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Eine schöne Hülle
(2012-02-17 10:04:10)
Von Martin Schwickert
Nachts streift Fine verkleidet als platinblonde Lebedame durch Berlin und übt sich als Verführerin. Aber nicht nur in der Liebe werden die extremen Erfahrungen auf der Probebühne zur psychologischen Initialzündung, sondern auch zu Hause in der Familie sucht Fine die direkte Konfrontation und spielt sich in ihrem eigenen Leben an den Rand des Abgrunds.
Wie schon in seinem Regiedebüt "Novemberkind" erzählt Christian Schwochow auch in "Die Unsichtbare" vom hindernisreichen Selbstfindungsprozess einer jungen Frau, den er im Theatermilieu ansiedelt, wo sich Lebenserfahrung und Kunstproduktion ineinander verschränken. Als Katalysator dient auch hier wieder eine Männerfigur von zweifelhafter moralischer Güte. In "Novemberkind" spielte Ulrich Matthes einen Schriftsteller, der das Schicksal der Protagonistin künstlerisch ausschlachtete. In "Die Unsichtbare" gibt der fabelhafte Ulrich Noethen den Regieberserker und lässt hinter dem Zerstörer immer auch den Zerstörten erkennen. Die dänische Schauspielerin Stine Fischer Christensen vermittelt äußerst glaubwürdig und nuancenreich die Wandlung ihrer Figur von der ewigen Randexistenz zur sich ihrer selbst vergewisserten Künstlerin.
Deutschland 2011, Camera Zwo (Sb); 113 Min.; Regie: Christian Schwochow; Buch: Heide und Christian Schwochow; Musik: Can Erdogan; Kamera: Frank Lamm; Darsteller: Stine Fischer Christensen, Ulrich Noethen, Dagmar Manzel.
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