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Richter schickt ihn hinter Gitter: Hat dieser Arzt am Staden seine Frau getötet?

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Zivilbeamte führen den 61-Jährigen dem Haftrichter vor. Foto: Becker & Bredel

In seiner Praxis in Neunkirchen wird der 61 Jahre alte Internist Dr. S. vorerst keine Sprechstunde mehr abhalten können. Der Ermittlungsrichter am Saarbrücker Amtsgericht erließ gestern wegen Verdachts des Totschlags Haftbefehl gegen den Arzt - und schickte ihn wegen Fluchtgefahr in Untersuchungshaft.

Er steht im dringenden Verdacht, seine 51 Jahre alte Ehefrau in der gemeinsamen Wohnung am Saarbrücker Staden umgebracht zu haben. Nach Angaben von Pressestaatsanwalt Christoph Rebmann wird der Tatzeitraum vorläufig auf die drei Stunden von Samstag, 8. Juli, 22 Uhr, bis Sonntag, 9. Juli, 1 Uhr, eingegrenzt. Die Frau starb durch massive Gewalteinwirkung auf den Kehlkopf. Sie erstickte.

Angeblicher Sturz
Kurz vor drei Uhr am frühen Sonntagmorgen wurden über Notruf Polizei und Rettungsdienst in das Mehrfamilienhaus gerufen. Es war die Putzfrau des Ehepaares, die Alarm schlug und die Rettungskräfte in die zweite Etage des Anwesens schickte. Nach Informationen der SZ hatte der Internist die Frau telefonisch informiert, dass er seine Ehefrau leblos im Bett gefunden habe.

Auch eine Mitarbeiterin seiner Praxis soll er angerufen haben. Der Notarzt konnte der Frau nicht mehr helfen. Sie war bereits tot, wies mehrere Verletzungen auf. Der 61-Jährige konnte offenbar zunächst diese Verletzungen mit einem Sturz plausibel erklären. Die Polizei rief einen Rechtsmediziner an den Ort des Geschehens. Ein dringender Tatverdacht gegen den Ehemann, der 1,43 Promille Alkohol im Blut hatte, ergab sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

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Der Internist steigt gerade (mit Hilfe der Zivilbeamten) aus dem Auto aus. Foto: Becker & Bredel

Suizidgefahr
Wenige Stunden nach diesem Einsatz wurde die Polizei wieder an das Haus in Staden-Nähe gerufen. Gegenüber Bekannten hatte der Arzt, der als Jäger im Besitz mehrerer Waffen war, angekündigt, er werde sich erschießen. Da es den Einsatzkräften nicht gelang, Kontakt mit dem Internisten aufzunehmen, stürmte ein Spezialeinsatzkommando in der Nacht zum Montag um 1.40 Uhr die Wohnung im zweiten Obergeschoss.

Der 61-Jährige, der schlafend in seinem Bett lag, wurde überwältigt und dabei im Schulterbereich verletzt. Deshalb wurde er zur ärztlichen Versorgung ins Winterberg-Klinikum gebracht. Anschließend kam der Mann wegen akuter Suizidgefahr in die Sonnenbergkliniken. Dort wurde ihm dann am Montagabend seine Festnahme erklärt, da sich gegen ihn zwischenzeitlich ein dringender Tatverdacht wegen des gewaltsamen Todes seiner Frau ergeben hatte.

Der Tatverdacht
Oberstaatsanwalt Rebmann: „Der Tatverdacht ergibt sich aus „dem Ergebnis der bisherigen Ermittlungen, insbesondere aufgrund des Obduktionsergebnisses sowie des Spurenbildes am Tatort und der Auffinde-Situation der Leiche sowie aufgrund der Angaben des Notarztes“.

Wie es heißt, sollen etwa Blutspuren der Frau an der Kleidung des Arztes sichergestellt worden sein. Belastet wird der Mann offenbar auch dadurch, dass es keine Hinweise auf Dritte am Tatort gab und auch keine Einbruchsspuren an der Wohnungstür gefunden wurden.

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Eine weitere Aufnahme des Arztes mit den Zivilbeamten. Foto: Becker & Bredel

Derweil gibt es offenbar Hinweise aus dem Bekanntenkreis, dass das Paar seit längerem bereits schwerwiegende Eheprobleme gehabt haben soll.

Mit Verwendung von SZ-Material (Michael Jungmann).

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