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Sie sahen nicht nur Amerikas Sonnenseiten: Wie Studenten das Leben und Lernen in den USA einschätzen
Von Maja Tekampe Veröffentlicht: Donnerstag, 18. Februar 2016, 12:25 Uhr

Laura Schmid sonnt sich auf der Route 66. Foto: laura Schmid
Foto: laura Schmid
Zum Studium in die Staaten: Das muss doch toll sein. Drei Studenten der Universität des Saarlandes waren dort. Seither betrachten sie das „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ aber eher kritisch.

Laura Schmid sonnt sich auf der Route 66. Foto: laura Schmid Foto: laura Schmid
Studentin Laura Schmid aus Merchweiler arbeitete 13 Monate vor Studienbegin als Aupair in New Jersey. „Negativ fiel mir diese übertriebene Freundlichkeit auf. Das ist auf der einen Seite super, jedoch sehr häufig gespielt und aufgesetzt. Ich finde es sehr schwer, ihr Verhalten einzuschätzen.“ Amerika sei nicht das Land des unbegrenzten Möglichen, da durch die hohen Kosten von Krankenversicherung und Bildung nicht alle sozialen Klassen dieselben Möglichkeiten haben. Eugen Kontschenko aus Zweibrücken teilt diese Meinung. Nach einem einjährigen Highschool-Aufenthalt in Memphis besuchte er 2015 die University of the West in Los Angeles. „Es ist nicht einfach, über oberflächliches Kennenlernen hinauszukommen. Ich hatte viele Bekanntschaften, aber um einiges weniger richtige Freunde.“ Es sei schwer, über den Small Talk hinaus ein ernstes Gespräch zu entwickeln. „Sie sind zu sorgenfrei – etwas mehr Verantwortung für Finanzen, Politik und Umwelt wäre nicht schlecht. Armut und Kriminalität begegnen einem täglich. In Memphis und L.A. gibt es Bereiche, die selbst die Polizei meidet. Nachts reihen sich die Obdachlosen straßenlang auf, um dort zu schlafen“. Realitäten, mit der viele Studenten erst vor Ort konfrontiert sind. Theresa Kemmlein aus Saarbrücken war drei Monate in Amerika, hat Verwandte in Florida und Virginia. Auch sie empfindet die Amerikaner als gesprächig und offen.

Aber: „Viele Amerikaner leben in einer Wegwerfgesellschaft. Jede Plastikflasche wird weggeschmissen, da sie kein Pfandsystem haben. Ihr Mangel an Umweltbewusstsein im Vergleich zu anderen Nationen hat mich schockiert. Bei jedem Supermarkteinkauf bekommt man Unmengen von Plastiktüten.“ Warum also überhaupt ein Auslandssemester in Amerika? Laura, Eugen und Teresa sind sich einig. Allen gefällt, wie breit gefächert Kultur und Gesellschaft dort sind. Teresa: „Amerika ist sehr facettenreich und bietet landschaftlich, kulturell sowie kulinarisch eine große Vielfalt“.

Eugen ist sicher, dass viele Studenten nach Amerika reisen, da die Popkultur in Deutschland amerikanisch geprägt sei. „Mit einem Unterhaltsmonopol, was Musik, Serien, Filme und zu einem Großteil auch Bücher angeht, fühlt man sich regelrecht über den Ozean gezogen, um alles mal zu sehen“. Auch bieten die USA für jeden was. Seien es die Wolkenkratzer in New York, die Cowboys aus Dallas oder die Strände von Los Angeles.
Theresa Kemmlein Foto:
Eugen Kontschenko Foto:

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