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Leonardo Di Caprio
Im Zentrum der Spannung und der wachsenden Furcht von Shutter Island steht die erschütternde Erfahrung, die Teddy Daniels macht. Der abgebrühte Kriegsveteran und clevere U.S. Marshal soll in der Inselklinik das Verschwinden einer Mörderin untersuchen, gleitet dabei aber immer tiefer in einen Abgrund verwirrender Rätsel, unerbittlicher Angst und im Kopf herumspukender Erinnerungen hinein. Als er bei seinen Ermittlungen auf immer neue Hindernisse stößt, hat Teddy guten Grund zu glauben, dass er manipuliert, beobachtet, vielleicht unter Drogen gesetzt und an die düsteren, unklaren Grenzen seines Verstands getrieben wird. Vielleicht warnt man ihn davor, der Wahrheit von Shutter Island näher zu kommen, vielleicht wird er in ein schreckliches Experiment hineingezogen. Sicher ist nur, dass versteckte Ziele verfolgt werden, die Teddy an diesen undurchdringlichen Ort binden.
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Für die Rolle dieser stark angespannten Figur, die schließlich in nur wenigen Tagen enträtselt wird, hatten die Filmemacher von Beginn an einen Schauspieler im Auge: Leonardo DiCaprio, der bereits dreimal für den Oscar vorgeschlagen, auf der Leinwand erwachsen und einer der herausragendsten Darsteller der Gegenwart wurde. „Als wir mit Marty in Kontakt traten“, erinnert sich Produzent Bradley Fischer, „dachten wir auch bereits an Leo. Zum einen, weil er für diese Rolle einfach der Richtige war, zum anderen, weil er mit Scorsese bereits so erfolgreich zusammengearbeitet hatte.“
Scorsese unterstützte diese Darstellerwahl mit ganzem Herzen: „Nachdem ich Leo bei Gangs of New York (2002), Aviator (2004) und Departed - Unter Feinden (2006) inszeniert hatte, kam mir sofort der Gedanke, dass er auch diese Rolle spielen sollte. Wir haben unsere Zusammenarbeit gemeinsam entwickelt, und als Künstler besitzt er mein ganzes Vertrauen, dass er die vielen psychologischen und emotionalen Zustände, die Teddy erreichen muss, sichtbar macht und dass er sich dabei durchgehend verändert. Habe ich ihn schon einmal so etwas spielen sehen? Nicht auf diesem Level, glaube ich. Je älter er wird, desto tiefgründiger werden seine Darstellungen.“
Nach dem Lesen des Drehbuchs war auch DiCaprio von der Rolle überzeugt. „Vieles an dieser Figur gefiel mir“, erklärt der Superstar. „Teddy kommt nach Shutter Island, fest entschlossen, ein Rätsel zu lösen und aufzudecken, was dort wirklich vor sich geht. Aber er bringt eigene Geheimnisse und Absichten, die in seinem Innersten versteckt sind, auf die Insel mit. Zu seiner Reise gehört weit mehr, als es zunächst den Anschein hat. Einer der großartigen Aspekte dieser Geschichte ist, dass sie beständig irritiert. Sie funktionioniert auf so vielen verschiedenen Ebenen, wirkt wie eine riesige Schichttorte.“
„Ich habe mich in den komplexen Charakter von Teddy verliebt“, fährt DiCaprio fort, „in seine Suche nach Wahrheit, die etwas in ihm auslöst und auch bei mir etwas in Gang brachte. Am Ende war ich tief berührt.“ Auch eine weitere Zusammenarbeit mit Scorsese reizte DiCaprio: „Was meiner Ansicht nach die Leute an Scorsese nicht verstehen, ist sein großes Vertrauen in die von ihm engagierten Darsteller und wie sehr er sich darauf verlässt, dass sie vorbereitet am Set erscheinen. Er ist ein meisterlicher Filmemacher, weiß, wie er die menschliche Psyche lenken und Aspekte der menschlichen Befindlichkeit abbilden kann. Aber er lässt wirklich die Darsteller bestimmen, was auf der Leinwand zu sehen sein wird.“
Nachdem er die Rolle angenommen hatte, ließ sich DiCaprio von ihr inspirieren, eigene Recherchen zu beginnen. Er vertiefte sich in das spezielle Training, das die U.S. Marshals der fünfziger Jahre auf sich nehmen mussten, erforschte die Erfahrungen von Veteranen des 2.Weltkriegs, informierte sich über psychiatrische Techniken, die in dieser Zeit in Nervenheilanstalten zur Anwendung kamen. Außerdem las er mehrmals Dennis Lehanes Roman. „Wenn man einen Autor wie Dennis Lehane hat, der so facettenreiche Charaktere kreiert, dann bekommt man eine Menge Munition und Bezugspunkte geliefert“, erklärt DiCaprio.
Schwerpunkt seiner Vorbereitung waren aber einige lange, den Dingen auf den Grund gehende Gespräche mit Scorsese: „Marty liebt es, alles sehr ausführlich zu diskutieren“, merkt DiCaprio an. „Das hilft einem Schauspieler, seine Figur noch besser zu verstehen und glaubwürdiger auf der Leinwand zu werden. Wir haben die Szenen fast wie forensische Ermittler diskutiert, sind jedes Detail mit einem feinzahnigen Kamm durchgegangen. Das gehört zu den interessantesten, anspruchsvollsten, angsteinflößendsten und vergnüglichsten Aspekten der Zusammenarbeit mit ihm, denn wenn man auf dem Set erscheint, ist man wirklich mit vollem Engagement bei der Sache.“
Gerade für die Entwicklung seiner Figur waren diese Gespräche besonders wichtig: „Bei Teddy gab es bestimmte feine Grenzen, die wir nicht überschreiten konnten. Das war eine echte Herausforderung“, fährt DiCaprio fort. „Ich war wirklich auf Scorseses Führung angewiesen, wie weit ich mit dieser Figur gehen konnte. Es gibt viele spezielle Feinheiten, die man vielleicht bemerkt, wenn man den Film ein zweites Mal sieht.“ Die Besetzung war für DiCaprio eine weitere Inspiration: „Es gibt einige bemerkenswerte Darstellungen, die so detailliert in der Zeichnung der Charaktere sind, dass diese wirklich lebendig werden. Die Besetzung ist erstaunlich, man glaubt, dass diese Menschen auf Shutter Island alle real und wirklich greifbar sind.“
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