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Polizei bestreitet Misshandlungsvorwurf nach Lkw-Anschlag

Eine Anzeigetafel mit der Aufschrift «In Trauer und Anteilnahme für die Opfer und alle Betroffenen.» am Anschlagsort in der Nähe der Gedächtniskirche in Berlin. Foto: Michael Kappeler

Eine Anzeigetafel mit der Aufschrift «In Trauer und Anteilnahme für die Opfer und alle Betroffenen.» am Anschlagsort in der Nähe der Gedächtniskirche in Berlin. Foto: Michael Kappeler

Die Berliner Polizei hat den Vorwurf zurückgewiesen, nach dem Weihnachtsmarkt-Anschlag einen festgenommenen Verdächtigen misshandelt zu haben. «Das hat nicht den Hauch von Substanz», sagte ein Polizeisprecher. «Der Mann ist definitiv von keinem Mitarbeiter misshandelt worden.»

Der Pakistaner war kurz nach dem Anschlag am 19. Dezember auf den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche festgenommen worden. Er kam aber schnell wieder frei. Der mutmaßliche Attentäter Anis Amri, dessen Fingerabdrücke im Führerhaus des Lkw gefunden wurden, starb später in Italien bei einem Schusswechsel mit Polizisten.

Die britische Zeitung «Guardian», die nach eigenen Angaben mit dem 24-Jährigen geredet hatte, berichtete über angebliche Schläge. Dem Berliner Polizeisprecher zufolge sprachen die Beamten nach der Veröffentlichung des Interviews mit dem Pakistaner. Der Mann habe betont, er sei weder geschlagen noch misshandelt worden. Zudem gebe es seit Tagen einen «sehr guten, wechselseitigen Kontakt». Die Polizei sehe sich durch die Vorwürfe in ihrer Arbeit diskreditiert: «Das tut uns richtig weh», sagte der Sprecher.

Dem «Guardian» zufolge wollte der Pakistaner mit dem Interview bekannter machen, dass er unschuldig sei. Demnach fürchte er in Deutschland um sein Leben. Zudem sei seine Familie in Pakistan von Sicherheitskräften kontaktiert worden. Es habe Drohanrufe gegeben.

Derweil läuft die Suche nach möglichen Hinternmännern und Mitwissern des Attentäters weiter. Der Tunesier Amri habe den bisherigen Ermittlungen zufolge keine Komplizen in Mailand und Umgebung gehabt, sagte der Polizeipräsident der Stadt, Antonio de Iesu. Es scheine «nur ein Zufall zu sein», dass der Lkw aus der Mailänder Umgebung kam und Amri in Sesto San Giovanni nahe der Großstadt erschossen wurde.

Von den zwölf Menschen, die bei dem Anschlag am 19. Dezember getötet wurden, wohnten zehn in Deutschland. Sieben lebten in Berlin, zwei in Brandenburg und einer in Nordrhein-Westfalen, wie das Bundeskriminalamt mitteilte. Ein weiteres Opfer lebte in Israel. Das zwölfte Todesopfer ist der polnische Lkw-Fahrer, der am Freitag in seiner Heimat bei Stettin beigesetzt wurde.

In Deutschland schwelt nach dem Anschlag die Debatte um politische Konsequenzen und um mögliche Fehler der Sicherheitsbehörden weiter. Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen verteidigte die Arbeit im Gemeinsamen Terrorismus-Abwehrzentrum (GTAZ). «Die pauschale Kritik, wie sie jetzt zum Teil öffentlich gegen die Sicherheitsbehörden oder gegen die Zusammenarbeit im GTAZ geäußert wird, halte ich für ungerechtfertigt», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. 2016 hätten Ermittler sieben islamistisch motivierte Terroranschläge vereitelt oder Anschlagspläne frühzeitig durchkreuzt.

Amri hatte über Monate als islamistischer «Gefährder» gegolten. Nach Informationen von «Süddeutscher Zeitung», NDR und WDR wurde im GTAZ in Berlin zwischen Februar und November 2016 mindestens sieben Mal über ihn gesprochen. Mindestens zwei Mal wurde demnach dort die Frage diskutiert, ob er einen konkreten Anschlag in Deutschland plane. Beide Male sei dies als unwahrscheinlich eingestuft worden.

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier regte Meldepflichten und Kontaktsperren für sogenannte Gefährder an. «Wenn man weiß, dass jemand in einem bestimmten Milieu verkehrt, dann kann ich ihm dies untersagen», sagte der CDU-Politiker der dpa. Wer dies nicht beachte, könne «festgesetzt» werden. Grundsätzlich mahnte Bouffier jedoch zur Besonnenheit und Sorgfalt in der Sicherheitsdebatte.

Guardian-Artikel

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