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Schmutziges Geschäft
(2012-02-11 16:15:13)
Von Uwe Mies
Dieser Film spielt 1973. Es war ein Jahr, in dem die Menschen hässliche Kleidung und schlimme Frisuren trugen. Computer wurden mit Magnetbändern und Lochkarten gespeist und Sicherheitsausstattung in Automobilen war von zweitrangiger Bedeutung. Auch mobile Telefonie war noch nicht erfunden. Trotzdem flogen Leute zum Mond und es gab genug Atombomben, um die Welt vielfach in die Luft zu sprengen. Es war die politisch spannungsreiche Zeit des Kalten Krieges, der offiziell klare Fronten hatte. Wie diffus die Lage im einzelnen war, beschrieb John Le Carré in seinen Romanen, und einer seiner besten ist nun verfilmt worden. Unter der Regie des Schweden Tomas Alfredson (siehe kleines Porträt) sieht „Dame, König, As, Spion“ mehr noch als Steven Spielbergs „München“ aus, als ob der Film 1973 gedreht worden wäre und nur die Präsenz von Colin Firth vermittelt, dass diese Filmwelt mit ihren fahlen Farben ganz frisch rekonstruiert wurde.
Der Film ist immens spannend, wenn man bereit ist zuzuhören und vor allem zuzuschauen, wie Gary Oldman als Smiley die Leute um ihn herum ins Auge fasst und abschätzt. Er spricht kaum einen Satz, denn seine Aufgabe ist das Abwägen und Einschätzen von Informationen und Beobachtungen. Er weiß, dass sein Gegner ganz genau so vorgeht. Es ist eine Welt der Belauerung und des Misstrauens, das schmutzige Geschäft der Spionage. Ein Schachspiel, bei dem Menschen die Bauernopfer sind.
ZUR PERSON
Tomas Alfredson, am 1. April 1965 in Lindigö bei Stockholm geboren, begann seine Laufbahn beim schwedischen Fernsehen, arbeitete an Programmen wie „7 till 9“ oder „Bert“. Als der Titelheld von „Bert“ mit „Bert, die letzte Jungfrau“ seinen eigenen Kinofilm bekam, wechselte Alfredson zur großen Leinwand. Den internationalen Durchbruch schaffte er mit dem außergewöhnlichen Horrorfilm „So finster die Nacht“.tr
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