tipps
Treffpunkt in Alaska
(2012-02-29 10:02:18)
Von Uwe Mies
Es begab sich tatsächlich so, dass im Jahre 1988 genau diese Geschichte die Weltöffentlichkeit bewegte und für einige Tage den Niedergang der Sowjetunion, das Ende des Kalten Krieges und die Positionierung eines Nachfolgers des amtierenden US-Präsidenten Ronald Reagan aus den Schlagzeilen verdrängte. Die Kreativkräfte dieses Films haben im Blick auf die historischen Sachverhalte einen interessanten Spagat gewagt. "Der Ruf der Wale" gibt sich an der Oberfläche als bildkräftiges, gefühlsbetontes Abenteuerkino für den Familienmarkt; alles sehr dramatisch, aber immer auch die Aussicht erhaltend, dass die Hoffnung auf Rettung nicht vergebens sein wird. Allerdings, und das macht die Sache dann weitaus interessanter als Vergleichbares à la "Free Willy", gibt es diesmal eine Menge Hintergrund. Keine Figur im Spiel handelt selbstlos; der kleine Provinzreporter verfolgt ebenso persönliche und professionelle Interessen wie der nach neuen Förderlizenzen gierende Ölboss (klasse gespielt von Ted Danson) oder die Staatenlenker Reagan und Gorbatschow. So viel Sinn für Ironie in einem Familienfilm hat schon was. Wem das verdächtig erscheint, der kann sich immer noch an die Wale klammern.
USA 2011; 107 Min., Regie: Ken Kwapis; Drehbuch: Jack Amiel, Michael Begler; Kamera: John Bailey; Musik: Cliff Eidelman; Darsteller: Drew Barrymore, John Krasinski, Kristen Bell, Dermot Mulroney, Tim Blake Nelson, Vinessa Shaw, Ted Danson, Stephen Root
|
|


