Saarbrücken

Gedrückte Stimmung beim 1. FC Saarbrücken vor Derby gegen Elversberg
Von Patric Cordier Veröffentlicht: Samstag, 19. März 2016, 01:50 Uhr

Symbolfoto.
Foto: fcs
Der 1. FC Saarbrücken hinkt den eigenen Erwartungen hinterher. Die Leistung zuletzt in Spielberg (0:0) war ein Offenbarungseid. Große Vorfreude auf das Topspiel an diesem Samstag gegen Elversberg ist nicht zu spüren.

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Symbolfoto. Foto: fcs
„In einem Derby kann man viel gutmachen“, sagt Taifour Diane, Trainer des Fußball-Regionalligisten 1. FC Saarbrücken , vor dem Saarderby gegen die SV Elversberg an diesem Samstag um 14 Uhr im Hermann-Neuberger-Stadion in Völklingen: „Von der Tabelle her ist die SVE Favorit. Von der Qualität her brauchen wir uns aber nicht zu verstecken.“

Qualität ist das Wort, das auch Saarbrückens umstrittener Geschäftsführer Sport, Milan Sasic, immer wieder im Zusammenhang mit der größtenteils von ihm zusammengestellten Mannschaft wählt. Qualität ist aber auch das, was viele Spieler seit Montaten immer wieder gut verstecken. „Ich habe von dieser Mannschaft schon super Leistungen gesehen“, sagt Abwehrchef Peter Chrappan, der neben Marco Meyerhöfer einer der wenigen ist, deren Leistung den Ansprüchen einer Spitzenmannschaft konstant genügen: „Jetzt sind wir in einer Phase, in der nicht alles ideal läuft.“ Da passt es ins Bild, dass der Einsatz von Leistungsträger Meyerhöfer (Fußverletzung) gegen die SVE fraglich ist.

Kicker wie André Mandt, Lukas Kiefer oder Daniel Döringer haben in den letzten Monaten bestenfalls stagniert. Bei anderen Spielern (Matthew Taylor, Felix Luz, Sven Sökler) rückt das Karriereende näher, wieder andere werden im Fußball kaum mehr eine Laufbahn haben. Es war wohl der Kardinalfehler überhaupt von Ex-Trainer Falko Götz , im vergangenen Sommer an diese Mär der Qualität zu glauben.

Götz hat die von Sasic zusammengestellte Mannschaft übernommen, konnte sie aber eben nicht weiterentwickeln. Sicher auch, weil seine Ergänzungen Solomon Okoronkwo, Filip Luksik und David Puclin deutlich hinter den Erwartungen zurückblieben. Der Zeitpunkt der „einvernehmlichen Trennung“ (so Sasic gegenüber den Medien) nach sieben Wochen Vorbereitung, aber nur einem Liga-Spiel (1:2-Niederlage in Worms) lässt Rückschlüsse auf diese „Einvernehmlichkeit“ zu. Das Verhältnis zwischen Trainer und Geschäftsführer Sport war schon länger angespannt, ein Gespräch am Nachmittag vor der Trennung hat das Fass dann wohl zum Überlaufen gebracht. Götz schweigt dazu.

Nun hat Taifour Diane die Aufgabe, eine verkorkste Saison anständig zu Ende zu bringen. Seine menschliche Qualität und sportliche Qualifikation stellt niemand in Frage. Unter der Woche war er zum Eingangstest für die Fußball-Lehrer-Ausbildung. Ob er im dritten Versuch angenommen wird, erfährt er in zwei Wochen. Doch ist Diane auch der, der den erneuten Neuaufbau für das kommende Jahr angehen darf? Längst wird hinter den Kulissen über einen Nachfolger spekuliert. Jeff Strasser, Ex-Profi des 1. FC Kaiserslautern und heute Trainer bei Jeunesse Esch, soll ein Kandidat sein. Wird der Neue dann weiter finanziell aus dem Vollen schöpfen können? Laut FCS-Schatzmeister Dieter Weller braucht der Gesamtverein derzeit etwa 600 000 Euro monatlich. Und kann der Neuaufbau mit Milan Sasic gelingen, dessen Verhältnis zu großen Teilen der Fanszene irreparabel erscheint? Fragen, die nur Präsident und Hauptsponsor Hartmut Ostermann beantworten kann. Selbst bei einem Sieg gegen die SVE sind die Relegationsplätze in fast unerreichbarer Ferne. „Die Mannschaft wird alles versuchen“, verspricht Chrappan.
 


SVE freut sich auf den ersten echten Gegner


Elversberg im Saar-Derby favorisiert – Vorentscheidung möglich – Drei klare Siege nach der Winterpause

Von SZ-Mitarbeiter Heiko Lehmann

Die SV Elversberg tritt nach der Winterpause kompakt und ziel- strebig auf. Mit drei überzeu- genden Siegen behauptete sie sich ganz vorne in der Tabelle – im Derby gegen den FCS ist sie daher leicht favorisiert.

Selten zuvor waren die Rollen im Saar-Derby zwischen dem 1. FC Saarbrücken und der SV Elversberg so klar verteilt wie an diesem Samstag (14 Uhr) im Hermann-Neuberger-Stadion in Völklingen. Die SV Elversberg geht als klarer Favorit in das Spiel. Bei der Frage nach der Höhe des Sieges muss SVE-Trainer Michael Wiesinger lachen. „Der FCS wird überall schlecht geredet, wir in den Himmel gehoben. Für mich ist der FCS nach wie vor eine Topmannschaft, gegen die wir alles abrufen müssen, was wir haben“, sagt Wiesinger.

Er redet auch lieber über sein Team als über den Gegner. Bei den drei Siegen nach der Winterpause hatten alle Elversberger Gegner zusammen noch keine einzige echte Torchance. In der Offensive sind es mittlerweile nicht mehr ausschließlich Torjäger Mijo Tunjic und Innenverteidiger Kevin Maek nach Standards, die für Gefahr und Tore sorgen. In den vergangenen Spieler wurden die Gegner regelrecht auseinandergenommen. „Wir trainieren seit Saisonbeginn immer wieder Spielzüge in der Offensive. Nun greifen diese Dinge. Wir spielen die richtigen Doppelpässe, die Laufwege stimmen auch“, sagt der SVE-Trainer.

Also ist die Frage nach der Höhe des Sieges doch nicht ganz unberechtigt? „Wir sind selbstbewusst ohne Ende und werden auch so in das Derby gehen. Es ist aber auch klar, dass wir in den ersten drei Spielen nach der Winterpause mehr oder weniger Pflichtsiege eingefahren haben. In den nächsten Wochen kommen die richtig starken Gegner“, sagt Wiesinger. Bei einem SVE-Sieg würde der Abstand zum 1. FC Saarbrücken auf zwölf Punkte anwachsen. Zudem hat die SVE ein Spiel weniger als der FCS.

Innenverteidiger Kevin Maek, vor eineinhalb Jahren von Saarbrücken zur SVE gewechselt, lässt das kalt. „Mich interessiert der Abstand zum FCS gar nicht. Wir schauen auf uns. Wenn mich etwas interessiert, dann der Abstand zu Eintracht Trier , das ist unser größter Konkurrent“, sagt Maek. Dennoch hat die SVE die Möglichkeit, mit einem Sieg den FCS komplett aus dem Rennen um die Relegationsplätze zu nehmen. Eine besondere Motivation, die Wiesinger bei Bedarf seiner Mannschaft vor dem Derby einflößen wird. „Ich weiß nach dem Aufwärmen am Samstag, wie die Jungs drauf sind und ob sie noch eine Extramotivation brauchen. Aber normal bin ich kein Trainer, der über die emotionale Schiene kommt“, erklärt 43-Jährige.

Matthias Cuntz, der sich nach der Winterpause als neuer Motor im Mittelfeld entwickelt hat, braucht keine Extramotivation. „Ich muss eher gucken, dass ich nicht überdrehe. Gerade in solchen Spielen bin ich oft übermotiviert“, sagt Cuntz, der beim 0:0 im Hinspiel nach 59 Minuten mit Gelb-Rot vom Platz flog.

In der vergangenen Saison war Elversberg auch mit drei Siegen aus der Winterpause gestartet, brach dann nach den ersten Negativerlebnissen allerdings ein. „Das schließe ich in dieser Saison komplett aus. Wir sind eine ganz andere Mannschaft und treten unglaublich kompakt und konstant auf. Ich glaube nicht, dass uns etwas aus der Bahn werfen kann“, sagt Kevin Maek.

 

Zum Thema:
Der 1. FC Saarbrücken rechnet beim Derby gegen die SV Elversberg mit bis zu 5000 Besuchern im Völklinger Hermann-Neuberger-Stadion. Das ist optimistisch – denn gegen den FK Pirmasens waren es zuletzt nur 2343 (Minusrekord), und die jüngste Leistung beim 0:0 beim SV Spielberg war auch alles andere als Werbung in eigener Sache. „Ich erwarte keinen Hexenkessel“, sagt Elversbergs Trainer Michael Wiesinger daher schmunzelnd: „Im Hinspiel konnte ich meine Mannschaft noch damit motivieren: Wir spielen gegen 7000 Saarbrücker. Das macht Spaß.“ Aus Elversberg werden drei Fanbusse in Völklingen erwartet. cor
 

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