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Zweieinhalb Jahre Haft für Ex-Geschäftsführer

Mit einer Haftstrafe von zweieinhalb Jahren für Joachim S., der Gelder in Millionenhöhe erschwindelt hatte, zog das Landgericht einen Schlussstrich unter den Skandal um Telefilm und Werbefunk Saar.

Von SZ-Redakteur Gerhard Franz

Saarbrücken. Joachim S., der frühere Chef von Telefilm Saar (TFS) und Werbefunk, Saar (WFS), zweier Tochtergesellschaften des Saarländischen Rundfunks, ist am Freitag vom Landgericht Saarbrücken zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte ihm in ihrer Anklage über 20 Straftaten vorgehalten, darunter mehrfach Betrug und Untreue, oft in Tateinheit mit Urkundenfälschung. Damit hatte der 60-Jährige erreicht, dass seinen Firmen zwischen 2003 und 2007 noch Kredite in Millionenhöhe zur Verfügung gestellt wurden, obwohl sie faktisch schon insolvent waren.

Knapp 80 000 Euro habe S. auch auf eigene Konten überwiesen, so das Gericht. Wie es in der Urteilsverkündung hieß, habe der Geschäftsführer die Straftaten im Wesentlichen begangen, um die Liquidität der Firmen zu sichern. Dazu habe er Bürgschaftserklärungen gefälscht, auch mit der Unterschrift von SR-Intendant Fritz Raff.

Gefälscht habe er auch einen Produktionsvorbereitungsvertrag, um an zusätzliche Barmittel heranzukommen. Jedoch habe er mit dem Geld nicht nur die Firmen am Laufen gehalten, sondern auch den eigenen Arbeitsplatz gesichert. Als Begründung dafür, dass er sich selbst Geld überwiesen habe, hatte S. Zahlungsschwierigkeiten wegen hoher Steuerschulden in Frankreich, wo er wohnte, geltend gemacht. Als strafverschärfend wertete das Gericht die „erhebliche kriminelle Energie“, die an den Urkundenfälschungen erkennbar werde, sowie die Tatsache, dass sich die Straftaten über mehrere Jahre hinzogen.

Zuvor hatte S. ein Schuldanerkenntnis unterschrieben, wonach er der Gesellschaft Werbefunk Saar noch 640 000 Euro zuzüglich vier Prozent Zinsen schulde. Nun sei S. wegen dieser Taten für den Rest seines Lebens ruiniert, so sein Verteidiger, der auch geltend machte, dass S. ein „umfangreiches Geständnis“ ablegte.

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