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Gefährden „intelligente“ Sprachassistenten Arbeitsplätze im Saarland?

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Symbolfoto: Christoph Dernbach/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Entstehung der Assistenten
Was digitale Assistenten wie Siri oder Alexa tun, wirkt auf den ersten Blick nicht sehr spektakulär. Sie verstehen gesprochene Worte, wandeln diese in Suchanfragen um und geben anschließend eine ebenfalls gesprochene Antwort - oder zeigen die gewünschte Webseite an. Doch damit das einfach so funktioniert, war jede Menge Arbeit nötig. Und die Entwicklung geht weiter.

Über tausend Sprecher aus ganz Deutschland seien notwendig gewesen, um die Systeme darauf zu trainieren, verschiedene Dialekte zu erkennen, erinnert sich Professor Wolfgang Wahlster, Leiter des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) an der Universität das Saarlandes. „Rund 80 000 Dialogbeiträge haben Wissenschaftler massenhaft per Hand übersetzt, das hat Millionen gekostet.“

Spracherkennung war aber nicht das Einzige, das Menschen der Künstlichen Intelligenz erst beibringen mussten. Denn noch unterhalten sich Nutzer nicht wirklich mit Siri oder Cortana. Stattdessen sind Fragen und Kommandos von Menschenhand fest mit bestimmten Funktionen verknüpft – dem Kalender oder der Wetter-App zum Beispiel. Deshalb sind die Möglichkeiten der digitalen Assistenten auch noch sehr eingeschränkt. Doch in Zukunft könnten sie sich neues Wissen auch selbst beibringen. Experten sprechen dabei von Maschinellem Lernen

Maschinelles Lernen
„Das ist im Grunde, wie wenn Sie Italienisch lernen“, sagt Wahlster. „Erst brauchen Sie einen menschlichen Lehrer für die Grundbegriffe. Später können Sie dann auch einfach nach Italien fahren und durch Gespräche mit Einheimischen selbst lernen und Ihre Sprachkenntnisse rasch verbessern.“ Grundlage des Maschinellen Lernens sind riesige Datenmengen, die eine Künstliche Intelligenz selbstständig aufbereitet und analysiert.

Die daraus abgeleiteten Funktionen könnten mittel bis langfristig viel komplexer sein als heute. Statt „Wie wird das Wetter?“ könnte die Frage „Welche Versicherung lohnt sich für mich?“ lauten. Mit echtem Maschinellen Lernen würden so nicht nur die menschlichen Trainer von Siri, Cortana und Co. überflüssig. Langfristig könnten die Assistenten auch andere Arbeitsmärkte aufmischen.

Fallen Arbeitsplätze weg?
„Ich kann mir gut vorstellen, dass es solche Assistenten in Zukunft auch bei Bürotätigkeiten gibt, die zum Beispiel Routine-Mails sortieren und sogar beantworten“, sagt Lucia Falkenberg, Personalexpertin beim Verband der Internetwirtschaft eco. Werden Alexa und Co. damit im Büro das, was der Roboter in der Fabrik ist – das Schreckgespenst, das dem Menschen erst die Arbeit und schließlich den ganzen Arbeitsplatz wegnimmt?

Diese Frage lässt sich nicht so einfach beantworten. „Reine Routinejobs sind durch den Siegeszug der Künstlichen Intelligenz tatsächlich gefährdet“, sagt DFKI-Leiter Wolfgang Wahlster. „Was wegfällt, sind Stellen einfacher Sachbearbeiter, also wenn Menschen den ganzen Tag vor dem Bildschirm sitzen und Daten in Computer eingeben oder digitale Daten nach einfachen Regeln weiterverarbeiten.“

Der große Arbeitsplatz-Killer werden virtuelle Assistenten aber wohl schon deshalb nicht, weil das Maschinelle Lernen noch eher Vision als Wirklichkeit ist. Damit es funktioniert, brauchen die Maschinen heute noch Unmengen von Trainingsdaten – die es aber nicht immer gibt. Bleibt nur eine Frage: „Alexa, was tun gegen den Fachkräftemangel?“

Mit Verwendung von SZ- (Tobias Hanraths) und dpa-Material.

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