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Wende im Prozess um geplanten IS-Anschlag in Düsseldorf

Einer der Angeklagten verbirgt sein Gesicht im Düsseldorfer Landgericht vor den Fotografen. Foto: Marcel Kusch

Einer der Angeklagten verbirgt sein Gesicht im Düsseldorfer Landgericht vor den Fotografen. Foto: Marcel Kusch

Im Prozess um den geplanten Terroranschlag in der Düsseldorfer Altstadt prüft das Gericht die Freilassung von zwei der drei Angeklagten. Zuvor hatten deren Verteidiger entsprechende Anträge gestellt.

Es werde noch heute eine Entscheidung geben, sagte die Vorsitzende Richterin Barbara Havliza.

Die Bundesanwaltschaft trat den Anträgen entgegen. «Drei Stunden reichen nicht aus, um monatelanges konstantes Aussageverhalten zu erschüttern», sagte Staatsanwalt Tobias Engelstätter. Laut Anklage soll der Hauptangeklagte von der IS-Terrormiliz den Auftrag für ein Blutbad in der Düsseldorfer Altstadt erhalten haben.

Zuvor hatte der Hauptangeklagte und Kronzeuge Saleh A. hat seine beiden Mitangeklagten entlastet. Sie hätten mit dem Anschlagsplan nichts zu tun, sagte er vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht und nahm damit frühere Aussagen bei den Behörden zurück.

Sich selbst belastete Saleh A. aber erneut: Er habe sich dem IS angeschlossen und von seinem Schwager den Auftrag erhalten, einen Anschlag in Düsseldorf zu verüben. Die Leute, mit denen er dafür tatsächlich zusammenarbeiten sollte, habe er aber bis heute nicht kennengelernt.

Der Syrer Saleh A. hatte sich in Paris der Polizei gestellt und ein umfassendes Geständnis abgelegt. Dabei belastete er auch seine beiden Mitangeklagten schwer. Zur Begründung für seine Kehrtwende sagte er: Die französische Polizei habe ihm versprochen, seine Frau und sein Kind nachzuholen und ihn freizulassen. Weil sich die Polizei daran nicht gehalten habe, habe er falsche Details ausgesagt. «Ich wollte der Lüge der Polizei eine Lüge entgegensetzen», sagte er vor Gericht.

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