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Bitcoin: so sicher wie Gold?

Bitcoins existieren nur in der digitalen Welt, ihr Wert ist hingegen so real wie beim Gold. Bildquelle: Inked Pixels – 440860456 / Shutterstock.com

Bitcoins existieren nur in der digitalen Welt, ihr Wert ist hingegen so real wie beim Gold. Bildquelle: Inked Pixels – 440860456 / Shutterstock.com

Sie heißen Ethereum, Monero und natürlich Bitcoin. Mittlerweile gibt es ein ganzes Sammelsurium an sogenannter Kryptowährung, die ganz bequem über das Smartphone gegen Euro eingetauscht werden kann und mit der sich online munter drauflos shoppen lässt.

Die sogenannte Kryptowährung ist derzeit in aller Munde und löst unter erklärten Finanzexperten wie auch unter Laien stürmische Diskussionen aus. Klar, denn zählt man alle Coins zusammen, käme man aktuell auf einen Wert von kolportierten 100 Milliarden US-Dollar. Hier von einer bloßen Randerscheinung zu sprechen, würde der Sache gewiss nicht gerecht.

Allein in Deutschland haben mittlerweile 5 Mio. Menschen eine sogenannte Bitcoin-Wallet auf ihrem Smartphone installiert. Die Vorteile liegen auf der Hand: Bei der Online-Zahlung ist keine Bank, kein Staat beteiligt. Es fallen somit auch keine Bankgebühren bei Überweisungen an, keine Verwaltungskosten, und es gibt keinen Geldwertverlust bei Zahlungen im Ausland. 

Die Basis der digitalen Währung bilden übrigens Verschlüsselungen. Dies soll Transaktionen, Teilnehmern und auch den Wallets mehr Sicherheit verleihen. Zudem erklären viele, dass vor allem der Bitcoin wertstabil sei und sich somit als Alternative zu Gold anbietet. Aber stimmt das so?

Kryptowährungen sind keine sicheren Geldanlagen

An Bitcoins oder irgendeine andere Kryptowährung zu gelangen ist sehr einfach. Entweder werden Coins über eine der bereits erwähnten Wallets bezogen oder man wird selbst zum Goldgräber, wenn auch nur im übertragenem Sinne.

Um nämlich eine neue Währungseinheit zu erschaffen, muss zum „Mining“ gegriffen werden, ein Begriff, der analog zum Edelmetall Gold das „Schürfen“ einer Kryptowährungseinheit meint. Dieser Prozess wiederum ist sehr kompliziert, verbraucht jede Menge Strom, benötigt entsprechende Hardware und bleibt darum Profis überlassen. Deswegen tauschen viele Menschen die gewünschte digitale Währung gegen „herkömmliches“ Geld ein; das ist besonders unkompliziert und anders als bei Gold benötigt der Währungshandel keinen guten Forex-Broker aus dem Internet.

Klingt also ganz so, als hätte Kryptowährung gegenüber Gold tatsächlich Vorteile vorzuweisen. Dennoch wäre es falsch, bei Bitcoins und Co. von einer sicheren Geldanlage zu sprechen, was beim Gold eindeutig der Fall ist. Dies hat folgende Gründe:

! Kryptowährungen schwanken wie jede andere Währung ebenfalls in ihrem Wechselkurs. Als im Jahr 2015 Hacker einen Angriff auf eine Bitcoin-Plattform starteten, ergaunerten diese Bitcoins in Höhe eines zweistelligen Millionenbetrags. Darauf ist der Wert um fast 20 Prozent eingebrochen.

! Eine rechtliche Absicherung für den Fall, dass durch technische oder andere Lücken der digitale Währungsmarkt zum Einsturz gebracht wird, gibt es nicht. Die staatliche bzw. institutionelle Unabhängigkeit der Kryptowährung gereift in solchen Fällen zum Nachteil.

! Auch wenn es für viele Experten unwahrscheinlich scheint: Im Falle eines IT-Blackouts käme es zu einem totalen Währungsverlust. Allein die theoretische Möglichkeit macht Kryptowährungen zu einem nicht hinnehmbaren Risiko.

Ganz anders sieht dies beim Gold aus. Zwar gilt auch für Kryptowährungen, dass sie weitestgehend unabhängig vom globalen Finanzsystem gehandelt werden, zu bemessen, ob eine Währungseinheit aber tatsächlich mit 10, 100 oder gar 10.000 Dollar fair bewertet wird oder nicht, ist kaum möglich, weil sich makroökonomische Fundamentaldaten wie Wachstums- oder Zinsunterschiede nicht heranziehen lassen. 

Und gerade deswegen warnen viele Experten vor einer möglichen Spekulationsblase, die schon bald platzen könnte. Carl-Ludwig-Thiele, Vorstandmitglied der Bundesbank, behauptet gar, beim Bitcoin handle es sich gar nicht um eine Währung, vielmehr um ein nicht kalkulierbares Investitionsrisiko: 

„Der Bitcoin ist mittlerweile auch ein Spekulationsobjekt, dessen Wert sich rapide verändert. Zuletzt ging es steil nach oben, aber das sah schon anders aus.“

Bitcoin schon mehr wert als Gold

Es war gewissermaßen ein historischer Moment, als am 02. März dieses Jahres der Bitcoin drei Prozentpunkte in die Höhe schoss und damit erstmalig in der Geschichte mehr Wert war als die Feinunze Gold.

Mit einem Wert von 1.269 Dollar erreichte der Bitcoin ein neues Rekordhoch. Heute, im Juni, liegt der Wert bereits bei 2.621 Dollar. Zwar warnen Experten davor, Coins und Gold in Relation zu setzen, für den einfachen Sparer und Investor zählen vorerst aber bloß nackte Zahlen.

Zudem suchen immer mehr Menschen nach Möglichkeiten, ihr hart erspartes Geld sicher vor Inflation und anderen unvorhergesehenen und unerwünschten Krisen sicher zu verwahren. Und da Gold seinen Wert zwar seit Jahrzehnten relativ beständig hält, aber kaum Rendite verspricht, entscheiden sich viele Menschen derzeit lieber für die digitalen Münzen.

Video: Kein Edelmetall ist so emotional aufgeladen wie Gold. Dies wird sich auch mit dem Siegeszug des Bitcoins nicht ändern.

Zudem bezieht die Kryptowährung seinen Wert insbesondere aus dem Vertrauen des Konsumenten, daraus also, dass es jederzeit möglich ist, Coins gegen eine Ware einzutauschen. So wie es auch bei Gold der Fall ist. 

Obendrein kann die Währungsmenge nicht beliebig erhöht werden. Auch hier gibt es Parallelen zum Gold. Die maximale Anzahl an Bitcoins wird auf 21 Millionen beziffert. Knapp mehr als 16 Millionen sollen sich schon im Umlauf befinden. Und auch Gold kann im Vergleich zum Papiergeld nicht einfach vermehrt werden. Golderz muss geschürft werden und ist nur in begrenzter Stückzahl als Rohstoff vorhanden.

Viele reden auch deswegen schon von einer neuen Ära der Geldgeschichte. In den USA wurde der erste Bitcoin-Fond jedoch von der US-Börsenaufsicht SEC abgelehnt. Trotzdem wird spekuliert, ob womöglich schon bald das Ende des Papiergeldes eingeläutet werden könnte. Forscher entgegnen, dass Bargeld zumindest in den nächsten fünf bis zehn Jahren nicht abgelöst werde – und das schon gar nicht von einer Kryptowährung. Diese sei nämlich zu wertunbeständig und könne nicht zentral reguliert werden. Am Ende ist halt nicht alles Gold, was glänzt.

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