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L365 Nonnweiler Richtung Weiskirchen Zwischen Wadrill und Steinberg Gefahr durch Gegenstände auf der Fahrbahn (totes Tier) (10:44)

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Bekannte des Angeklagten verließen Unfallort ohne zu helfen

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Bei dem Unfall starb eine 14-Jährige. Foto: Becker & Bredel.

Wie wichtig sind Menschen und wie wichtig sind Autos? Diese Frage stellte sich gestern (3. Juli 2017) im Strafprozess gegen einen Saarländer wegen fahrlässiger Tötung.

Der 23-Jährige soll im August 2016 wegen überhöhter Geschwindigkeit auf der Landstraße zwischen Überherrn und Berus die Kontrolle über seinen zum Rennauto umgebauten Opel Zafira verloren und in eine Gruppe von drei Fußgängern gefahren sein. Ein 14 Jahre altes Mädchen wurde dabei getötet, ein 16-Jähriger schwer verletzt.

Ein 19-Jähriger konnte zur Seite springen und blieb äußerlich unverletzt. Er erlitt einen Schock, lief schreiend umher. Das schilderten nahezu alle Unfallbeteiligten vor dem Amtsgericht Saarlouis bereits am ersten Prozesstag.

Dies gilt auch für den Angeklagten – der einen technischen Defekt für den Unfall verantwortlich macht – und seine Beifahrerin. Beide stiegen demnach unverletzt aus dem Zafira aus. Dann kam ein Anwohner zur Unfallstelle, der Lärm und Schreie gehört hatte. Wenig später hielt eine Autofahrerin an und versuchte ebenfalls zu helfen.

Bekannte des Angeklagten berieten sich - und fuhren weiter
Aber diese Helfer waren nicht die ersten am Unfallort. Drei Männer Anfang 20 aus dem Bekanntenkreis des Angeklagten berichteten gestern, dass sie mit zwei ebenfalls zu Rennautos umgebauten Wagen wohl einige hundert Meter hinter dem Zafira gefahren seien. Man habe gemeinsam zu einem Aussichtspunkt gewollt. Dann hätten sie den Unfall in der Kurve gesehen und hinter der Stelle angehalten.

Der Beifahrer des einen Autos sei ausgestiegen und zur Beifahrerin des Angeklagten gegangen. Diese habe gesagt, der 23-Jährige habe gerade Passanten überfahren. Das habe der Beifahrer den Fahrern der beiden anderen Autos berichtet.

Diese hätten nach kurzer Beratung den Unfallort verlassen, hätten in Berus noch kurz auf ihren Beifahrer gewartet und seien dann ohne ihn nach Hause gefahren, als sie die ersten Sirenen hörten.

Warum? Antwort eines der Fahrer: Wenn man solche Autos fahre, dann höre man immer das Gleiche: dass man rase, ein Rennen gefahren sei. Deshalb sei es sinnvoll gewesen, die Autos wegzubringen. Der Prozess wird fortgesetzt.

Bisherige Artikel zum Thema:
08.08.2016: Mann fährt in Personengruppe: 14-Jährige bei Unfall in Berus tödlich verletzt
09.08.2016: Tödlicher Unfall bei Berus: Polizei geht Hinweisen auf illegales Autorennen nach
12.08.2016: Tödlicher Unfall in Berus: Verfahren wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet
19.06.2017: Nach tödlichem Unfall nahe Überherrn: Auftakt im Prozess gegen Raser
20.06.2017: Todesfahrer macht Technik für Unfall verantwortlich

Mit Verwendung von SZ-Material (Wolfang Ihl).

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