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Verlierer und Verrückte

(2012-02-10 10:03:14)

Neu im Kino: „Die Kunst zu gewinnen – Moneyball“ von Bennett Miller – Oscar nominierter Baseballfilm

Von Uwe Mies


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Der Wirtschaftswissenschaftler Peter (Jonah Hill) soll der Baseballmannschaft von Billie zu Ruhm verhelfen. Foto:
Baseball ist der Sport, der wie kein anderer amerikanische Legenden hervorbringt. Viele träumen von der großen Karriere auf dem kleinen Spielfeld. Billy Beane war sogar ganz nahe dran, als er das College gegen die gut bezahlte Profikarriere eintauschte. Eine große Zukunft stand ihm bevor, weil er als Spieler alles dafür auf sich vereinigte. Aber er blieb stets hinter den Erwartungen zurück, wurde einer von vielen, die es nicht geschafft hatten. Deshalb will er es nun als Manager besser machen. Die Athletics aus Portland aber sind nur ein Team aus dem hinteren Tabellendrittel. Zwar hatte man es zuletzt bis in die Playoffs geschafft, schied dann aber unglücklich schon in der ersten Runde gegen die millionenschweren New Yorker Yankees aus. Jetzt sind die Planungen für die neue Saison im Gange und wie immer werden die drei besten Spieler von den großen, reichen Teams weggekauft. Also tingelt Billy wieder einmal auf der Suche nach neuen Spielern über die Dörfer.

In Cleveland wird er fündig, allerdings anders als erwartet. Denn der fette, schüchterne Peter Brand ist zwar kein Sportler, dafür ein brillanter Statistiker, der Spieler nicht nach Image und Alter einschätzt, sondern nach präzisen Leistungsdaten aus dem Computer. Nach diesem System wird nun für Portland ein Team zusammengestellt, das auf den ersten Blick nur aus Verlierern, Verrückten und Gescheiterten besteht. Und der Saisonauftakt verläuft gar nicht gut.

Mit einer wahren Geschichte aus dem US-Sport vor zehn Jahren meldet sich der Regisseur von "Capote" zurück und bestätigt sich als Mann gehobener Unterhaltung. Bennett Miller arbeitet technisch hochprofessionell, Kamera und Schnitt sollten jedem Filmschüler als Vorbild für atmosphärische Dichte und flüssigen Bildwechsel dienen. Noch besser ist das Dialogbuch, das Miller mit Betonung auf Blicke und Gesten hin inszeniert. Es wird wenig geredet, dafür kommen den Worten und den Pausen dazwischen umso größere Wirkung zu. Vor allem aber ist Miller ein superber Schauspielerregisseur. Brad Pitt setzt er ins Zentrum, das der sehr selbstbewusst und mit einem Hang zum Cholerischen ausfüllt. Dieser Film ist ein durch und durch gelungener Profijob, der jede seiner sechs Oscar-Nominierungen rechtfertigt.

 

USA 2011; Camera Zwo (Sb), 133 Min., Regie: Bennett Miller; Drehbuch: Steven Zaillian, Aaron Sorkin; Kamera: Wally Pfister; Musik: Mychael Danna; Darsteller: Brad Pitt, Jonah Hill, Ken Medlock, Philip Seymour Hoffman, Chris Pratt, Kerris Dorsey, Robin Wright.

 

 

 

 

 

 

 
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