 Kilometer vom Flughafen entfernt, womit beide Flugzeuge nicht in die Kontrollzone des hiesigen Airports fielen. Zuständig war die Deutsche Flugsicherung in Frankfurt. Durch ihre Radardaten - von wo das Ultraleichtflugzeug startete und wohin es flog - will man den Piloten ermitteln. Gut informierten Kreisen sind in den vergangenen Jahren keine vergleichbaren Fälle in Zweibrücken und Umgebung bekannt. Axel Raab von der DFS schätzt, dass so etwas in Deutschland nur zwei bis achtmal jährlich vorkommt. Generell müssten Flugzeuge vertikal etwa 300 Meter und horizontal etwa sechs bis neun Kilometer Abstand halten, abhängig von Größe des Flugzeugs, Höhe und ähnlichem.

Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung hat eine Voruntersuchung eingeleitet, ob hier eine "schwere Störung" vorliegt. Die Prüfung soll zwei Tage dauern. Der verantwortliche Flugunfalluntersucher Christian Blanke sagte, es müsse mithilfe der Flugschreiberdaten oder Zeugenaussagen der genaue Höhenunterschied zwischen den Maschinen beim Überflug ermittelt werden. "Wenn es nicht so gefährlich war, wie es derzeit scheint, wird nicht weiter untersucht." Ansonsten seien ein Faktenbericht mit einer Schilderung des Hergangs bis zum Untersuchungsbericht mit Analyse und Schlussfolgerungen und Sicherheitsempfehlungen denkbar, um eine Wiederholung auszuschließen. Die Piloten abzustrafen, sei nicht die Aufgabe der Bundesstelle. Blanke: "Da müsste sich die Staatsanwaltschaft einschalten." Intern prüft auch das Sicherheitsmanagement der Air Berlin den Fall.

Ob die kleine Maschine von der Pottschütthöhe bei Rieschweiler-Mühlbach abgehoben war, ist unklar. Timo Scherer, Pressesprecher des Flugplatzes, erklärte gestern, dass es keine Radarführung gebe, um dies nachvollziehen zu können. Bei gutem Wetter seien an einem Nachmittag wie dem des 20. Oktober "an die 20 bis 30 Maschinen in der Luft" - auch gestartet von Plätzen wie Saarlouis, Speyer, Worms, Bad Dürkheim oder Trier. Bernard Haupert, Vorsitzender des Aero- Clubs Pirmasens, versicherte, dass es keine Maschine seines Vereins gewesen sei.

"Im Luftraum gibt es Regeln wie im Straßen-

verkehr."

Axel Raab, Sprecher der Deutschen Flugsicherung

 

 

 

 




 

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