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Mitreißende Rhythmen aus Indien
(2012-02-29 14:03:04)
Tanzmusik muss nicht unbedingt innovativ sein, um zu infizieren – doch manchmal macht das Unerhörte die Tanzlust zum noch reich- und nachhaltigeren Vergnügen. „Chaal Baby“ (JARO) ist das bereits 2010 in den USA veröffentlichte Debüt-Album einer neunköpfigen Musiker-Schar, die mit sechs Bläsern und reichlich Schlagwerk nicht gerade ein Standard-Instrumentarium auf die Bühne zu schleppen pflegt.
„Bhangra Funk & Dhol'n'Brass“ lautet die für unsere Ohren zunächst sperrig klingende Charakterisierung ihres Sounds. Als Erklärung sei gesagt, dass es sich bei Red Baraat um eine Combo mit reichlich indischem Blut handelt, und dass „Dhol“ eine fassförmige nordindische, um die Schulter getragene Trommel bezeichnet. Ja, und Brass bedeutet hier natürlich nicht weniger als schiere Bläser-Wucht, Funk wiederum deutet auf die schweißtreibende Rhythmik hin. Jazz steckt hier freilich auch viel drin, auch wenn er nicht erwähnt wird. So viel zur Theorie, doch schreit diese Mixtur nach Erleben!
In Indien wird solche Musik traditionell bei Hochzeits-Zeremonien („Baraat“ heißt übrigens „Hochzeitsumzug“) gespielt, uns Europäern bleibt die Hoffnung, dass jeder halbwegs schlaue Festival-Veranstalter den wilden Haufen schon bald buchen wird. Mit seinem unglaublichen Gebräu wird er jedenfalls jede Location zum Brodeln bringen. Also: Fanfare Ciocarlia, Gogol Bordello, Shantel und Labrassbanda aufgepasst, Red Baraat werden die Messlatte verdammt hoch legen! alh
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