Alt-Saarbrücken

Wenn statt einem Gärtner der Bagger kommt: Im Sonnenweg wurden Bäume beschädigt, statt Schäden beseitigt
Von Fabian Bosse Veröffentlicht: Sonntag, 28. Februar 2016, 12:00 Uhr

Wo Bäume sind, da sind auch Wurzeln. Und die scheren sich nicht um Bürgersteige und Bebauungspläne. Dafür bekamen sie im Sonnenweg von einem Bagger die Quittung. Foto: Becker&Bredel
Foto: Becker&Bredel
Die Bäume im Sonnenweg müssen einiges ertragen: Erst wurden ihnen die Kronen geschoren und nun auch noch die Wurzeln rasiert. Schuld sei aber nicht das Grünamt, sondern eine Fremdfirma, entschuldigt sich die Stadt.

Wo Bäume sind, da sind auch Wurzeln. Und die scheren sich nicht um Bürgersteige und Bebauungspläne. Dafür bekamen sie im Sonnenweg von einem Bagger die Quittung. Foto: Becker&Bredel Foto: Becker&Bredel
Der Sonnenweg und seine Bäume: Die Stadt und die Anwohner geraten da immer wieder aneinander. Im Oktober 2014 beschwerte sich ein Anwohner, dass das Grünamt dort die Bäume viel zu kurz geschnitten habe. Nur noch eine spärliche Krone in rund sechs Metern Höhe war damals an den Linden übrig geblieben. Die Kritik eines Anwohners: Das Personal der Stadt sei nicht richtig geschult. Das sei Quatsch und stimme nicht, reagierte damals die Stadt auf die Kritik. Man habe so weit zurückschneiden müssen, damit das Lichtraumprofil stimme und auch noch LKWs die Straßen nutzen könnten, ohne gegen Äste zu stoßen.

Nun meldet sich wieder ein Anwohner aus dem Sonnenweg. Anlässlich einer Renovierung des Bürgersteigs würde die Stadt überlegen, alle Straßenbäume fällen zu lassen, schreibt der Mann der SZ, will aber nicht, dass sein Name in der Zeitung gedruckt wird. Zwei seien bereits der Säge zum Opfer gefallen. Die Stadt dementiert sofort das Gerücht: „Es gibt keine Pläne, in der Straße alle Linden zu fällen“, sagt Stadtsprecher Robert Mertes. Im Vorfeld der Sanierungsarbeiten am Bürgersteig seien aber bereits zwei Linden gefällt worden. Diese beiden Bäume hätten Schäden in der Krone gehabt, außerdem hätten ihre Wurzeln das Pflaster hochgedrückt und beschädigt. Über diese Stolperfallen hätten sich Anlieger bereits bei der Stadt beschwert, fügt Mertes an.

Allerdings berichtet die Stadt auf SZ-Anfrage, dass man zwei weitere Bäume wegen mangelnder Sorgfalt einer Tiefbaufirma hat fällen müssen. Die von der Stadt beauftragte Firma habe einen „ Bagger eingesetzt und dabei zwei Wurzeln so stark beschädigt, dass sie nicht mehr stehen bleiben können. Sowohl für diese beiden Bäume als auch für die beiden, die schon gefällt wurden, werden an gleicher Stelle neue Bäume nachgepflanzt“, kündigt Mertes an.

Der Vorfall dürfte jetzt die Anwohner bestärken, die bereits vor anderthalb Jahren behaupteten, wer bei ihnen in der Straße an den Bäumen arbeite, der wisse nicht, was er tue. Nun kann die Stadt wenig dafür, wenn eine beauftragte Firma pfuscht. Schließlich gilt der Wirtschaftlichkeitsgrundsatz. Danach sind öffentliche Auftraggeber zum sparsamen Umgang mit öffentlichen Geldern verpflichtet. Den Zuschlag erhält das wirtschaftlich günstigste Angebot und nicht unbedingt der beste Fachmann. Die Stadt hat aber wohl bereits gehandelt und verspricht, die Tiefbaufirma würde im weiteren Verlauf keinen Bagger mehr benutzen, sondern die alten Gehwegplatten von Hand entfernen. Mitarbeiter der Stadt würden die Wurzeln dann, dort wo es nötig sei, fachgerecht bearbeiten, damit keine weiteren Bäume beschädigt würden.
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