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Ministerium will kein Tempo-60-Limit auf Stadtautobahn

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Die Stadtautobahn gestern Nachmittag: entspannte Lage. Foto: BeckerBredel.

Tempo 60 auf der Stadtautobahn? Dazu gibt es ein klares Nein aus dem saarländischen Verkehrsministerium. Auf der Saarbrücker Hauptverkehrsader generell „Tempo 60“ einzuführen, sei nicht sinnvoll, ja sogar schädlich, heißt es in einer internen „Beurteilung der Bitte nach einer Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit“.

Die „Bitte“ hatte das Saarbrücker Bürgerforum vor einigen Monaten geäußert. Weniger Geschwindigkeit führe zu weniger Lärm und weniger Schadstoffbelastung für die Saarbrücker, heißt es im Brief des Bürgerforums an die saarländische Wirtschafts- und Verkehrsministerin Anke Rehlinger (SPD).

Auch wegen der eh sehr kurzen Autobahnauffahrten in der Stadt sei eine Tempoverringerung sinnvoll, schrieb das Bürgerforum. Weil der Bau eines Tunnels „im nächsten Jahrzehnt nicht in Angriff genommen werde“, solle die Ministerin auf den Weg bringen, „was in vielen anderen Städten, die von Autobahnen durchschnitten werden, eine Selbstverständlichkeit ist“, fordert das Bürgerforum.

So antwortet das Ministerium
 Das Minsterium teilte nach Veröffentlichung des Briefs in der SZ  mit, dass man mit einer „Antwort noch warten“ wolle, „bis ein paar Fragen im Detail geklärt sind“. „Es haben sich nämlich auf der Grundlage einer aktualisierten lärmtechnischen Bewertung ein paar neue Erkenntnisse ergeben. Unsere Fachabteilung ist gerade noch dabei, diese auszuwerten“, sagte Ministeriumssprecher Wolfgang Kerkhoff.

An einigen Stellen und unter bestimmten Bedingungen sei eine Tempo-Verringerung zwar sinnvoll und auch ausgeschildert. Generell aber nicht. So werde die Geschwindigkeitsbegrenzung der Witterung angepasst. Und „in den Kurvenbereichen mit unzureichenden Bogenradien unter der Luisenbrücke sowie im Bereich des Messegeländes“ ist „aus Gründen der Verkehrssicherheit eine Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf 60 km/h“ angezeigt, heißt es nun in der Analyse des Ministeriums.

Eine Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf 60 Stundenkilometer hätte nach Berechnungen des Ministeriums, anders als vom Bürgerforum prognostiziert,  „eine weitere Verminderung der Streckenkapazität mit weiterer Ausprägung von Stausituationen während der Verkehrsspitzenzeiten zur Folge“. Auch das liege daran, dass die Autobahn eigentlich zu schmal ist für den Verkehr, den sie bewältigen muss.

Alles in allem, heißt es in der Bewertung, sei „von einer dauerhaft durchgehenden Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf 60 km/h im Zuge der BAB A 620 im Innenstadtbereich der Landeshauptstadt Saarbrücken abzuraten, da sich weder aus Gründen der Verkehrssicherheit noch aus Gründen der vorhandenen Lärmemissionen entsprechende Rechtgrundlagen ergeben. Darüber hinaus wäre sie einem weitgehend leistungsfähigen Verkehrsablauf abträglich.“

Mit Verwendung von SZ-Material (Martin Rolshausen).

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