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Body Positivity: So kämpfen Frauen gegen den Schönheitswahn im Internet

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Plus-Size Models posieren am Marx-Engels-Forum in Berlin im Rahmen des Fotoprojekts "Bodylove" von Silvana Denker für ein realistisches Frauenbild. Foto: Jens Kalaene/dpa

Schluss mit thigh gap und Co.
Eine Lücke zwischen den Oberschenkeln, thigh gap genannt, herausstechende Hüftknochen und ein deutlich sichtbares Schlüsselbein. Absurde Schön- und Schlankheitstrends sind seit vielen Jahren in sozialen Netzwerken wie Instagram, Facebook, Twitter oder Pinterest gang und gäbe.

Body Positivity
Seit einiger Zeit erlebt die Internetwelt einen Umschwung. Body Positivity heißt der neue Trend, der besonders auf Instagram für Aufruhr sorgt. Bekannte Schönheits- und Modeblogger, Stars wie Beth Ditto und Tess Holliday, aber auch ganz normale Nutzer, erobern mit Slogans wie „Dareto-wear“ (Mut zum Tragen) das Internet - mit diesem Ziel: Die auf sozialen Netzwerken überzeichnete, oft irreführende Selbstdarstellung durch ein unbearbeitetes, realistisches Körperbild zu ersetzen.

Eine bekannte Body-Positivity-Aktivistin ist Megan Jayne Crabbe. Sie animiert auf ihrem Instagram-Kanal Männer und Frauen dazu, sich selbst zu akzeptieren und das von der Gesellschaft glorifizierte Idealbild des schlanken, makellosen Körpers in Frage zu stellen.

Und dabei geht es nicht nur um dick oder dünn. Es entwickelt sich eine grundsätzliche Tendenz zu mehr Natürlichkeit. Immer mehr Frauen wollen kleine Makel wie Augenringe und Hautunreinheiten nicht länger verstecken. So wurden bereits mehr als 14 Millionen Fotos mit dem Schlagwort „Nomakeup“ versehen, auf mehr als 120 000 Bildern haben Nutzer den Wochenbeginn als „Nomakeupmonday“ gefeiert.

Sogar die Prominenz zieht mit:
Weltstars wie Jennifer Lopez oder Miley Cyrus legen auf den sozialen Medien falsche Wimpern und Schminke ab und setzen sich für Natürlichkeit und Selbstliebe ein.

Kritik am Trend
Doch auch kritische Stimmen melden sich in den Kommentaren zu den Aktionen zu Wort. Viele Nutzer meinen, dass die Bewegung einen ungesunden – da fettsüchtigen – Lebensstil verfechte. Von Natur aus dünnen Frauen werde von den Aktivisten unterstellt, dass sie ihr Fitness- und Essverhalten der Männerwelt wegen veränderten.

Auch die Idee an sich wird diskutiert. So lobt die Geschlechterforscherin und feministische Aktivistin Franziska Schutzbach gegenüber dem Schweizer Fernsehsender SRF zwar die Bewegung gegen „Body shaming“, bemängelt jedoch die anhaltende Fixierung auf Äußerlichkeiten. Laut Schutzbach steht noch immer das Aussehen im Vordergrund, während die inneren Werte zu kurz kommen.

Mit Verwendung von SZ-Material (Melissa Leonhardt).

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