Völklingen

Saarfest 2016 fällt ins Wasser
Von Bernhard Geber Veröffentlicht: Samstag, 23. Januar 2016, 12:00 Uhr

Ein Bild aus besseren Tagen: Oberbürgermeister Klaus Lorig (rechts) und Organisator Lars Hüsslein bei der Vorstellung des Saarfest-Programms im Jahr 2011. Archivfoto: Stadt Völklingen/Uwe Grieger
Wegen der Schuldenbremse sollte das Saarfest, das letzte war 2015, nur noch alle zwei Jahre steigen. Ein Vorstoß von Oberbürgermeister Lorig, es 2016 dennoch stattfinden zu lassen, ist im Rat gescheitert.

Ein Bild aus besseren Tagen: Oberbürgermeister Klaus Lorig (rechts) und Organisator Lars Hüsslein bei der Vorstellung des Saarfest-Programms im Jahr 2011. Archivfoto: Stadt Völklingen/Uwe Grieger Foto:
Ein Völklinger Saarfest wird erst wieder im Jahr 2017 stattfinden. Das ist das Ergebnis einer Sitzung des Stadtratsausschusses für Wirtschaft, Kultur und Sport am Donnerstagabend. Die Ratsmitglieder wiesen hier einmütig eine von Klaus Lorig ( CDU ) abgezeichnete Vorlage der Stadtverwaltung zurück, die die bisherige Beschlusslage auf den Kopf gestellt hätte.

Lorig und seine Fest-Macher wollten hier gleich zwei Beschlüsse durchsetzen: Das Budget des Saarfestes sollte für 2016 von (eingeplanten) 46 000 Euro auf 75 000 Euro aufgestockt werden. Die zusätzlichen 29 000 Euro sollten aus so genannten Haushaltsausgaberesten des Jahrs 2015 kommen. Der zweite Vorschlag lief darauf hinaus, in diesem Punkt den (schon vor Jahren beschlossenen) Haushaltssanierungsplan aufzuweichen: Ab 2017 sollten dann für das Saarfest wieder regelmäßig 75 000 Euro zur Verfügung stehen.

Oberbürgermeister Lorig war am Donnerstagabend nicht anwesend. Er ließ sich, ohne dass eine Begründung genannt wurde, von Bürgermeister Wolfgang Bintz (ebenfalls CDU ) vertreten. Die Vorlage erläuterte dann der zuständige Fachdienstleiter Christof Theis. Theis forderte die Ratsmitglieder dazu auf, den (bereits vereinbarten) Zwei-Jahres-Rhythmus für das Fest noch einmal zu überdenken. Das Fest sei im Jahr 2015 für 75 000 Euro auf die Beine gestellt worden, und es ergebe sich kein Haushaltsproblem daraus, es 2016 für denselben Betrag zu veranstalten. Das Saarfest sei das letzte noch verbliebene Großereignis in Völklingen . Eine Unterbrechung werde das über Jahre hinaus aufgebaute Image massiv schädigen. Es sei zu zu befürchten, dass Sponsoren ihr Jahresbudget erneut verplanten. Für 46 000 Euro sei kein qualitativ hochwertiges Fest zu machen, bekräftigte Theis. Er begründete allerdings nicht näher, warum es laut Verwaltung 75 000 Euro sein müssen.

Die Interessengemeinschaft (IG) Wehrdener Bürger und Vereine ist ein wichtiger Partner beim Fest. Manfred Becker hielt als ihr Sprecher am Donnerstagabend im Ausschuss ein bewegtes Plädoyer dafür, das Fest weiter in gewohntem Rahmen zu veranstalten. Wenn es ausfalle, sei „das Ende gekommen – auch für die Vereine im sozialen Bereich“.

„Da hört man Herzblut heraus“, bestätigte SPD-Sprecher Erik Roskothen. Er erinnerte aber („bei aller Sympathie für das Fest“) wie seine Kollegen Karsten Vitz ( CDU ) und Christoph Gottschalk (Linke) an einen „einmütigen Konsens“ vom Oktober 2014, das Fest nur alle zwei Jahre stattfinden zu lassen. Vitz nannte das Agieren der Verwaltung „merkwürdig, nachdem man sich anderthalb Jahre lang keine ernsthaften Gedanken gemacht hat.“ Man könne nicht im Vorgriff auf 2017 Mittel aus dem Hut zaubern, ohne über den Haushaltssanierungsplan zu diskutieren.


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