tipps
Viele Bürger gegen einen Bahnhof
(2012-02-16 14:39:29)
Von Katrin Meyer
„Im Sommer 2010 wird unsere Stadt weltberühmt“, heißt es zu Beginn des Films „Alarm am Hauptbahnhof“. Die Rede ist vom Projekt „Stuttgart 21“, bei dem der Stuttgarter Bahnhof durch einen neuen Tiefbahnhof ersetzt werden sollte. Das Vorhaben rief zahlreiche Menschen der unterschiedlichsten Schichten und Altersgruppen in Baden-Württemberg auf die Straße. Die Lage spitzte sich zu: Am 30. September 2010 wurde per Polizeieinsatz die Baustelle für den neuen Tiefbahnhof im Stuttgarter Schlossplatz geräumt, viele Bürger wurden dabei verletzt.
In ihrer Dokumentation „Alarm am Hauptbahnhof“ bieten die Stuttgarter Autorinnen und Filmemacherinnen Sigrun Köhler und Wiltrud Baier einen Rückblick rund um die damaligen Proteste. Dabei spannen sie einen Bogen von der großen Demonstration am 30. September über die Schlichtungsverhandlungen bis hin zur Landtagswahl. Im Film kommen einige Aktivisten zu Wort, aber auch Leute auf der Straße, die miteinander diskutieren. Daneben sind Bilder von Protest und Widerstand zu sehen, Ausschnitte aus Nachrichten, aber auch Auszüge aus Reden von Angela Merkel sowie des damaligen Ministerpräsidenten Stefan Mappus. Es folgen mehrere Szenen aus den Verhandlungen Heiner Geißlers und aus dem Untersuchungsausschuss zum 30. September.
Die Dokumentation liefert unkommentiert und mit Distanz zu den Geschehnissen vor allem viele Bilder, wie man sie damals in Nachrichten oder Fernsehbeiträgen gesehen hat. Die Themen, die im Vordergrund stehen, reichen von Polizeigewalt über demonstrierende Kinder bis hin zum Lobbyismus. Auch die Frage nach der Rolle des Bürgers in unserer Demokratie wird an einer Stelle von einem Demonstranten angesprochen. Die meisten dieser Themen werden leider nur kurz gestreift und nicht weiter vertieft.
|
|


