Köllertal

Norovirus: Gehäuftes Auftreten von Erkrankungen im Köllertal

Von Sz-Mtarbeiterfredy Dittgen Veröffentlicht: Montag, 1. Februar 2016, 19:25 Uhr
Übelkeit, Bauchkrämpfe und meist auch Erbrechen und Durchfall kennzeichnen eine Erkrankung durch den Norovirus. Derzeit häufen sich die Fälle im Köllertal, schildert der Holzer Arzt Dr. Jörg Michalski und gibt Tipps.

Im Köllertal grassiert der Norovirus. Darauf macht der Holzer Arzt Dr. Jörg Michalski aufmerksam. Alleine in der Gemeinschaftspraxis Michalski/Fuchs sind im Januar 117 Fälle aufgetreten. „Das ist deutlich mehr als in den Vorjahren“, betont Dr. Michalski.

Auch in anderen Praxen gebe es auffallende Häufungen von Infektionen mit dem hochansteckenden Virus. Den Grund dafür sieht Michalski in der ungewöhnlich warmen Witterung der vergangenen Wochen. Die Ansteckungsgefahr sei hoch. Und wegen des hohen Flüssigkeitsverlustes könne die Krankheit für Kleinkinder und Senioren durchaus einen gefährlichen Verlauf nehmen. Oft steckt man sich in Krankenhäusern, Altenheimen, Schulen oder Kindergärten an. Übertragen werden die Viren meist durch Berührung verunreinigter Oberflächen oder durch die Weitergabe von Viruströpfchen, die etwa bei starkem Erbrechen in die Umgebung gelangen.

Die Ansteckungszeit ist sehr kurz und beträgt nur wenige Stunden. Typische Symptome sind Übelkeit , schwallartiges Erbrechen , Durchfall, Bauchkrämpfe , Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen sowie erhöhte Temperatur oder Fieber. „Aber die Krankheit kann auch ohne Durchfälle verlaufen“, erklärt der Holzer Arzt.

Meist klingen die Symptome innerhalb von wenigen Tagen ab. Aber auch nach der akuten Phase besteht Ansteckungsgefahr, mitunter bis zu zwei Wochen lang. Deshalb dürfen beispielsweise Menschen, die im Lebensmittelbereich arbeiten, nicht sofort wieder arbeiten.

Zur Vorbeugung reicht Händewaschen nicht aus. „Die Viren sind gegen Seife resistent“, sagt Dr. Michalski. Man sollte ein Desinfektionsmittel im Badezimmer zur Hand haben und die Toilette mit Sakrotan oder einem entsprechenden Mittel reinigen.

Mit Infusionen und Medikamenten müssen nur ältere Patienten behandelt werden. Ansonsten reicht es, den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust auszugleichen und den Brechdurchfall zu stoppen. Dies könne man mit homöopathischen Mitteln tun oder zu Hausmittelchen greifen. „Eine Cola im Kühlschrank, Kohlesäure rausschütteln, dann alle fünf Minuten einen Löffel davon trinken, das hilft schon“, so Dr. Michalski. Ausführliche Infos gibt es auf der Internetseite des Robert-Koch-Instituts.

rki.de


Zum Thema:

Der Name „Norovirus“ leitet sich von sogenannten Typspezies der Gattung Norovirus, dem Norwalk-Virus ab: Die Form des Virus wurde erstmals 1972 durch Untersuchungen an Stuhlproben erkannt, die 1968 bei einer Epedemie in der Kleinstadt Norwalk im US-Bundesstat Ohio genommen wurden. red

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