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Erich Schwarz

Saarländer Bernhard Henrich ist eine große Nummer in Hollywood

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Bernhard Henrich bei der Arbeit. Foto: Paul Zinken/dpa.

Ein „Werzbacher“ war für den Oscar, den wichtigsten Filmpreis der Welt, nominiert? Nein, das ist kein Witz! Bernhard Henrich ist ein „Werzbacher Bub“, den es nach Berlin zog.

Und dort hat er einen unglaublichen beruflichen Werdegang hingelegt, vom gelernten Schaufensterdekorateur bis zum „Set decorator“, wie das in der Sprache der Filmschaffenden heißt. Der Set decorator ist, vereinfacht gesagt, für die Ausstattung des Films mit Requisiten verantwortlich: „Ich trage konzeptionell mit Sorge dafür, dass die Vision von Szenenbild und Regie sich in der Einrichtung der Sets wiederfindet“, sagt Henrich. Dazu gehöre die Auswahl, Budgetierung und Platzierung aller Dekorationsgegenstände, die die zu erzählende Geschichte unterstützen.

Henrichs Wurzeln liegen im Saarland
1952 wurde Henrich in Niederwürzbach geboren, seine Wurzeln im Saarland hat er auch auf dem Roten Teppich in Los Angeles nicht verschwiegen. Henrich ist und bleibt im Herzen Saarländer: „Ich schwätze a noch wie e Werzbacher“, versichert er bei unserem Interview.

Dabei ist in Berlin zwar Hochdeutsch angesagt, meist ist die Arbeitssprache indes Englisch. Aber die Verbindung ins Saarland ist nie abgerissen: „Ich komme mindestens zwei Mal im Jahr nach Werzbach, erst vor Kurzem, in diesem Jahr, war ich da“, erzählt der berühmte Sohn des Dorfes.

Kontakt zu alten Freunden ist immer noch da
Seine Frau lebt mit ihm in Berlin, aber auch sie ist Saarländerin: „Meine Frau stammt aus Elm“, erzählt Henrich. Und in seiner Email-Adresse ist die Zahl „6675“ verankert, die frühere Postleitzahl von Niederwürzbach. Und diese frühere Postleitzahl ist zudem fester Bestandteil seiner Autonummer „B-H-6675“.

Er hat immer noch Kontakt zu seiner Würzbacher Verwandtschaft, aber auch zu den alten Kumpels Albrecht „Alle“ Noll oder Helmut Abel. „Ja, das war eine sehr spannende Zeit“, erinnert sich Henrich im Gespräch mit unserer Zeitung an den turbulenten letzten Monat.

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Bernhard Henrichs mit seiner Frau Marita. Foto: Mike Nelson/dpa.

Henrich sitzt jetzt in der Oscar-Academy
Denn neben der Oscar-Verleihung war der Spionagethriller „Bridge of Spies“ von Steven Spielberg, koproduziert von den Babelsberg-Studios, auch für den britischen Filmpreis „Bafta“ nominiert. Abgeholt von uniformierten Fahrern in schweren Limousinen, wohnten er und seine Frau in den besten und teuersten Hotels mit Champagner-Partys.

Bernhard Henrich hat die Zeit zusammen mit seiner Frau genossen. War es schmerzlich, am Ende doch leer, also ohne die Oscar-Trophäe ausgegangen zu sein? „Nein, überhaupt nicht. Ich hatte so eine tolle Zeit, und allein die Tatsache, dass man nominiert wurde, das ist doch alles super toll“, schwärmt Henrich.

Er ist nun auch in die Academy berufen, die die Oscars vergibt: „Das hat noch nie ein deutscher Set Decorator geschafft“, weiß Henrich. Für den gebürtigen Würzbacher ist es ein sehr großer persönlicher Erfolg, beruflich hat er indes schon alle Höhen erklommen: Er arbeitet mit namhaften internationalen Regisseuren und Schauspielern zusammen, da geht es nicht mehr viel höher.

Aber seine Verbundenheit zum Saarland bleibt. Kürzlich hat er einen Vortrag in der Saarland-Vertretung in Berlin gehalten, demnächst wird er einen ähnlichen Vortrag für die Landesmedienanstalt in Saarbrücken halten, wie er der Saarbrücker Zeitung abschließend berichtet.

Zum Thema:
Bernhard Henrich wurde 1952 in Niederwürzbach geboren. Nach dem Beruf des Schaufensterdekorateurs arbeitete Henrich für das Theater in Berlin, in den 1990er Jahren kam er dann zum Film. Sein Durchbruch kam mit Hans W. Geißendörfers Film „Der Zauberberg“. Insgesamt hat Henrich in 34 Filmen mitgearbeitet, darunter George Clooneys „Operation Walküre – Das Stauffenberg Attentat“ oder „Die Bourne Verschwörung“ mit Matt Damon. Aber auch bei anderen Werken wie etwa „Der große Bellheim“ oder „Die unendliche Geschichte“ wirkte Henrich mit.

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