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Zwölf Suizide in saarländischen Gefängnissen seit 2011

In saarländischen Gefängnissen haben sich seit 2011 zwölf Menschen das Leben genommen. 16 Insassen begingen Suizidversuche. Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der Grünen hervor. Demnach geschahen die Selbsttötungen ausnahmslos im Erwachsenenvollzug (sechs in Untersuchungshaft, fünf im geschlossenen und einer im offenen Strafvollzug). Von den Suizidversuchen ereigneten sich zwölf im Erwachsenenvollzug (vier in Untersuchungs- und acht in Strafhaft) und vier im Jugendvollzug (einer in Untersuchungs- und drei in Strafhaft).

Nach Angaben des Justizministeriums haben Gefangene „ein deutlich höheres Suizidrisiko als die Allgemeinbevölkerung“. Deshalb messe die Landesregierung der Vorbeugung von Selbsttötungen in den Justizvollzugsanstalten in Saarbrücken und Ottweiler eine hohe Bedeutung zu.
 

Drei Maßnahmen sollen helfen

Um Selbsttötungen zu verhindern, habe eine Expertengruppe in den vergangenen zwei Jahren unter anderem drei Maßnahmen entwickelt, die in den saarländischen Haftanstalten bereits umgesetzt würden. Zum einen soll ein wissenschaftlich fundiertes Erstgespräch unmittelbar nach der Ankunft eines Gefangenen Auskunft über seine mögliche Suizidgefährdung geben. Zudem würden einzelne Gefangene als Gesprächspartner („Listener“) für selbstmordgefährdete Häftlinge ausgebildet.

Nach Ministeriumsangaben gebe es „eine große Bereitschaft unter den Gefangenen“, sich entsprechend schulen zu lassen. Eingesetzt würden diese „Listener“ vornehmlich bei Neuzugängen, die die erste Nacht in der Untersuchungshaft nicht allein verbringen wollen. Dies habe sich in der Justizvollzugsanstalt in Saarbrücken bereits in Krisensituationen während der Strafhaft bewährt. Darüber hinaus sei in einem Untersuchungshaftgebäude modellhaft eine so genannte Tandemzelle eingerichtet worden: zwei nebeneinander liegende und durch eine Tür verbundene Zellen. Da Selbstmorde meist in Einzelhaft passierten, könnten gefährdete Häftlinge hier (ihr Einverständnis vorausgesetzt) besser von Mitgefangenen betreut werden.

Für Mitarbeiter der Justizvollzugsanstalten, die mit Selbsttötungen von Häftlingen konfrontiert werden, gibt es nach Angaben des Ministeriums eine psychologische Nachbegleitung. Auch würden Fortbildungen zum Umgang mit entsprechenden Situationen angeboten.
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