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Bürgermeister Palmer: Grüne großzügig mit Querköpfen

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Bündnis 90/Die Grünen) stellt sein Buch «Wir können nicht allen helfen» zu Flüchtlingszuzug und Integration vor. Foto: Kay Nietfeld

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Bündnis 90/Die Grünen) stellt sein Buch «Wir können nicht allen helfen» zu Flüchtlingszuzug und Integration vor. Foto: Kay Nietfeld

«Ich weiß nicht, ob alle Parteien tatsächlich so großzügig sind, also auch beim Beschimpfen, aber letztlich im Aushalten von solchen Widersprüchen und Querköpfen», sagte er heute in Berlin. Er stellte dort sein Buch «Wir können nicht allen helfen» zur Flüchtlingspolitik vor. «Ich habe überhaupt keinen Anlass darüber nachzudenken, mein Parteibuch zurückzugeben - jedenfalls nicht, solange die ökologische Frage ungelöst ist», ergänzte der 45-Jährige.

Palmers Buch über Zuwanderung und Integration präsentierte Julia Klöckner, die Vorsitzende der CDU in Rheinland-Pfalz, die ähnlich wie Palmer mit kontroversen Äußerungen zur Flüchtlingspolitik für Aufsehen gesorgt hat - unter anderem mit Kritik am Kurs von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Flüchtlingskrise 2015. Als schwarz-grünes Signal wollten die beiden den Termin lieber nicht verstanden wissen. Palmer - in grünem Hemd und schwarzem Anzug - nannte es allerdings einen «strategischen Fehler», dass die Grünen 2013 nicht mit der Union koaliert hätten.

Vor allem aus dem linken Parteiflügel wird der Schwabe immer wieder heftig angegriffen, im Netz oder kürzlich beim Parteitag in Berlin. Er bekomme auch Zuspruch, versicherte er in Berlin - aber meist nicht öffentlich. Es ärgere ihn vor allem, wenn «dem Argument ausgewichen und dafür die Person ins Visier genommen» werde.

Über seine vielen und spontanen Botschaften auf Facebook sagte Palmer, bei 60 000 Beiträgen in sechs Jahren seien 500 dabei, die «Stress und Ärger machen, weil man nicht ganz zu Ende gedacht hat» - das liege «in der Natur der Sache». Wenn alles von Pressesprechern geprüft und gedrechselt werde, sinke die Leserzahl auf Null. «Und dann kann man es ja auch lassen.»

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