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AfD-Vorstand rügt Poggenburg wegen rechter Äußerungen

André Poggenburg fällt durch seine nationalistischen Entgleisungen immer wieder auf. Foto: Peter Gercke

André Poggenburg fällt durch seine nationalistischen Entgleisungen immer wieder auf. Foto: Peter Gercke

Die AfD-Spitze hat den Fraktionschef der Partei im sachsen-anhaltischen Landtag, André Poggenburg, wegen nationalistischer Entgleisungen abgemahnt. Die Rüge, die der Bundesvorstand am Montag in einer Telefonkonferenz aussprach, hat für Poggenburg allerdings zunächst keine praktischen Konsequenzen.

Der Fraktionsvorsitzende hatte sich in einer internen Chat-Gruppe der AfD Sachsen-Anhalt nach dem Bedarf «über eine Weiterbildung in Sachen «Erweiterung der Außengrenzen»» erkundigt. Außerdem habe er «in Imitation eines NPD-Slogans: «Deutschland den Deutschen»» geschrieben, kritisierte die Parteispitze. Der Vorstand erklärte, Poggenburg hätte einschreiten müssen, als in dem Chat von einer «Machtergreifung» und dem «Sieben» von Journalisten die Rede gewesen sei. Der Beschluss sei einstimmig gefallen, hieß es. Poggenburg selbst enthielt sich der Stimme. Er sagte, die Rüge sei «rechtlich nicht gerechtfertigt». Er habe den Ausspruch nicht wie die NPD verwendet und stehe daher weiterhin dazu.

Den Antrag auf Abmahnung hatten die beiden Spitzenkandidaten der Partei für die Bundestagswahl, Alice Weidel und Alexander Gauland, gestellt. In ihrer Begründung heißt es, die Äußerungen Poggenburgs hätten das öffentliche Ansehen der AfD «im Wahljahr massiv beschädigt». Insbesondere die von Poggenburg vorgetragene «Erweiterung der Außengrenzen» sei mit der AfD-Programmatik unvereinbar und «rückt die Partei in die Nähe des Rechtsradikalismus».

Weidel sagte, die AfD verstehe sich als eine «Partei des politischen Realismus», die Probleme lösen wolle. Sie warnte: «Stumpfe Sprüche helfen dabei nicht und schaden der Partei. Wer das nicht versteht, hat in der AfD nichts zu suchen.»

Poggenburg gehört dem AfD-Bundesvorstand als Beisitzer an. Der Chat-Verlauf war in der vergangenen Woche von einer linken Internetseite veröffentlicht worden. Parteichefin Frauke Petry hatte Weidel und Gauland in der «Welt am Sonntag» aufgefordert, «abseitigen Positionen» wie denen von Poggenburg «Grenzen zu setzen». An der Telefonkonferenz nahm sie nicht teil, weil sie am Montagmorgen auf dem Weg zu einem Treffen der Fraktionsvorsitzenden in Mainz war. Dort sie die Partei zu mehr Disziplin auf. Petry sagte: «Es ist kein Geheimnis, dass viele unserer potenziellen Wähler in den letzten Monaten tendenziell zur FDP und CDU abgewandert sind.» Die AfD dürfe sich nicht «nicht von einigen wenigen Stimmen dominieren lassen».

Poggenburg und der Thüringer Fraktionsvorsitzende Björn Höcke waren in Mainz nicht anwesend. Sie sind die bekanntesten Vertreter des rechtsnationalen Flügels der Partei. Gegen Höcke läuft ein Parteiausschlussverfahren, das der Bundesvorstand mit vier Gegenstimmen beschlossen hatte. Anlass dafür war seine Dresdner Rede vom Januar. Darin hatte er eine «erinnerungspolitische Wende um 180 Grad» gefordert.

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