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Vater sein dagegen sehr

(2012-01-05 10:03:07)

Neu im Kino ab dem 29.12.: „Ich reise allein“ von Stian Kristiansen – Charmante Komödie aus Norwegen

Von Dieter Oßwald


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Der Langzeitstudent und zwei seiner Kumpel. Foto:
Filme der Skandinavier sind traditionell so zuverlässig wie ihre Autos. Auch diese flotte Vaterschaft-wider-Willen-Komödie macht da keine Ausnahme.

Unbeschwert genießt Jarle das Studentenleben mit seinen Kumpels: Partys, Alkohol und allerlei Affären. Dann ist plötzlich Schluss mit lustig: Per Post erfährt der verblüffte Vater vom Ergebnis eines längst vergessenen One-Night-Stands aus wilden Teenager-Tagen. Töchterchen Lotte ist mittlerweile sieben Jahre alt und bereits unterwegs zum Kurzurlaub bei Papi.

Der ist wenig begeistert vom drohenden Überraschungsbesuch, prompt bringt die quirlige Lotte das bequeme Lotterleben von Jarle gehörig durcheinander. Im Laufe der Zeit kommt sich das ungleiche Duo freilich immer näher, familiäres Happy-End nicht ausgeschlossen.

Klingt verdächtig nach "Kokowääh"? Selbst der Soundtrack setzt, ganz wie bei Til Schweiger, auf Ohrwurm-Effekte, diesmal aber mit noch viel besseren Songs von "Pulp" bis "Pixies". Der norwegische Klon mit seinem rothaarigen Studenten-Helden bietet allerdings auch allerlei kreative Eigenleistung. Eine Uni als Umfeld eignet sich allemal als dankbare Kulisse für reichlich Pointen-Potential: Von der Chaos-WG über Party-Philosophen bis zu vergeistigten Geisteswissenschaftlern. Als clevere Gegenspielerin sorgt derweil das bodenständige Mädchen für die dramaturgische Balance. Die beiden glänzend besetzten Protagonisten überspielen mit liebenswerter Lässigkeit und Charme jede drohende Klischee-Klippe. Jungfilmer Kristiansen inszeniert mit flottem Tempo und einem guten Händchen für Situationskomik.

Das Comedy-Ergebnis ist zwar nicht eben präzise ausgefeilt und visuell nicht gerade sensationell. Aber diese Holprigkeit hat durchaus ihren eigenen Charme. Den Möbeln skandinavischer Einrichtungshäusern fehlen bisweilen auch einige Schrauben - was deren Popularität aber bekanntlich keinen Abbruch tut.

 

Norwegen 2011, 94 Min., Camera Zwo (Sb); Regie: Stian Kristiansen; Drehbuch: Tore Renberg; Kamera: Philip Ogaard; Darsteller: Rolf Kristian Larsen, Amina Eleonora Bergrem, Pål Sverre Valheim Hagen, Ingrid Bolsø Berdal, Trine Wiggen.

 

 

 

 

 

 

 
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