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Timo Holl

Wie dieser Laden gegen Lebensmittelverschwendung kämpft

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Die drei Gründer von SirPlus setzen sich für die Wertschätzung aller Lebensmittel ein. Fotorechte: SirPlus

Das Problem Lebensmittelverschwendung ist allgegenwärtig
Pro Jahr werden weltweit etwa 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel verschwendet. Allein in Deutschland landet jede Minute eine komplette LKW-Ladung unserer Nahrung in der Tonne. Laut den Zahlen des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft wirft jeder von uns Jahr für Jahr durchschnittlich 82 Kilogramm Lebensmittel weg. Leider reden wir hier nicht nur von verdorbenen und ungenießbaren Produkten. Oftmals landen auch Nahrungsmittel im Müll, die eigentlich noch völlig in Ordnung sind.

Der Kampf gegen Food Waste
Raphael Fellmer, Martin Schott und Alexander Piutti wollten bei dieser Lebensmittelverschwendung nicht weiter tatenlos zuschauen, also gründeten sie im Februar 2017 das Startup SirPlus, das den Food Waste nachhaltig reduzieren möchte. Nach erfolgreicher Crowdfunding-Kampage hat das Unternehmen am 08. September nun seinen ersten Store im Herzen West-Berlins eröffnet.

Auf 70 Quadratmetern Verkaufsfläche können ausrangierte, nicht mehr der Norm entsprechende Lebensmittel sowie Produkte, deren Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist, erworben werden. Das Sortiment besteht aus verschiedenen abgepackten Produkten, Obst und Gemüse sowie Getränken. Im Vergleich zu herkömmlichen Supermärkten werden die von SirPlus geretteten Lebensmittel bis zu 70 Prozent günstiger verkauft. Mit diesem attraktiven Angebot möchten die Food-Outlet-Gründer das Retten und das Wertschätzen von Lebensmitteln mainstream machen und das Thema in die Mitte der Gesellschaft holen.

Möglich ist dieses tolle Angebot durch eine enge Zusammenarbeit mit verschiedenen Lebensmittelproduzenten und -händlern. SirPlus erwirbt Nahrungsmittel, die im herkömmlichen Handel keine Chance mehr hätten, weil sie beispielsweise zu unförmig, eingedellt oder bald abgelaufen sind. So landen eigentlich noch genießbare Produkte im neu errichteten Food-Outlet, die im sonstigen Handel aussortiert werden würden. Oft sind dies Lebensmittel, welche zwar noch nicht abgelaufen sind, aber eben nicht mehr vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums in den herkömmlichen Supermärkten verkauft werden könnten. Lebensmittelmärkte kaufen nämlich meist größere Chargen ein, als sie letztendlich verkauft bekommen.

Durch das kluge Konzept der Lebensmittelrettung ergibt sich eine Win-Win-Situation für alle Akteure. Die Supermärkte sparen Entsorgungskosten und erhalten noch ein kleines Eintgelt für Waren, die sie nicht mehr hätten verkaufen können. SirPlus kommt günstig an viele attraktive Produkte und kann diesen Vorteil an den Endverbraucher weitergeben. Neben diesen wirtschaftlichen Vorteilen macht das Konzept der Lebensmittel-Wertschätzung aber vor allem sämtliche Handelnde auch zu sozialen und ethischen Gewinnern, da es unserer Wegwerfgesellschaft in kleinen Schritten zu mehr Nachhaltigkeit verhilft.

Das ist erst der Anfang
Das Food-Outlet in Berlin soll aber erst der Anfang im Kampf gegen Verschwendung und für das bewusste Wertschätzen von Lebensmitteln sein. Neben weiteren Food-Outlet-Stores in Deutschland, Österreich und der Schweiz planen die Gründer von SirPlus einen Lieferservice, um Angebot und Nachfrage von überschüssigen Lebensmitteln systematisch und intelligent zusammenzuführen.

Nette Randnotiz
Die Gewinne der Food-Outlet-Stores sollen zu 20 Prozent an gemeinnützige Organisationen gespendet werden.

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