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SZ (Frank Kohler)

Tod eines Schweinchens empört die Jäger

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Der Kreisjägermeister kritisiert den Schützen scharf. Er will ihn aus Verband ausschließen lassen. Und der Mann soll den Jagdschein verlieren. Symbolfoto: dpa

Dann zeigt er auf dem Computerbildschirm in seinem Büro an der Kaiserstraße, wie er das Geschehen auf dem Wintringer Hof einschätzt. Er lässt dem Bild eines Wildschweins ein Foto des erschossenen zahmen Hängebauchschweins folgen.

„Da ist eine Verwechslung ausgeschlossen. Also muss jeder erkennen können, dass es sich nicht um ein Wildschwein handelt.“ Erst recht ein Jäger, der dem Tier fast gegenübersteht.

Dass der Mann aus Kleinblittersdorf das zutrauliche Schwein zudem auf Asphalt und in der Nähe einer fassungslosen Zeugin getötet hat, macht die Sache für Kausch nur noch schlimmer. „Er hat sich ja nicht einmal richtig bei der Frau erkundigt, was mit dem Tier los ist, sondern sofort geschossen.“ Für den Kreisjägermeister steht denn auch fest, dass dieser Jäger nicht Mitglied der Vereinigung der Jäger des Saarlandes (VJS) bleiben kann. „Ich habe ein Ausschlussverfahren gegen ihn beantragt.“

Diese Konsequenz zeichnete sich schon am 9. Februar ab, als Landesjägermeister Josef Schneider sich im Namen des Verbandes vom „Fehlverhalten“ des damals bereits namentlich bekannten VJS-Mitgliedes distanzierte. Am Ende des verbandseigenen Verfahrens könne der „Ausschluss aus unserer Vereinigung stehen“. Genau, wie Heiner Kausch es fordert – und es kommen dürfte. Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft Saarbrücken ein Verfahren eingeleitet, das auf den Ermittlungen der Polizeiinspektion Brebach basiert. Die Anklagebehörde prüft, ob es sich um einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz handelt.

Das Ordnungsamt des Regionalverbandes (RV) untersucht die Angelegenheit „in jagd- und waffenrechtlicher Hinsicht“, wie die RV-Pressestelle auf SZ-Anfrage mitteilte. „Schnitzels“ Besitzer fordern solche Konsequenzen ebenso wie der Kleinblittersdorfer Jagdpächter Michael Keßler. Er sagt: „Es ist eine Schande für unsere Jägerschaft. Dieser Fall muss bis ins Detail aufgeklärt werden.“

Solche Verfahren sind aber absolute Ausnahmefälle, wie Kausch betont und der Regionalverband bestätigt. Denn die für den Jagdschein vorgeschriebene zehnwöchige Ausbildung biete den Neuen alles, was sie für eine fachgerechte Jagd brauchen, sagt Kausch. Er zeigt auf den langen Lehrplan.

Mit der Prüfung gehe das lebenslange Dazulernen los. „Gute Jäger bilden sich ständig fort. Sie müssen über die Änderungen im Jagd- und Waffenrecht ebenso Bescheid wissen wie über die Folgen des Klimawandels für Wald und Wild. Die spüren wir hier längst.“ Rund 150 Saarländerinnen und Saarländer machen jährlich die Jägerprüfung. Vorfälle wie der auf dem Wintringer Hof seien dennoch selten. Dass aber unter den 3500 bis 4000 Jägern im Saarland auch das eine oder andere schwarze Schaf ist, lasse sich aber nicht ausschließen. Denn die Jäger seien ein Querschnitt der Bevölkerung. Mit einer Abweichung: Noch gebe es die meisten Jäger in der Generation „50 plus“. Aber die Zahl der Jüngeren wachse. Von ihnen – wie von den Älteren – erwartet Landesjägermeister Schneider, dass sie „erst schießen, wenn sie ein Stück Wild richtig erkannt haben“. In Bezug auf den Schützen vom Wintringer Hof sagt Josef Schneider: „Wenn dies hier nicht vorgelegen hat, können wir ihn in unseren Reihen nicht mehr dulden und hoffen, dass er von der Jagdbehörde keinen Jagdschein mehr erhält.“

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