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Mehr Tote bei Fahrradunfällen im Saarland - Brauchen wir die Helmpflicht?

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Helme sind bei vielen Radfahrer nicht gerade beliebt, schützen aber Leib und Leben. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa.

Fünf Menschen kamen im vergangenen Jahr im Saarland bei Verkehrsunfällen mit dem Fahrrad ums Leben. 103 Schwerverletzte und 458 Leichtverletzte zählte die Polizei des Saarlandes außerdem für 2016.

Gerade bei den Toten zeigt die Statistik einen Trend, der im Kontrast zur Entwicklung in Gesamtdeutschland steht: „Während bundesweit bei den getöteten Radfahrenden ein Rückgang von drei bis vier Prozent erwartet wird, hat sich die Gesamtzahl im Saarland mehr als verdoppelt“, so die Polizei. 2014 und 2015 gab es jeweils zwei tote Radfahrer im Saarland.

Nicht nur mit einem Helm kann man sich schützen
„Der Kopfschutz ist wichtig, er hat schon viel abgehalten“, erklärt Georg Himbert, Pressesprecher der saarländischen Polizei. Er verweist auch auf die richtige Kleidung. „Wir wissen aus Erfahrung, dass sehen und gesehen werden vieles verhindert“, sagt er. Dabei helfen Reflektoren und Signalfarben an Kleidung und Helm. Auch das Fahren mit Licht könne dazu beitragen, noch rechtzeitig vor einem Unfall erkannt zu werden.

Jan Messerschmidt vom Saarbrücker ADFC sieht das ähnlich, schränkt allerdings beim Thema Schutzhelm ein: „solange kein Zwang herrscht“. Er hebt die gesundheitlichen Aspekte des Fahrradfahrens an sich hervor. Bei einer generellen Helmpflicht, würden zu viele Menschen aufs Zweirad verzichten.

„Es ist besser die Leute zu überzeugen“, erklärt er. Allerdings hat er schon am eigenen Leib erfahren, dass ein solcher Helm vor schlimmen Folgen schützen kann: „Man fällt zwar nicht häufig auf den Kopf, doch wenn, kann es das Leben kosten.“

Laut Traumaregister der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie würden 60 Prozent der Unfälle mit dem Fahrrad Verletzungen an Armen und Beinen zur Folge haben. In etwa 25 Prozent der Fälle wäre der Kopf betroffen. Doch dann bestehe eine 70-Prozent-Chance, dass diese tödlich sind.

„Wenn schwere oder tödliche Verletzungen entstehen, dann meist am Kopf“, so Dr. Thomas Schlechtriemen, ärztlicher Leiter beim Rettungsdienst des Saarlandes. Er ist eher für eine Helmpflicht: „Bei der Gurtpflicht im Auto war es ähnlich. Appelle haben dort auch wenig genutzt.“

Mit Verwendung von SZ-Material (Dennis Langenstein).

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