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Saarland: Saarwellingen, Bahnhofstraße, Unfall, Verkehrsunfallaufnahme durch Polizei, Vollsperrung der Bahnhofstraße vom Einmündungsbereich Sonnenstraße bis Einmündungsbereich Lebacher Straße. (17:41)

Priorität: Sehr dringend

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Todesfahrer macht Technik für Unfall verantwortlich

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Bei dem Unfall nahe Überherrn starb eine 14-Jährige. Foto: Becker & Bredel.

Seit gestern steht der Mann vor Gericht, der mit seinem Auto am Abend des 7. August 2016 die 14-jährige Victoria überrollt hat. 

Das war passiert
Das Mädchen und zwei Freunde gingen an jenem Abend auf dem geplasterten Gehweg der Landstraße zwischen Überherrn und Berus. Auf der Straße waren drei junge Männer mit ihren zu Rennwagen umgebauten Autos unterwegs.

Als Victoria und ihre Freunde eine Pause machten, kam einer der Wagen mit etwa 90 Kilometern die Stunde angerast. Aber die scharfe Rechtskurve mit den drei Fußgängern „verträgt“ nach Feststellung eines Gutachters maximal Tempo 50/55.

Der Fahrer des auf 251 PS frisierten Opel Zafira verlor die Kontrolle, sein Auto überrollte die 14-Jährige und schleuderte einen 16-Jährigen durch die Luft. Die 14-Jährige war sofort tot. Der 16-Jährige wurde schwer verletzt. Der 19-Jährige Begleiter der beiden blieb äußerlich unverletzt. 

Das sagt der Angeklagte
Der Angeklagte betonte zum Prozessauftakt: „Ich bin kein Raser. Im öffentlichen Verkehr halte ich mich an die Regeln.“ Auch bei Berus habe er vor der Kurve langsam gemacht. Aber sein Antiblockiersystem (ABS) für die Bremsen habe versagt. Deshalb hätten die Räder blockiert, er habe die Kurve nicht ausfahren können und sei geradeaus: „Ich konnte nicht damit rechnen, dass die Technik versagt. Da kann ich nichts dafür.“ 

An dem Augustabend sei er außerdem „nicht voll geheizt“. Es sei dunkel gewesen, deshalb sei er „zart gefahren“. Vor der Rechtskurve sei er über die Mittellinie der Straße nach links, um die Kurve anzufahren. So wie es die Rennfahrer machen. Aber dann habe beim Bremsen das ABS versagt, obwohl es doch auf der Rennstrecke immer funktioniert habe. Sein Fazit: „Hätte das ABS funktioniert, wäre ich durch die Kurve gekommen. Dann wäre der Unfall nicht passiert.“ 

Das sagt die Staatsanwaltschaft
Die Staatsanwaltschaft sieht das anders. Ein Gutachter hat im Scheitelpunkt der Kurve eine Rest-Geschwindigkeit des Opel von mindestens 63 Kilometern pro Stunde errechnet. Das ist zu viel für diese Kurve. Sie war bei diesem Tempo nicht zu schaffen – egal ob mit oder ohne ABS. Demnach wäre also der Angeklagte schuld an dem Unfall.

Mit Verwendung von SZ-Material.

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