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Michael Beer (SZ)

Tierheim Niederlinxweiler kämpft um seine Existenz

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Der Hund ist ein treuer Freund des Menschen. Doch der Mensch ist nicht immer ganz so treu, mancher Vierbeiner landet im Tierheim. Das Tierheim Niederlinxweiler kämpft um seine Existenz. Symbolfoto: Rumpenhorst/dpa

Da nützt der treueste Hundeblick nichts: Der Tierschutzverein Neunkirchen und Umgebung hat vergangenes Jahr SOS gefunkt. Das Tierheim, das der Verein in Niederlinxweiler betreibt, für den Kreis St. Wendel und große Teile des Kreis Neunkirchen, stand auf der Kippe, genauso wie das Tierheim in Homburg.

Löcher in der Kasse von 40.000 Euro und mehr schienen hier wie da nicht mehr zu schließen. Und auch heute ist die Existenzfrage trotz positiver Signale nicht endgültig geklärt. Um eine solide Finanzierung ringen die Beteiligten, ihre Vorstellungen für eine auskömmliche Lösung liegen noch auseinander.

Die Einrichtungen sind wichtig. Nach dem Tierschutzgesetz müssen Städte und Gemeinden Haustiere, die auf ihrem Gebiet aufgegriffen werden, artgerecht unterbringen und versorgen. Das erledigen solche Häuser wie das in Niederlinxweiler. Aber sie stemmten ihre Arbeit in der Vergangenheit größtenteils über Spenden.

Mögliche Lösungen 

Die Landräte von St. Wendel, Homburg und Neunkirchen haben sich der Problematik angenommen – auch wenn die Kreise eigentlich nicht zuständig sind und die Arbeit der Tierfreunde lediglich mit einem freiwilligen Zuschuss unterstützen. Auf SZ-Anfrage sagt Neunkirchens Landrat Sören Meng: „Die Tierheime in St. Wendel und Homburg sind an die Landkreise herangetreten, um sie um finanzielle Unterstützung zu bitten.“

Die Kreise Neunkirchen, St. Wendel und der Saarpfalz suchten daraufhin das Gespräch mit ihren Städten und Gemeinden (immerhin 22), berichtet der Landrat weiter, wobei sie sich über einen finanziellen Beitrag einigten. Meng: „Der Landkreis Neunkirchen hatte bei diesen Verhandlungen die Federführung für einen möglichen Konsortialvertrag übernommen.

Die mögliche Förderung, die bereits in einigen Kommunen durch die Räte beschlossen wurde, sieht eine Defizitfinanzierung/-abdeckung vor.“ Konsortialvertrag, diese Lösung geht auf den Landestierschutzbeauftragten Dr. Hans-Friedrich Willimzik zurück. Für das Tierheim Dillingen gibt es ein solches Konstrukt schon: Der finanzielle Jahresbedarf wird auf die Personenzahl in den beteiligten Kommunen umgerechnet.

Für kleine Kommunen wie Merchweiler oder Namborn hat der Vorsitzende des Neunkircher Tierschutzvereins, Dirk Walter, berechnet, bedeute dies Kosten von einigen Tausend Euro. Wie viel Cent pro Einwohner gezahlt werden, da sind sich beide Seiten in der aktuellen Diskussion aber noch uneins.

Landrat Meng drückt sich diplomatisch aus: „Ob es zum Abschluss einer Vereinbarung mit den betroffenen Tierheimen kommt, ist derzeit noch offen, da die Vorstellungen der Tierheime von dem Angebot der Kommunen und Kreise differieren.“ Er betont, auch wenn die Kommunen für die Unterbringung der Fundtiere verantwortlich seien, hätten sich die drei Landkreise bereit erklärt, selbst je 10.000 Euro zur Unterstützung des Tierschutzes zu leisten: „Dieser Zuschuss wurde bereits durch die jeweiligen Kreistage beschlossen.“

Weniger diplomatisch hat sich Saarpfalz-Landrat Theophil Gallo gegenüber der Zeitung „Die Rheinpfalz“ ausgedrückt. Dort heißt es, Gallo sei frustriert, weil die Tierschutzvereine ein Gespräch über den Vertragsentwurf platzen ließen. Demnach bietet die kommunale Seite 30 Cent pro Einwohner und Jahr, die Trägervereine wollten aber 90 Cent.

Probleme mit dem Vertragsentwurf

Vereinschef Walter erläutert, der Vertragsentwurf habe verschiedene Tücken. Er sei ohne Zutun der Tierheime entstanden und könne in der aktuellen Form nicht angenommen werden. Unter anderem solle das Defizit erst im Folgejahr ausgeglichen werden.

„Was hilft es einem Verdurstenden, wenn er eine Gießkanne Wasser für einige Tage später versprochen bekommt“, fragt Walter. Kommende Woche soll es einen weiteren Gesprächstermin geben. Wenn der Vertrag scheitert, so Walter, werde der Verein wohl keine Fundtiere mehr annehmen können.

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