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Saarland, Großrosseln, L 276, Ortsdurchfahrt von St. Nikolaus, Gefahr durch eine Ölspur. (12:30)

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Fabian Bosse

In Saarbrücken blitzt es nur noch halb so oft

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Foto: dpa.

Die Aufregung war zu Beginn groß. „Abzocke“, riefen die einen, „teurer Spaß“ die anderen, und wiederum andere sagten „falsch platziert“ und mehr davon. Die stationären Blitzer waren in der Autofahrer-Stadt ein langes Gesprächsthema.

Die Planer der Blitzer blieben von Anfang an gelassen: Man müsse einfach mal abwarten, wie sich die Zahlen entwickeln. Erst nach ein paar Monaten könne man sehen, ob die Berechnungen und Erfahrungswerte aus anderen Kommunen mit stationären Blitzern auch in Saarbrücken funktionieren.

So sagte Stadtsprecher Thomas Blug im Sommer 2016, dass die Geschwindigkeitsüberschreitungen nach der Inbetriebnahme der Anlagen schnell spürbar zurückgehen würden. Man rechne mit bis zu 90 Prozent weniger Verstößen im Laufe der Zeit. War das eine realistische Einschätzung?

Neue Zahlen belegen: Autofahrer sind vorsichtiger geworden
Als die ersten stationären Blitzer aufgestellt wurden, waren die Geschwindigkeitsüberschreitungen noch erschreckend hoch. Durchschnittlich 608-mal pro Tag lösten die Anlagen in der Egon-Reinert-Straße, in der Lebacher Landstraße, in der Metzer Straße und in der Talstraße aus. Innerhalb von sechs Wochen blitzte es 27.380-mal und kostete die Raser 318.974 Euro.

Nun gibt es neue Zahlen. Und die bestätigen, was die Stadt angekündigt hat: Die Zahlen gehen massiv zurück. Im Vergleich zu Zahlen vom Juni und Juli 2016 blitzt es nun nur noch halb so oft. Statt 608- nur noch 297-mal pro Tag. Der Vergleichbarkeit wegen wurden die neuen Blitzer in der Camphauser Straße und An der Heringsmühle nicht mit eingerechnet.

Stadt wählte Standorte wegen Verkehrssicherheit aus
Die Stadt hatte, als sie die Blitzer aufstellte, erklärt, dass bei der Auswahl der Standorte die Verkehrssicherheit der Maßstab war. Die Stadt hatte daher vor dem Aufstellen der stationären Blitzer 78 Straßen innerhalb des Stadtgebietes zusammen mit der Polizei untersucht.

Bei der Entscheidung für die Standorte hatte sich die Stadt unter anderem darauf konzentriert, wo viele Unfälle passieren und wo häufig zu schnell gefahren wird. „Wichtig war auch, ob an den Straßen Einrichtungen wie Kindergärten, Schulen oder Pflegeheime liegen“, sagte Bürgermeister Ralf Latz damals.

Die Stadt erwartet, dass die Einnahmen durch Geschwindigkeitsüberschreitungen die Kosten in jedem Fall decken. Bisher hat die Stadt mit allen Blitzern 2.415.735 Euro eingenommen, die Einnahmen werden aber von Monat zu Monat weniger.

Die Straßen werden also sicherer, wie es das Ziel der Stadt war. Trotzdem sind in nur sechs Straßen im Stadtgebiet 549 Autofahrer zu schnell. Zwar sind die Überschreitungen meistens gering, wenn man die Bußgelder vergleicht, aber die Konsequenzen bei Unfällen sind unweit höher.

Ein Rechenbeispiel aus der SZ vom 28. August 2007 
Wenn ein Auto mit 50 auf einen Menschen prallt, dann ist die Zerstörungskraft des Autos dreimal so groß wie die eines Autos, das 30 fährt. Wenn ein Auto in der Egon-Reinert-Straße 50 fährt und 15 Meter vor der Stoßstange ein Kind auf die Straße rennt, kann der Fahrer unmöglich rechtzeitig halten.

Das Auto prallt mit Tempo 47 auf das Kind – so hart, als würde das Kind aus zehn Metern Höhe auf die Straße stürzen. Wäre das Auto 30 gefahren, hätte ein durchschnittlicher Fahrer es zwei Meter vor dem Kind zum Stehen gebracht.

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