{k}/{n}
Artikel {k} von {n}

A6 Metz/Saarbrücken Richtung Kaiserslautern AS Rohrbach Bauarbeiten, Ausfahrt gesperrt, Einfahrt gesperrt bis 16.10.2017 06:00 Uhr (18.09.2017, 06:59)

A6

Priorität: Dringend

15°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
15°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Die Auswanderer: Diese Saarländer arbeiten als Surflehrer im Urlaubsparadies

image

Surflehrer Christof Lillig mit Schüler Frederik. Foto: Yvonne Handschuher

Der Entschluss
Fast traurig schaut Christof Lillig drein, als er zu seiner Frau Verena sagt: „Schade, dass wir den Kurs heute wegen des zu starken Windes absagen mussten. Ich möchte den Schülern doch was beibringen.“ Und das tut er auch Tag für Tag. Seine Schüler sind derzeit zwischen sechs und 67 Jahren.

Der 56-Jährige ist gelernter Versicherungskaufmann, stammt aus Saarbrücken und lebte mit seiner Frau im Blieskasteler Stadtteil Blickweiler. Gemeinsam beschloss das Paar 2015, das Hobby zum Beruf zu machen und im Süden zu arbeiten. Das heißt, Verena und Christof, die seit 1998 verheiratet und seit 1991 ein Paar sind, leben ein halbes Jahr an der Costa Brava und ein halbes Jahr im karibischen Tobago.

Die Heimat besuchen 
Im Juni und im November ist meist Zeit für einen Besuch im Saarland, wo sie sich mit Familie und Freunden treffen. Schon immer sind die beiden viel gereist. Wieder im Saarland angekommen, war es ihnen oft zu ruhig auf den Straßen. „Wir haben das Treiben auf Plätzen und Straßen vermisst“, sagt Verena Lillig.

Sie berichtet auch, dass ihr Mann und sie abends manchmal beim Essen sitzen und überlegen, ob sich die Kinder, wenn sie erwachsen sind, später an Christof als ersten Surflehrer erinnern. Das tun sie sicher. So wie SZ-Redakteurin Yvonne Handschuher den 56-Jährigen als ersten Surflehrer ihres sechsjährigen Sohnes erlebt hat, bleiben da keine Zweifel.

image

Verena Lillig arbeitet auch an der Surfstation und kümmert sich gemeinsam mit Kollegen um organisatorische Abläufe und die Belange der Kunden. Foto: Yvonne Handschuher

Gründe für die Ausreise
Christof hatte arbeitsbedingt einen Burnout, und Verena ging es sehr schlecht, nachdem sie und Christof ihre Mutter pflegten, die eine nicht heilbaren Krankheit hatte, an der sie 2013 verstorben ist. Nachdem es das Ehepaar auch schon zuvor in jeder freien Minute in die Sonne zog, entschlossen sich die beiden schließlich, die Zelte im heimischen Saarland abzubrechen.

Dann der nächste Tiefschlag: Kurz nach der Ausbildung zum Surflehrer bekam Christof eine künstliche Hüfte. Doch er gab nicht auf, war fünf Monate nach der OP rehabilitiert, und es konnte losgehen. Eigentlich wollten die beiden in Spanien im Haus von Verenas Eltern leben, doch alles kam anders, die „Villa Verena“ wurde nach dem Tod der Mutter verkauft.

Aber Christof und Verena ließen sich nicht unterkriegen. Sie wollten nicht das Gefühl haben, „es nicht probiert zu haben“. Bis jetzt sind die beiden zufrieden, haben sich genau überlegt, wo sie sparen können. Der Dank des Paares geht an all die, die sie daheim unterstützt haben und es noch tun. Mit Blick auf die Menschen in Spanien und Tobago sagt Verena: „Wir haben wunderbare Menschen kennengelernt, die uns immer wieder in dem bestärken, was wir tun.“

Mit Verwendung von SZ-Material (Yvonne Handschuher).

Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein