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Büffeln nach Feierabend

(2012-01-24 08:14:38)

Im Oktober startete der erste Jahrgang des berufsbegleitenden Maschinenbau-Studiums an der HTW. Dennis Hoen ist einer der Studenten, die sich nach Dienstschluss noch an den Schreibtisch setzen.

Von SZ-Redaktionsmitglied Anke Bauer


Das Pendeln zwischen Arbeitsplatz und Hörsaal ist eine Herausforderung Foto: dpa (Symbolbild)
Saarbrücken. Neben einer ganz normalen Arbeitswoche ein Studium zu absolvieren, ist hart. Das weiß auch Dennis Hoen. Der 30-Jährige arbeitet als Instandhalter bei Ford und büffelt nach der Arbeit für sein Maschinenbau- Studium an der Saarbrücker Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW). Seit Oktober vergangenen Jahres sitzen er und 19 andere Studenten als erster Jahrgang berufsbegleitend zweimal die Woche im Hochschul-Hörsaal. Alle haben eine Ausbildung zum Industriemechaniker absolviert und anschließend mit der vierjährigen, ebenfalls berufsbegleitenden Qualifizierung zum staatlich anerkannten Techniker die Fachhochschulreife erworben. Das Lern-Pensum ist ordentlich: Es gilt, denselben Stoff zu lernen, den andere in Vollzeit studieren.

Dass das berufsbegleitende Studium kein Spaziergang werden würde, war Hoen klar. „Es ist für mich wie ein zweiter Vollzeitjob“, sagt er. Nach der Frühschicht bei Ford setzt sich der gelernte Industriemechaniker jeden Tag bis zu vier Stunden an die Bücher, Freitagabend und Samstagvormittag fährt er an die HTW zu den Vorlesungen. „Ich musste meinen Alltag umstellen“, berichtet er. „Die Geschwindigkeit des Studiums ist hoch, aber mit Ehrgeiz und viel Leistungsbereitschaft ist es zu schaffen“, findet der künftige Maschinenbau-Ingenieur.

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Insgesamt läuft das Bachelor- Studium acht Semester, durch ihre Ausbildungen werden den Studenten aber zwei Semester angerechnet. Dennis Hoen sieht das Studium als eine Investition in seine berufliche Zukunft. „Der Abschluss ist das Maximum, das ich aus meinem Beruf rausholen kann“, berichtet er. Nicht nur sein Arbeitgeber zeigte sich kooperativ und ermöglichte ihm, aus einem Dreischichtsystem in die Frühschicht zu wechseln, damit er mittags Zeit zum Lernen hat. Auch mit den Professoren an der Hochschule klappe es prima, man zeige sich flexibel. So wurde etwa kurzerhand ein freiwilliger Zusatzunterricht in Mathematik eingerichtet, als klar wurde, dass bei vielen Nachholbedarf besteht. Dass manchmal sogar Kinder der Studenten in den Vorlesungen sitzen, sei auch kein Problem.

Ganz billig ist das berufsbegleitende Maschinenbau-Studium nicht. 1470 Euro müssen die Studenten pro Semester berappen, auf die Unterstützung des Betriebes kann man dabei nicht immer setzen. Hoen hofft, dass das Studium, das noch ein Pilotprojekt ist, sich künftig etabliert und von den saarländischen Arbeitgebern angenommen wird.

 

 
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