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Kakerlaken sind im Saarbrücker Finanzamt unterwegs

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Das Finanzamt am Saarbrücker Stadtgraben muss voraussichtlich in den nächsten Jahren abgerissen oder kernsaniert werden. Foto: Becker&Bredel

Der Umzug
Im Finanzamt am Stadtgraben sollten ursprünglich schon vor eineinhalb Jahren die Abteilungen für Einkommens- und Lohnsteuer der Ämter aus dem Regionalverband zentralisiert werden. Doch der Umzug der Beamten aus den Finanzämtern in Sulzbach und Völklingen musste kurzfristig gestoppt werden. Ein Statiker zog die Notbremse.

Vor einigen Wochen machten dann Besoldungs- und Beihilfestelle Platz. Rund 110 Leute zogen aus, etwa 80 Mitarbeiter der Finanzämter sollen im Herbst einziehen. Bis dahin laufen notwendige Instandhaltungs- und Malerarbeiten. Das Besondere an der Immobilie: Ein Prüfstatiker muss die Belegung jedes einzelnen Büros abnehmen, er bestimmt, wo genau Schreibtisch und Aktenschrank stehen dürfen.

Aus rein technischer Betrachtung müsste die Tendenz allerdings eher in Richtung Abriss und Neubau statt Kernsanierung gehen. Über die Zukunft des Hauses ist aber noch nicht entschieden. Das Finanzministerium muss genau definieren, was die Hochbauabteilung planen und liefern soll. Dies bedeutet auch, dass Gutachten, etwa zur Haustechnik und zur Bausubstanz, eingeholt werden, ehe eine Entscheidung fällt.

Zu dem Mammutprojekt gehört das gesamte Finanz-Areal am Stadtgraben, auch das Hochhaus neben dem Ministerium. Julia von Oetinger-Witte, Landesvorsitzende der Deutschen Steuergewerkschaft, hält ein Zeitfenster von bis zu zehn Jahren bis zum Projektabschluss für denkbar. Möglicherweise ziehen aber demnächst aus Völklingen und Sulzbach Beamte am Saarufer in das sanierungsreife Haus ein.

Die Schädlinge
Kein Geheimnis ist es mehr, dass das Haus am Stadtgraben ein Problem mit Schädlingen hat: Kakerlaken tauchen zumindest im Untergeschoss und Erdgeschoss auf. Abteilungschef Kempf bestätigt auf Anfrage der SZ den Kakerlaken-Befall: „Es war schon viel schlimmer. Das haben wir jetzt im Griff. Das Problem ist eingedämmt.“ Dies sieht auch die Gewerkschafts-Vorsitzende von Oetinger-Witte so.

Es gibt ein „Schaben-Monitoring“. Der Kammerjäger ist ständiger Gast im Finanzamt. 109 Messpunkte wurden mit Köderfallen im ganzen Haus belegt. Zuletzt wurden noch drei Schädlinge gezählt. Die Höchstzahl war 2016 neun in einem Monat. Ratten wurden übrigens bislang nur im unmittelbaren Außenbereich des Amtes gesichtet.

Mit Verwendung von SZ-Material (Matthias Zimmermann).

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