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Umfrage: Innere Einheit von Ost und West noch nicht erreicht

Da herrschte noch eitel Sonnenschein: Das Foto vom 11. November 1989 zeigt einen DDR-Grenzposten, der von Demonstranten eine Kanne Kaffee auf die Mauer vor dem Brandenburger Tor gereicht bekommt. Foto: Archiv

Da herrschte noch eitel Sonnenschein: Das Foto vom 11. November 1989 zeigt einen DDR-Grenzposten, der von Demonstranten eine Kanne Kaffee auf die Mauer vor dem Brandenburger Tor gereicht bekommt. Foto: Archiv

Das Zusammenwachsen der Deutschen in Ost und West kommt nach einer aktuellen Umfrage seit 2011 nur in Mini-Schritten voran. In der Befragung des Meinungsforschungsinstituts Forsa sagte nur jeder Zweite, die Menschen seien 27 Jahre nach der Einheit zu einem Volk zusammengewachsen.

Im September 2011 lag dieser Wert laut Umfrage bei 47 Prozent. Aktuell betonten 46 Prozent, das Trennende überwiege noch (2011: 50 Prozent). Vier Prozent antworteten mit «weiß nicht».

Zwischen dem 13. und 21. September wurden bundesweit 1037 Menschen befragt. Die Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur hatte die Umfrage in Auftrag gegeben.

Geschäftsführerin Anna Kaminsky sagte: «Die innere Einheit kommt nicht von heute auf morgen, aber sie kommt.» Seit 2003 sei der Trend zu beobachten, dass die Menschen zunehmend gesamtdeutsch denken. «Wir als Bundesstiftung werden diese Entwicklung weiterhin fördern.»

In den ostdeutschen Bundesländern ist der Anteil der Skeptiker mit 55 Prozent laut Befragung höher als in den westdeutschen Ländern (45 Prozent), sank gegenüber 2011 aber deutlich. Damals waren noch 67 Prozent der ostdeutschen Befragten der Meinung, dass das Trennende überwiege.

Deutliche Unterschiede der Ansichten gibt es auch zwischen Jung und Alt. Während insgesamt 65 Prozent der 14- bis 21-Jährigen bejahten, dass die Deutschen zu einem Volk zusammengewachsen sind, meinten dies in der Altersgruppe der über 60-Jährigen nur 40 Prozent.

Laut Umfrage sind 57 Prozent der Bundesbürger für eine weitere Aufarbeitung der SED-Diktatur. 37 Prozent halten das demnach nicht mehr für notwendig. Der Rest machte keine Angaben. Auffällig war, dass sich die Befragten mit Abitur und Studium am häufigsten für die weitere Aufarbeitung der Vergangenheit aussprachen (68 Prozent), bei Menschen mit Hauptschulabschluss waren es nur 40 Prozent.

Die Gruppe der 14- bis 21-Jährigen war am meisten dafür, sich nicht weiter mit der DDR-Vergangenheit auseinanderzusetzen (47 Prozent), während die Altersgruppe der 45- bis 59-Jährigen am stärksten für eine weitere Auseinandersetzung plädierte (59 Prozent).

Dass insbesondere die Jüngeren nur noch wenig Trennendes zwischen Ost und West empfänden, bezeichnete Geschäftsführerin Kaminsky als erfreulich, ebenso das Votum für die weitere Aufarbeitung der SED-Diktatur. Angesichts der aktuellen Gefährdungen von Demokratie weltweit sei dies ein positives Signal.

Stiftung

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