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Das Burger-Festival, das es nicht gibt - Mysteriöse Firma kündigt Phantom-Fest an

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Burger sind beliebt. Aber nicht jeder, der mit Burgern wirbt, will auch welche verkaufen. Foto: dpa FOTO: Daniel Karmann / picture alliance / dpa

Die Ankündigung ist in jeder Hinsicht vollmundig: „Seid dabei, wenn die besten Burger-Griller der Stadt ihre Meisterwerke präsentieren“, fordert eine „Street Food Crew“ die Freunde gebratenen Fleisches auf. Und macht den Saarländern die große Party besonders  schmackhaft: „Das erste Ziel unserer Deutschland-Tour ist Saarbrücken.“ In diesem Sommer sollte das große Burger-Fest in der Bahnhofstraße gefeiert werden.


 Dort, wo sie angekündigt wurde, auf der Internetplattform Facebook nämlich, ist es aber von einem Moment auf den nächsten verschoben worden. Von 28. Juni bis 1. Juli 2018 soll es nun stattfinden, das 1. Saarbrücker Burger-Festival. Am Werbetext haben die Veranstalter nichts verändert. Wobei: Ob es sich überhaupt um Veranstalter handelt, ist nicht klar. Die Saarbrücker Stadtverwaltung weiß weder etwas von einem Burgerfest in diesem, noch einem im nächsten Sommer. Und sie müsste es wissen, denn Veranstaltungen dieser Größenordnung müssen genehmigt werden. „Uns ist von diesen Veranstaltungen nichts bekannt. Und wir hätten sie zu diesem Zeitpunkt wegen der Sanierungsarbeiten in der Bahnhofstraße dort auch nicht genehmigen können“, sagt Stadtpressesprecher Thomas Blug.


Hat sich da also jemand einen Spaß gemacht. Wohl nicht. Ähnliche Phantomveranstaltungen werden für Düsseldorf, Münster, Bielefeld, Karlsruhe, Wien und Bremen beworben. Wie für Saarbrücken wird ein „1. Burger Festival“ angekündigt. Wie in Saarbrücken weiß vor Ort niemand etwas über eine solche große Veranstaltung.
Diejenigen, die diese sogenannte Fake-Veranstaltungen auf Facebook bewerben, haben ganz offensichtlich anderes im Sinn, als Burger zu verkaufen. Es geht wohl darum, dass die Facebooknutzer auf der Werbeseite anklicken, dass sie an der Veranstaltung teilnehmen. Sie geben damit dem, der die Veranstaltung bewirbt, über ihre auf Facebook hinterlegten Daten etwas über sich preis - unter anderem, dass sie an solchen Veranstaltungen, wenn sie denn real stattfinden würden, interessiert sind.


Journalisten der Zeitung „Der Westen“, die wegen einer Fake-Veranstalung in Esssen recherchiert haben, vermuten, dass man die Leute mit einem Burger-Festival auf eine Werbeseite lockt, um sie dann später mit Reklame  für ganz andere Produkte zu bombardieren. Ihre Teilnahme am Saarbrücker Burger-Festival haben zurzeit 3641 Menschen zugesagt. Weitere 18 478 haben sich „interessiert“ gezeigt. Ob der Betreiber der Werbeseiten, der sich „Street Food Crew“ nennt, Geld mit den Daten dieser Menschen macht oder ob da getestet werden soll, ob und wo solche Veranstaltungen ankommen, bleibt unklar. Die „Street Food Crew“, hinter der laut Impressum von deren Facebookseite ein Mann in Augsburg steht,  der dort aber nicht zu finden ist, ist für Fragen nämlich nicht erreichbar. Auf eine Anfrage hin gab es gestern lediglich Folgendes: „Vielen Dank für deine Nachricht. Wir versuchen so gut und so schnell wie möglich zu antworten.“ Das war es dann.

 

Mit Verwendung von SZ-Material (Autor: Martin Rolshausen)

 

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