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FC Bayern greift auf dem Transfermarkt an – oder doch nicht?

Ihre Zeit beim FC Bayern nähert sich dem Ende: Franck Ribery und Arjen Robben befinden sich bereits im Herbst ihrer Spielerkarriere. Bildquelle: Cosminlftode – 597100961 / Shutterstock.com

Ihre Zeit beim FC Bayern nähert sich dem Ende: Franck Ribery und Arjen Robben befinden sich bereits im Herbst ihrer Spielerkarriere. Bildquelle: Cosminlftode – 597100961 / Shutterstock.com

Die Fußballsaison ist zu Ende, der Transfermarkt kommt ins Rollen. Erst einige wenige Wochen ist es her, als in den nationalen europäischen Fußball-Ligen die Meister gekürt wurden, da wird bereits eifrig spekuliert, wer in der kommenden Sommer-Transferperiode vom 01. Juli bis zum 31. August den Verein wechseln wird.

Dieses Mal ganz vorne unter den Akteuren dabei: der FC Bayern München. Wie von allen Buchmachern vorausgesagt, wurde der FCB zum fünften Mal in Folge Deutscher Meister und stellte damit einen neuen nationalen Rekord auf, mit dem überraschenden Halbfinal-Aus im DFB-Pokal und dem – wenn auch unglücklichen – Scheitern in der Champions League, konnte man die Saison aber dennoch nicht wie gewünscht abschließen.

Klar also, dass die Verantwortlichen in München zum Rundumschlag ausholen wollen und, wie FCB-Präsident Uli Hoeneß lautstark verkündete, „Granaten“ zum erfolgreichsten deutschen Verein an die Isar holen möchten. Doch wer soll kommen? Oder anders gefragt: Wer ist bezahlbar?

Bayern kapitulieren vor Transferpreisen

Das Problem dabei: Zwar ist das schon fast berühmte Festgeldkonto der Bayern prall gefüllt – 400 Millionen Euro sollen verbucht sein –, allerdings sind die Bayern auch bekannt dafür, „nicht jeden Quatsch mitmachen“ zu wollen, wie Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge jüngst in einem Interview betonte.

Damit dürfte sich der Bayern-Verantwortliche wohl hauptsächlich auf die aktuellen Preistrends auf dem Transfermarkt beziehen. Denn möchten die Bayern eine der derzeit verfügbaren „Granaten“ holen, dürfte der deutsche Klub deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen als in der Vergangenheit.

Dies zeigt das Beispiel Marco Verratti, der als Wunschspieler der Bayern gilt, um die Lücke im Mittelfeld der Bayern nach dem Rücktritt von Xabi Alonso zu füllen. Die Rekordsumme von 55 Millionen Euro sollen die Bayern Verrattis Klub Paris St. Germain geboten haben. Für die Franzosen war dies viel zu wenig. Erst ab einer Summe von 100 Millionen Euro sei man wohl gesprächsbereit gewesen.

 

Spieler Abgebender Verein Aufnehmender Verein Ablösesumme
Kevin de Bruyne VfL Wolfsburg Manchester City 74 Mio. €
Leroy Sané FC Schalke 04 Manchester City 50 Mio. €
Granit Xhaka Borussia Mönchengladbach FC Arsenal London 45 Mio. €
Julian Draxler FC Schalke 04 VfL Wolfsburg 43 Mio. €
Henrikh Mkhityryan Borussia Dortmund Manchester United 42 Mio. €
Roberto Firmino TSG Hoffenheim FC Liverpool 41 Mio. €
Julian Draxler VfL Wolfsburg Paris St. Germain 40 Mio. €
Javi Martinez Athletic Bilbao FC Bayern München 40 Mio. €

Tabelle: Rekordtransfers der Bundesliga

Solch astronomische Summen ist man in München aber auch jetzt nicht bereit zu zahlen – auch nicht für einen Verratti. Bislang ist Javi Martinez Bayerns Rekordtransfer gewesen. 40 Millionen Euro zahlten die Bayern 2012 an Athletic Bilbao. Dieser frühere Bundesligarekord wurde kurze Zeit später aber durch den Rekorderlös um den ehemaligen Hoffenheimer Firmino (41 Millionen Euro) abgelöst, der zum FC Liverpool wechselte. Mittlerweile erscheinen solche Summen fast lächerlich.

TV-Millionen aus England treiben Transferpreise hoch

Mit Niklas Süle und Sebastian Rudy kommen zwei deutsche Spieler in der nächsten Saison zum FC Bayern. 20 Millionen Euro zahlten die Münchener für Süle, der mit 21 Jahren für die Zukunft der Bayern steht, aber bereits in der kommenden Saison als Ergänzung zum Innenverteidiger-Duo Boateng-Hummels fungieren soll, da beide diese Saison nicht frei von Verletzungen waren.

Das große Vorpreschen auf dem Transfermarkt bedeuten die beiden Wechsel jedoch nicht. Dabei ist ein Umbruch zwingend notwendig. Mit einem Durchschnittsalter von 27,9 Jahren stellen die Bayern bereits jetzt das älteste Team der Liga. Im Viertelfinalrückspiel gegen Real Madrid betrug das Durchschnittsalter der Startelf 30,3 Jahre – das älteste Team, das je für die Bayern in der Champions League auf dem Platz stand.

Mit Robben und Ribery steht gerade die so wichtige, aber auch sehr verletzungsanfällige Flügelzange der Bayern im Herbst ihrer Karriere. Es wird wahrscheinlich die letzte Saison der beiden Ausnahmekönner für die Bayern sein. Für das Topniveau, so zeigte die letzte Saison, reicht es wohl nicht mehr. Hier besteht wahrscheinlich der größte Handlungsbedarf, zumal Costa und Coman letzte Saison nicht zu überzeugen wussten.

Hier besteht Handlungsbedarf bei den Bayern

- Tor: Mit Manuel Neuer steht bei den Bayern der aktuell beste Torhüter der Welt zwischen den Pfosten. Dahinter positioniert sich mit Sven Ulreich ein erfahrener und guter Torhüter, der jüngst zwar Wechselabsichten andeutete, seinen Vertrag aber bis 2018 erfüllen muss. Auf dieser Position muss also vorerst nicht nachgebessert werden.

- Abwehr: Mit Niklas Süle hat sich der Rekordmeister eines der vielversprechendsten deutschen Abwehrtalente geschnappt. Zudem gilt das Duo Boateng-Hummels als womöglich beste Innenverteidigung der Welt. Auf den Außenverteidigerpositionen ist zumindest Links mit David Alaba und Juan Bernat das Personal gesichert. Rechts klafft nach dem Karriereende von Lahm eine große Lücke. Hier bieten sich mit Rafinha und Kimmich Erfahrung und Talent an. Zudem kann auch Sebastian Rudy diese Position bekleiden. Hier besteht vorerst kein Handlungsbedarf.

- Mittelfeld – Flügelspieler: Die große Baustelle des Teams. Zwar bleiben den Bayern Ribery und Robben noch ein Jahr erhalten, die verletzungsanfälligen Weltklassespieler müssen ihrem Alter aber zunehmend Tribut zollen. Eine Lösung könnte sich mit Coman im eigenen Team anbieten. Zwar zogen die Bayern die Kaufoption und überwiesen die fälligen 21 Millionen Euro an Juventus Turin, ob Coman aber bereits in der kommenden Saison gerade in der Champions League den Unterschied ausmachen kann, ist fraglich. Gleiches gilt wohl auch für den kürzlich verpflichteten Serge Gnabry, der seine Ausstiegsklausel beanspruchte und für 8 Millionen Euro von Werder Bremen kommt. Doch weil vom 21-Jährigen 2018 ebenfalls noch keine Wunderdinge erwartet werden dürfen, spielen die Bayern mit dem Gedanken, Gnabry vorerst für ein Jahr zu verleihen. Ob man auf dem Flügel noch tätig wird, hängt deswegen wohl vom Verbleib und der Form Douglas Costas ab, der jedoch weg möchte.

-Mittelfeld – Zentrum: Nach dem Karriereende von Alonso wird im zentralen Mittelfeld händeringend nach fähigem Personal gesucht. Mit Thiago und Vidal stehen nur zwei zentrale Weltklasse-Mittelfeldspieler in den Diensten der Bayern – zu wenig für eine lange Saison mit drei Wettbewerben, zumal der hochgehandelte Renato Sanches vorerst wohl keine Rolle spielt. Verratti wird zudem wohl nicht kommen. Dafür fällt derzeit ein anderer Name immer häufiger: Corentin Tolisso. 35 Millionen Euro sind derzeit im Gespräch – für die Bayern durchaus machbar. Doch auch Chelsea bietet noch mit. Mit dem Spieler von Olympique Lyon sollen sich die Bayern bereits einig sein. Der 22-Jährige würde genau ins bayerische Raster passen: talentiert und jung, aber bereits erfahren. 47 Pflichtspiele absolvierte Tolisso vergangene Saison, erzielte dabei 14 Tore und 7 Assists.

- Sturm: Dass es an Robert Lewandowski kein Vorbeikommen gibt, ist klar. Dennoch wurde gerade in der letzten Saison im Hinspiel gegen Real Madrid deutlich, wie wichtig der Pole ist, als er ausnahmsweise ein Spiel verletzungsbedingt fehlte. Zwar steht mit Müller ein hochwertiger Ersatz bereit, doch dass Müller im Sturmzentrum nicht gut aufgehoben ist, wurde letzte Saison mehr als deutlich. Mit dem vielumworbenen Alexis Sanchez vom FC Arsenal kursiert vor allem ein Name als möglicher Neuzugang durch die Medien, doch das Wettbieten um den chilenischen Stürmer treibt den Preis derzeit in ungeahnte Höhen, in welche die Bayern nicht folgen möchten. Am wahrscheinlichsten ist es, dass die Bayern auch in der kommenden Saison auf das Duo Lewandowski-Müller setzen werden.

 

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