Zweibrücken

Zweibrücker kämpfen gegen Altkleider-Container

Von Von Eric Kolling Veröffentlicht: Mittwoch, 8. August 2012, 02:24 Uhr
Nicht um Erlaubnis gefragt hat eine kommerzielle Kleidersammelfirma, als sie ihren Container am Hilgard-Haus aufstellte. Eigentümer Schenk ist sauer. Und die Container-Firma wirft auch noch weitere Fragen auf.



Zweibrücken. Klappe auf, Altkleider rein, Klappe zu, gutes Werk getan: Wer beim Entsorgen seiner Ex-Lieblingshemden und –Hosen so denkt, liegt oft daneben. Denn nicht immer landen die Textilien bei Bedürftigen. Firmen verhökern die Sachen und machen Reibach mit dem guten Gewissens entsorgten. Ein Umstand, der kürzlich im Merkur-Gespräch etwa den Leiter des Deutschen Roten Kreuzes Südwestpfalz, Mario Sauder, auf die Palme trieb. Denn die aufgestellten Container sähen denen vom DRK Aufgestellten täuschend ähnlich. 15 bis 20 vermutet Sauder im Stadtgebiet. Dafür ist laut Stadtsprecher Braun jeweils eine Genehmigung nötig, nicht so auf Privatgelände. Da muss aber der Eigentümer zustimmen.

Was die Aufsteller offenbar nur bedingt stört. Ohne Einverständnis haben sie etwa einen Container auf der Rückseite des Hilgard-Hauses am Parkplatz platziert. „Der Container ist uns ein Dorn im Auge“, sagt ein Sprecher des Ingenieurbüros Schenk, des Geländeeigentümers. Ursprünglich wollte der Besitzer des Hilgard-Center- Grundstücks, dm-Mitgesellschafter Günther Lehmann, gegen die Container-Aufsteller vorgehen. Name und Telefonnummer der Firma Blicker GmbH (siehe „Hintergrund“) stehen auf dem Sammelbehälter drauf. Doch man hätte entgegnet, dass Lehmann gar nichts fordern könne, weil der Container nicht auf seinem Gelände stünde.

„Die Jungs sind schlau, wir haben das überprüft und er steht wirklich exakt hinter der Grenze zum Hilgard-Haus. Die haben die Grenzen ganz genau gekannt“, so ein Mitarbeiter des Büros Schenk, der namentlich nicht genannt werden will. Vier- bis fünfmal habe man Blicker in der Folge auf die Mailbox gesprochen und aufgefordert, den Container zu entfernen – ohne Reaktion. Das ergänzt Dieter Ernst, der den Edeka-Markt im Hilgard-Center betreibt: „Wir haben auch einen Fahrer angesprochen, der den Container geleert hat. Er sicherte zu, die Container würden umgehend entfernt werden. Das passierte nicht.“ Also fährt Eigentümer Schenk neue Geschütze auf. „Wir werden eine Frist wohl bis Ende nächster Woche setzen und den Container dann entfernen. Dann kann Blicker ihn gegen Auslösung der Abschleppkosten abholen. Wir sind da ganz andere Kaliber gewöhnt“, so der Mitarbeiter.

Wie seriös darf man die Firma Blicker denn einschätzen? Auch unsere Redaktion erreicht nur ein Band mit Dauerpiepsen. Doch einer der Schriftzüge auf dem Container bringt die Polizei auf den Plan. So setzt die Firma angeblich 2500 Euro Belohnung für denjenigen aus, der Hinweise auf Container-Diebe gibt. Denn ihre – teils illegal platzierten – Behälter würden „von Mitbewerbern in der Region“ immer wieder gemopst. „Oder melden Sie den Diebstahl direkt bei der örtlichen Polizei, bei der wir bereits Anzeige erstattet haben“, steht da weiter. Doch Manfred Bernhardt, der stellvertretende Polizeichef Zweibrückens weiß nichts von einer Anzeige. Auch sein Versuch, die Firma zu erreichen, bleibt gestern ohne Erfolg.

HINTERGRUND

Fünf gewerbliche Firmen und drei gemeinnützige Organisationen haben derzeit Kleidersammlungen angezeigt, sagt die Stadt auf Anfrage. Blicker GmbH zählt nicht dazu. Das Unternehmen erweckt durch eine Erläuterung, was es mit den eingeworfenen Kleidern macht, den Eindruck von Seriosität: Klamotten endeten als „Schnäppchen im Second- Hand-Markt“ oder als „Dachpappe“. Auch helfe es mit, Arbeitsplätze ohne Kosten für die Bürger zu schaffen. ek



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