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Verlierer und Verrückte
(2012-02-10 10:03:14)
Von Uwe Mies
In Cleveland wird er fündig, allerdings anders als erwartet. Denn der fette, schüchterne Peter Brand ist zwar kein Sportler, dafür ein brillanter Statistiker, der Spieler nicht nach Image und Alter einschätzt, sondern nach präzisen Leistungsdaten aus dem Computer. Nach diesem System wird nun für Portland ein Team zusammengestellt, das auf den ersten Blick nur aus Verlierern, Verrückten und Gescheiterten besteht. Und der Saisonauftakt verläuft gar nicht gut.
Mit einer wahren Geschichte aus dem US-Sport vor zehn Jahren meldet sich der Regisseur von "Capote" zurück und bestätigt sich als Mann gehobener Unterhaltung. Bennett Miller arbeitet technisch hochprofessionell, Kamera und Schnitt sollten jedem Filmschüler als Vorbild für atmosphärische Dichte und flüssigen Bildwechsel dienen. Noch besser ist das Dialogbuch, das Miller mit Betonung auf Blicke und Gesten hin inszeniert. Es wird wenig geredet, dafür kommen den Worten und den Pausen dazwischen umso größere Wirkung zu. Vor allem aber ist Miller ein superber Schauspielerregisseur. Brad Pitt setzt er ins Zentrum, das der sehr selbstbewusst und mit einem Hang zum Cholerischen ausfüllt. Dieser Film ist ein durch und durch gelungener Profijob, der jede seiner sechs Oscar-Nominierungen rechtfertigt.
USA 2011; Camera Zwo (Sb), 133 Min., Regie: Bennett Miller; Drehbuch: Steven Zaillian, Aaron Sorkin; Kamera: Wally Pfister; Musik: Mychael Danna; Darsteller: Brad Pitt, Jonah Hill, Ken Medlock, Philip Seymour Hoffman, Chris Pratt, Kerris Dorsey, Robin Wright.
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