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700 000 Euro und vier Jahre später: Dauerbaustelle am St. Johanner Markt ist weg

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Die Kaltenbachstraße, wie sich seit dieser Woche präsentiert. Foto: Becker&Bredel

Ende der Baustelle
Der Sound zur Sanierung der Kaltenbachstraße, die St. Johanner Markt und Rathaus verbindet, klang kläglich. Und er wurde zu einer Art Grundrauschen, denn das Bauprojekt wollte und wollte kein Ende nehmen – gut vier Jahre lang.

Ende vergangenen Jahres wagte es ein Stadtverordneter dann in einem vertraulichen Gespräch von Licht am Ende des Tunnels zu sprechen. „Aber bitte nicht zitieren“, hieß es. Die Begriffe „Tunnel“, „Baudezernat“ und „Stadtentwicklung“ in einem Satz zu nennen, könne falsch verstanden werden.

Werner Maurer, der Leiter des städtischen Amts für Straßenbau und Verkehrsinfrastruktur, war es dann, der im Frühjahr ein Ende der Bauarbeiten in Aussicht stellte: Im November werde man das Projekt beenden, kündigte er an. Er hat Wort gehalten: Heute, also sogar kurz vor der von Maurer genannten Ziellinie, wird die Kaltenbachstraße offiziell für fertig erklärt.

So verliefen die Bauphasen
Der Weg dahin war im wahrsten Sinne des Wortes steinig. Maurer selbst sprach im März von einer „ewig langen Planungsphase“. Die Straße wurde zunächst asphaltiert. Das sorgte, nachdem das verschlissene Pflaster zur großen Stolperfalle geworden war, zwar für Verkehrssicherheit, sah aber nicht schön aus.

Also wollte man die Straße wieder so pflastern, wie es der Künstler Paul Schneider in den Siebziger Jahren vorgezeichnet hatte. Aber das klassische Pflaster war schlecht für Rollstuhlfahrer und Menschen, die mit Rollatoren oder sonstigen Gehhilfen unterwegs sind.

Dann zog man sich mit den Betroffenen und Fachleuten in Konferenzräume zurück. Das Ergebnis: Die neuen Pflastersteine sind glattgeschliffen, um Stolperfallen zu vermeiden. Aber nicht nur da musste man nachbessern. Vier Jahre Bauarbeiten, dazu noch einige Zeit für vorbereitende Planungen – die „Anforderungen an den öffentlichen Raum“, erklärte Stadtpressesprecher Thomas Blug im Sommer, „haben sich in der Zwischenzeit verändert“.

Die Stadt verfolge das Ziel, den Bedürfnissen möglichst aller Nutzer des Markts – also der Wirte, Besucher, aber auch der Behinderten und der Feuerwehr – gerecht zu werden. Und so hat die Stadt „ein Standard-Blindenleitsystem in die Gestaltung integriert“.

Das Sicherheitsproblem
Und dann hat es da noch ein Sicherheitsproblem gegeben. „Durch die Zunahme von Gastronomiebetrieben mit Außenbestuhlungsflächen in den letzten Jahren wurde bei Feuerwehreinsätzen und Probeeinsätzen in der jüngeren Vergangenheit festgestellt, dass im gesamten Fußgängerbereich zukünftig verstärkt auf eine ungehinderte Durchfahrt von Rettungsfahrzeugen geachtet werden muss“, sagte Blug.

Das alles habe die Planung verlängert und die Kosten in die Höhe getrieben, sagte Amtsleiter Maurer. Aus den noch unter Baudezernentin Rena Wandel-Hoefer kalkulierten 300 000 Euro sind 700 000 Euro geworden.

Die Eröffnung
Heute nun wollen Oberbürgermeisterin Charlotte Britz und Baudezernent Heiko Lukas den klagenden durch einen fröhlichen Sound ersetzen. In der „runderneuerten Kaltenbachstraße“ sei es „beispielhaft gelungen, den als Kunstwerk gehaltenen Pflasterbelag zu erneuern und gleichzeitig barrierefrei zu gestalten“, ließen sie mitteilen.

Mit Verwendung von SZ-Material (Martin Rolshausen).

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