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Zweibrücker nimmt Tochter und Sohn als Geiseln

Zweibrücken. Geiselnahme in der Nacht auf Mittwoch in der Zweibrücker City: Ein schon lange schwelender Ehestreit eskaliert. Ein Mann (57) nimmt seine Kinder – ein Mädchen (8) und ein Junge (14) – als Geisel.

Darauf schreitet ein Großaufgebot von 70 Spezialistenkräften der Polizei aus ganz Rheinland-Pfalz ein.
Der Leitende Oberstaatsanwalt Eberhard Bayer (53) gestern Nachmittag in Zweibrücken: „Das Paar lebte bereits seit Mitte 2007 getrennt.“ Die Scheidung stand bevor. Dann zog der Mann kurzfristig wieder zu seiner Frau (41) zurück. Noch vor Jahresende war es damit auch schon wieder vorbei. Bayer: „Das Sorgerecht für den Jungen hatte der Vater, das der Tochter die Mutter.“
Der ermittelnde Beamte weiter: Am Dienstagnachmittag war der Vater, der nahe Zweibrücken in einer eigenen Wohnung lebt, zur Mutter in Stadt gekommen. Wie verabredet, holte er die gemeinsame Tochter zu einem Ausflug ab. „Gegen 19.30 Uhr kehrten sie zurück.“
Jetzt spitzte sich die Situation zu: Der Mann wollte noch einmal mit seiner Frau über die drohende Scheidung sprechen, sie davon abbringen. Bayer: „Er wollte reden, sie aber nicht.“ Es kam zum heftigen Streit.
Die Frau rief darauf den Freund ihrer älteren Tochter aus früherer Ehe an, um ihr zu helfen. Der wütende Ehemann zog ein Taschenmesser, klappte es auf. Damit verletzte er seine Frau an der Hand. Das könnte laut Staatsanwalt durch die Abwehr der Frau passiert sein. Dann flüchtete sie ins Freie.
An der Wohnungstür war jetzt gegen 20 Uhr der Freund ihrer älteren Tochter angekommen. Bayer: „Ihm sagte der Ehemann: ‚Hier kommt mir keiner rein. Ich habe ein Messer!’.“ Darauf alarmierte der Bekannte die Polizei.
Gegen zwei Uhr ließ der Geiselnehmer zwei der Spezialeinsatzkräfte hinein. Sie hatten ihn unter dem Vorwand, mit ihm zu verhandeln zu wollen, dazu gebrachtbringen können. Er sagte laut Staatsanwalt: „Haut ab, sonst tue ich meiner Tochter was an!“ Darauf überwältigten ihn die Spezialisten. Bayer: „Der Mann ließ sich freiwillig in die Psychiatrie nach Pirmasens einweisen.“
Bislang wurden die unverletzten Kinder und deren leicht verletzte Mutter noch nicht vernommen. Darum ist auch unklar, wie es mit dem Mann weitergeht. Bayer: „Ob es sich juristisch um eine Geiselnahme handelt, müssen die Ermittlungen zeigen. Vorerst ist das aber zweifelhaft, weil er keine Forderungen stelltegestellt hat. Es war auch nichts Geplantes. Das entwickelte sich spontan entwickelt.“ Matthias Zimmermann

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