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Bundespräsidentenwahl mit vielen Promis

Die Schauspielerin Mariele Millowitsch, die Komikerin Carolin Kebekus und Drag Queen Olivia Jones sind bei der Wahl des Bundespräsidenten dabei. Foto: Henning Kaiser

Die Schauspielerin Mariele Millowitsch, die Komikerin Carolin Kebekus und Drag Queen Olivia Jones sind bei der Wahl des Bundespräsidenten dabei. Foto: Henning Kaiser

Die Wahl des Bundespräsidenten ist keine normale politische Veranstaltung - teils gleicht sie einer Promi-Gala. Für viele Bundesländer kommen bekannte Vertreter aus Sport, Film und Musikgeschäft.

Wenn die Bundesversammlung am 12. Februar zusammenkommt, um Joachim Gaucks Nachfolger zu wählen, dürfen auch Musikstars wie Peter Maffay und Roland Kaiser ihre Stimme abgeben. An der Wahl nehmen alle 630 Abgeordneten des Bundestags teil und ebenso viele Delegierte aus den 16 Bundesländern, insgesamt also 1260 Menschen.

Maffay wurde von der SPD-Fraktion im Saarland nominiert: Er sei «mit seiner Stimme gegen rechte Hetze» auch eine Stimme für Vernunft. Aus Brandenburg will die SPD Schlagersängerin Katja Ebstein in die Bundesversammlung schicken. Auch die SPD in Mecklenburg-Vorpommern setzt auf Musik - und entsendet Schlagersänger Roland Kaiser. Stefanie Kloß, Sängerin der Band Silbermond («Himmel Auf»), soll für die sächsische SPD an der Wahl des Bundespräsidenten teilnehmen.

Die Kultur ist auch sonst breit vertreten: Für die Berliner Grünen-Fraktion kommt die Intendantin des Maxim-Gorki-Theaters, Shermin Langhoff. Die Linken-Fraktion der Hauptstadt schickt Autorin Anna Seidl. Die Sozialdemokraten aus Nordrhein-Westfalen entsenden die Schauspielerinnen Mariele Millowitsch und Renan Demirkan nach Berlin. Komikerin Carolin Kebekus ist Wahlfrau für die NRW-Grünen. Für Schleswig-Holstein kommt Schriftsteller Feridun Zaimoglu.

Für die Grünen in Niedersachsen ist Travestie-Künstlerin Olivia Jones dabei. «Es gab bislang Wahlmänner und Wahlfrauen und jetzt gibt es eben auch mal was dazwischen», erklärte die Drag Queen. «Für mich als Repräsentantin einer bunten Republik ist das eine große Ehre und für alle, die in diesen schwierigen Zeiten für Toleranz und Vielfalt kämpfen, ein kleiner Lichtblick.»

Auch Sportler schicken die Länder gern in die Bundesversammlung: Aus Bayern zum Beispiel kommt die zwölffache Paralympics-Siegerin Verena Bentele für die SPD. Ruder-Olympiasiegerin Julia Lier fährt für die CDU in Sachsen-Anhalt nach Berlin. Die Sozialdemokraten aus Brandenburg lassen Olympia-Sieger Sebastian Brendel (Kanute) für sich abstimmen.

Bayern setzt kaum auf Promis außerhalb des Politikbetriebs: Die Liste des Freistaats besteht mit wenigen Ausnahmen aus aktiven oder ehemaligen Politikern. Vielleicht sitzt der Schock von 2004 noch zu tief. Damals hatte die Hausherrin des Regensburger Fürstenschlosses, Gloria von Thurn und Taxis, die CSU blamiert: Sie war von den Konservativen nach Berlin geschickt worden, um Horst Köhler zu wählen - und gab ihre Stimme Herausforderin Gesine Schwan. Diesmal ist Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) aussichtsreichster Kandidat auf das höchste Amt im Land. Dem SPD-Vorschlag stimmte auch die Union zu.

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