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Gauck zieht Bilanz: «Man hat sich bemüht»

Bundespräsident Joachim Gauck Ende Januar während einer Veranstaltung im Deutschen Historischen Museum in Berlin. Foto: Rainer Jensen

Bundespräsident Joachim Gauck Ende Januar während einer Veranstaltung im Deutschen Historischen Museum in Berlin. Foto: Rainer Jensen

Ihm wäre es recht, wenn von seiner Amtszeit folgender Satz hängen bliebe: «Die Freiheit der Erwachsenen heißt Verantwortung», sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Für sich selbst bilanzierte Gauck: «Ich würde mir gerne bei Willy Brandt etwas abgucken: Man hat sich bemüht.»

Das Amt habe ihn auch Demut gelehrt. Gauck fügte hinzu: «Ein gesundes Selbstbewusstsein mit dem Wissen zu verbinden, nicht für alles politisch verantwortlich zu sein, gibt einem auch die Freiheit hier und da ein offenes Wort gelassen auszusprechen.»

Der Bundespräsident kündigte an, weiter in Berlin leben zu bleiben. Er solle «aber auch immer wieder Zeit in meiner Heimat, an der Ostsee verbringen», sagte Gauck. «Ich bin und bleibe tief in meinem Herzen ein Mecklenburger - egal wo ich lebe.»

Unterdessen stellen die Deutschen Gauck zum Ende seiner Amtszeit ein positives Zeugnis aus. Nach dem aktuellen ARD-Deutschlandtrend sind 81 Prozent der Befragten mit der Arbeit des Staatsoberhauptes zufrieden oder sehr zufrieden.

Das sind fünf Punkte mehr als im Mai 2016. Nur 14 Prozent äußerten sich weniger oder gar nicht zufrieden (minus 7). Andere Präsidenten wurden am Ende ihrer Amtszeit deutlich negativer beurteilt: Horst Köhler erreichte den Angaben zufolge im April 2010 nur 73 Prozent Zustimmung, Christian Wulff im Februar 2012 sogar nur 33 Prozent.

Gauck genießt insbesondere unter den Anhängern von Grünen, SPD und der Union großen Respekt. Von den Anhängern der Grünen sind 94 Prozent mit seiner Arbeit zufrieden, bei den SPD-Anhängern sind es 91 Prozent, bei den Unions-Anhängern 87 Prozent, wie die Umfrage von Infratest dimap ergab. Auch bei den Anhängern der Linken überwiegt mit 62 Prozent Zufriedenheit das positive Urteil. Allein die AfD-Anhänger äußerten sich mit 60 Prozent mehrheitlich kritisch zu seiner Arbeit.

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