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Das Saarland schwitzt: So kommen Mensch und Tier mit der Hitze klar

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Hammerhart: Jan Küntzer (oben) und sein Kollege Igar Wotchel erneuern unter der prallen Sonne den Gehweg am Saarbrücker Schillerplatz. Foto: Thomas Reinhardt

Wagentür auf. 37,5 Grad. Klimaanlage an. Puh. Der Schweiß läuft, die Kleider kleben. Der Kopf brutzelt in der Sonne wie das Steak in der Pfanne. Oder: wie das Lammkarree von Eric Dauphin. Nassgeschwitzt feilt der Koch aus St. Ingbert an der zugehörigen Pilzsoße. Steak mit Pommes wäre heute womöglich zu deftig. Leichte Kost ist gefragt. Vielleicht Fisch oder Salat? Ja, steht dieser Tage öfter auf dem Speiseplan.

Dauphin hantiert in der Restaurantküche der Alten Brauerei in St. Ingbert zwischen dampfenden Töpfen. Händewaschen? „Ein permanenter Reflex.“ Aber es gibt auch andere Auswege: „Wenn es mir zu heiß wird, gehe ich kurz in den Kühlraum.“ Und tatsächlich: Dort wo unter anderem Paprika und Milch lagern, beträgt der Temperaturunterschied zur Küche zwischen zehn und zwanzig Grad.

Doch nicht nur auf die Paprika ist der Koch heute neidisch: Auch die Gäste sitzen gemütlich kühl im rustikalen Speisesaal. Nur auf der Terrasse sei es, so Frau Isabelle, zeitweise „kaum auszuhalten“. Durstlöschen mit Wasser oder Wein? „Nur Wasser“, versichert sie. Die Oma habe stets gesagt, man solle das Andere den Männern überlassen. Doch der 54-Jährige steigt bei gutem Wetter lieber nüchtern aufs Rad. Die Hitze nimmt er gelassen: „Wenn’s warm ist, ist es eben warm.“

Auch die Tiere im Neunkircher Zoo scheinen mit den Temperaturen gut zurecht zu kommen. Vielleicht liegt es ja an der kalten Dusche? Es ist 13.20 Uhr. Kaum ein Besucher. Die Sonne knallt ins Gehege. Elefantin Kirsty braucht jetzt Abkühlung. „Elefantenbademeister“ Dirk Backes ist mit einem Eimer voller Äpfel, Karotten und Brot zur Stelle. Ohne Köder geht es nicht. Lässt sie sich noch einmal auf den Dampfstrahler ein? Mit Vergnügen. Könnte an der Hitze liegen. Nur eins würde sie nie tun: Gemeinsam mit Elefantendame Rani duschen. „Dafür verstehen die beiden sich zu schlecht“, sagt Zoo-Sprecher Christian Andres. Da sind die Erdmännchen deutlich entspannter. Sie suhlen sich im Sand oder liegen faul neben ihrer Höhle. Ja, was soll man denn auch sonst machen? Baden? Das tun jedenfalls die Schneeleoparden und Braunbären im eigenen Pool.

Doch nicht nur die Tiere zieht es bei über 30 Grad ins Wasser. Karoline Drescher und Samuel Iacopetta planschen in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal im Kirkeler Naturfreibad. Normalerweise geht das Paar gerne mal mit Freunden an den Bostalsee. Aber: „Hier ist es für uns sehr günstig und die Leute sind sehr angenehm“, sagt die 21-jährige Karoline. Das freie W-Lan ist da eher zweitrangig: „Ich hab hier nie mein Handy dabei.“ Ihr Freund Samuel nickt und schwärmt: „Es ist wie in Italien.“

Mittelmeerbräune, die hat auch der verantwortliche Bademeister Udo Schwartz. Seit 27 Jahren verfolgt er das Badegeschehen in Kirkel, seit zwei, drei Tagen ist wieder einiges los. „Man merkt schon den Anstieg“, sagt er und erzählt, dass heute erstmals jemand angerufen habe und gefragt habe: „Habt ihr noch Platz?“ Keine unberechtigte Frage. Am Mittwochmittag liegen schon etliche Badegäste mit Büchlein unterm Baum, mit Kind im Schwimmbecken. 10 000 Quadratmeter, die im Sommer schnell gefüllt sind. Obwohl hier laut Schwartz Anfang der 90er Jahre deutlich mehr Betrieb war. „Bis zu 5000 Leute waren es. Wenn es jetzt so 3500 sind, ist das schon viel.“ Einen Vorteil hat der Rückgang: mehr unbelegte Schattenplätze.

Von so etwas wie Schatten können Jan Küntzer und seine Arbeitskollegen nur träumen. Am Saarbrücker Schillerplatz erneuern sie am Mittag den Gehweg. Hammer, Schaufel, Beton. Die Sonne arbeitet mit, die Köpfe sind knallrot. Was ist an der Hitze das Schlimmste? „Die Hitze“, sagt Küntzer und lacht. Die Schicht der Bauarbeiter beginnt morgens um halb 7, endet am Nachmittag um 16. 30 Uhr. „Da freut man sich nur noch auf das Feierabendbier.“ Die anderen nicken. Immerhin hat es die Fünf-Mann-Truppe an diesem Freitag hinter sich. Dann wird mit Sicherheit Extrabier bestellt.

So ein Erfrischungsgetränk kann auch Fabrizio Da Ros am Nachmittag gut vertragen. Er ist müde. „Hier ist es wie im Backofen“, sagt der Italiener. Das Eiscafé Capri in der Saarbrücker Eisenbahnstraße bringt offensichtlich eine ganze Menge Arbeit mit sich. Um 4 Uhr morgens stehen er und sein Kollege Dario Da Ren auf. Die Sonne ist ihr Erfolgsgarant. Wenn sie sich zeigt, stehen die Menschen Schlange. Vanille-Eis sei nach wie vor der Renner, versichert Da Ren, der schon seit 30 Jahren die Kugeln in die Tüten füllt. Wenn das Wetter so bleibt, muss er sich keine Sorgen um sein Geschäft machen. Und die Kunden, glaubt man seinem Geschäftspartner, auch nicht um die Bikini-Maße: „Eis ist gut für die Figur!“

Mit Verwendung von SZ-Material (F. Abbas/red).

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