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A1 Trier Richtung Saarbrücken AS Holz Einfahrt gesperrt, Fahrbahnerneuerung am Tage, Dauer: 16.10.2017 07:36 Uhr bis 19.11.2017 07:36 Uhr, eine Umleitung ist eingerichtet (16.10.2017, 07:39)

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Timo Holl

Saarländisches Verbraucherschutzprojekt WEBiTIPP startet

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Der Start von WEBiTIPP war ein voller Erfolg.

Das interaktive Web-Projekt richtet sich in erster Linie an Geflüchtete und Migranten und möchte diesen bei Verbraucherthemen beratend zur Seite stehen. So werden in jeder Sendung unterschiedliche Verbraucherfragen auf unterhaltsame Weise aufgeworfen und im Anschluss durch Experten der Verbraucherzentrale fachkundig und praxisgerecht beantwortet.

Da die Informationsvermittlung oberstes Ziel des Angebots ist, ist die gesamte Moderation des Formats sowohl in deutscher als auch in arabischer Sprache gehalten.

Die Akteure von WEBiTIPP stellen dabei ein buntes Team dar, das aus Experten der Verbraucherzentrale Saarland und Designern, Redakteuren sowie Filmern des international besetzten und im Saarland beheimateten Kollektivs fugee films besteht.

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Die Hauptakteure von WEBiTIPP.

Thomas Beutler von der Verbraucherzentrale Saarland im exklusiven SOL-Interview zum Projekt WEBiTIPP:

Wer steckt eigentlich hinter dem Projekt WEBiTIPP?
Thomas Beutler: Der WEBiTIPP-Kanal ist ein Projekt, das von der Stiftung für Verbraucherschutz gefördert wird. Umgesetzt wird es von der Verbraucherzentrale Saarland und dem fugeefilms Kollektiv aus Saarbrücken. Daneben steht uns im Bereich der Social-Media-Strategie das Saarbrücker Unternehmen Projekt Piñata tatkräftig zur Seite.

Wir sind insgesamt eine bunte Truppe mit Vertretern unterschiedlichster Herkunft. Hier greifen wir auf ein großes, bestehendes Netzwerk zurück. In unseren Reihen sind viele ehemalige Geflüchtete. Als Team harmonieren wir gemeinsam und arbeiten Hand in Hand an unserem Projekt. Projektverantwortliche sind in erster Linie Michael Preßer von Framekit und ich.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, ein Verbraucherschutzformat in den sozialen Medien speziell für Migranten und Geflüchtete zu entwickeln?
Beutler: Die Idee zu dem Projekt kam durch die Schwierigkeit, die Zielgruppe der Geflüchteten effektiv zu erreichen. Als wir erkannten, dass der Großteil dieser Menschen sich bereits sehr erfolgreich bei Facebook organisiert, war die Idee geboren, dort einen Kanal zu etablieren.

Aus welcher Motivation heraus habt ihr WEBiTIPP ins Leben gerufen? Was sind eure Ziele?
Beutler: Wir wollen den Geflüchteten in unserem Land dabei helfen, sich hier zu Recht zu finden. Die „Spielregeln“ in unserem Land überfordern viele zunächst und wir halten es für eine gelungene Integration für äußerst wichtig, hier präventiv tätig zu sein.

In gewisser Weise soll dies auch Vorbild-Charakter haben. Wenn wir uns aufeinander zu bewegen und Berührungsängste abbauen, dann profitieren wir alle. Natürlich soll das bilinguale Format auch dabei helfen, sich sprachlich anzunähern.

Was erwartet die Zuschauer inhaltlich bei eurem Sendeformat?
Beutler: Bei den Themen orientieren wir uns an gewissen Auffälligkeiten bei Verbraucherproblemen. Hier können wir aus dem Fundus aller 16 Verbraucherzentralen schöpfen und dort entsprechende Schwerpunkt-Probleme ermitteln. Zu diesen wird dann jeweils ein Experte der Verbraucherzentrale im monatlichen Live-WEBiTIPP Stellung nehmen. Dabei kommt uns zugute, dass die Verbraucherzentrale des Saarlandes Experten aus allen Sparten stellen kann.

Die Themen werden also äußerst vielfältig sein. Denkbare Themen für die nächsten Sendungen sind beispielsweise Ärger mit dem Mobilfunkvertrag, Vermeidung von Schulden, Urheberrechtsprobleme in Deutschland oder Ärger mit Dating-Portalen.

Wie ist das Projekt bisher angelaufen?
Beutler: Wir sind alle sehr zufrieden mit den bislang erreichten Ergebnissen. Unsere Facebook-Seite hat beispielsweise jetzt schon die 1.000 Fans-Schwelle geknackt (Anmerkung der Redaktion: Stand 18.07.2017 hat das Portal bereits 1.470 Abonennten). Alle Interessierten können sich die Aufzeichnung unseres ersten Live-Webinars auch bei YouTube ansehen. Wir freuen uns über weitere Unterstützer.

Timo Holl führte das Interview.

Mein Fazit zu WEBiTIPP:
WEBiTIPP ist ein spannendes Integrationsprojekt, das die Balance zwischen Information und Unterhaltung sehr gut meistert. Durch seine zweisprachige und interaktive Ausgestaltung sollen Sprachbarrieren ausgeräumt und „Brücken statt Mauern“ errichtet werden. Die enge Zusammenarbeit und der gegenseitige Austausch der unterschiedlichen Akteure fördert eine eigene Dynamik, die dem Zuschauer ein positives Gefühl transportiert.

Da viele der Macher von WEBiTIPP selbst in der Rolle des Geflüchteten sind, wirkt das gesamte Sendeformat sehr authentisch, weil die Moderatoren eben genau wissen, welche Probleme auftreten, wenn man in einem zunächst völlig fremden Land Fuß fassen muss. Dadurch werden sehr praxisnahe Probleme erläutert, was den informationellen Wert des Projektes erhöht.

Das lösungsorientierte Konzept könnte mit seinen kurzen Kommunikationswegen zu einem Vorbild für ähnliche Projekte werden. Ich wünsche den Machern jedenfalls viel Erfolg und hoffe, dass das herzliche Auftreten der Akteure neben mir auch zahlreiche andere Menschen anstecken kann und so den Raum für Distanz und Ressentiments weiter schrumpfen lässt.

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