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Wird Kramp-Karrenbauer Nachfolgerin von Merkel? Das spricht dafür - und dagegen

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Annegret Kramp-Karrenbauer (links) wird als Nachfolgerin von Angela Merkel gehandelt. Foto: Oliver Dietze/dpa-Bildfunk.

Die Zeit läuft. In spätestens vier Jahren wird Angela Merkel (63) wahrscheinlich nicht mehr Regierungschefin sein. Wenn die Kanzlerin einen geordneten Übergang will, wird sie den CDU-Vorsitz an einen Nachfolger abgeben müssen, vielleicht sogar gleich auch das Kanzleramt. Bloß an wen?

Das spricht FÜR AKK
Seit einiger Zeit fällt immer häufiger der Name von Annegret Kramp-Karrenbauer (55). Die Kanzlerin lernte Kramp-Karrenbauers Qualitäten bei den Koalitionsverhandlungen 2013 schätzen. Dort sei „AKK“ immer wieder durch Ruhe und Entspanntheit aufgefallen.

„Stern“-Kolumnist Hans-Ulrich Jörges legte sich kurz vor der Bundestagswahl im September fest: Kramp-Karrenbauer sei „Merkels Kronprinzessin für Parteivorsitz und Kanzleramt“. Von CDU-Spitzenleuten will Jörges erfahren haben, dass Merkel den CDU-Vorsitz bereits 2018 an Kramp-Karrenbauer abgeben wird und die Saarländerin vor 2021 auch Kanzlerin werden soll. Die linke „taz“ nennt sie die „stille Reserve der Kanzlerin“.

Ihr Name fiel schon in der Diskussion um die Nachfolge Joachim Gaucks als Bundespräsident. Von der Überlegung habe man aber Abstand genommen, weil man sich in der CDU gesagt habe: „Wenn jemand das Saarland verteidigen kann, dann sie.“

Jetzt fällt ihr Name wieder, wenn es um die Besetzung des Bundeskabinetts geht. In Kramp-Karrenbauers Ministerriege wird gerätselt, ob sie sich bald an einen neuen Regierungschef gewöhnen müssen. 

Kramp-Karrenbauer selbst hat Raum für Spekulationen gelassen, als sie in einem SR-Interview einerseits sagte, sie strebe kein neues Amt auf Bundesebene an, andererseits aber auch nichts ausschloss: „Ich habe in meinem Leben gelernt, dass es überhaupt nichts nützt, ob ich etwas ausschließe oder nicht, weil Dinge sich oft anders entwickeln, als man dies selber plant.“

Einer Bitte Merkels würde sich Kramp-Karrenbauer kaum verschließen können. „Wenn sie Nein sagt, ist sie raus aus dem Spiel“, heißt es in Berlin. Dann werde sie in ein paar Jahren niemand mehr fragen.

Die Entscheidung, wer in Berlin ins Bundeskabinett aufrückt, wird erst ganz am Ende der Verhandlungen von Union, FDP und Grünen fallen. Ein Ministeramt für Kramp-Karrenbauer wäre allenfalls denkbar, wenn Kanzleramtsminister Peter Altmaier nicht mehr zum Zuge kommt, denn zwei Kabinettsmitglieder der Union aus dem kleinen Saarland sind ex­trem unwahrscheinlich. 

Das spricht GEGEN AKK
Es gibt auch andere Überlegungen, die eher gegen einen Wechsel sprechen: Kramp-Karrenbauer dürfte ein Interesse haben, die Früchte des neuen Länderfinanzausgleichs zu ernten, denn ab 2020 kann das Land wieder mehr Geld ausgeben für Schulen, Hochschulen, Straßen und so weiter. Und stünde die CDU im Saarland dann nicht vor dem Problem, in absehbarer Zeit einen Nachfolger für die populäre Regierungschefin präsentieren zu müssen?

Finanzminister Stephan Toscani (50) wird in der Partei zwar als seriöser Kassenwart geschätzt, aber er hat nicht ansatzweise die Beliebtheitswerte der Püttlingerin. Das gleiche gilt für Fraktionschef Tobias Hans (39) und Landtagspräsident Klaus Meiser (63), die vereinzelt ebenfalls als mögliche Nachfolger genannt werden.

Fürs Kanzleramt aber wären wohl Bedenken in der Jamaika-Koalition, falls die denn überhaupt kommt, aus dem Weg zu räumen. „Kramp-Karrenbauer hat schon einmal eine Jamaika-Koalition bewusst platzen lassen. Das hat man in der FDP nicht vergessen“, sagt der „Welt“-Chefreporter Robin Alexander. Die Saarländerin als Kanzlerin einer Jamaika-Koalition? „Das wäre eine sehr große Überraschung.“

Andererseits: Kramp-Karrenbauer steht auf Landesebene vermutlich auf dem Höhepunkt ihres Ansehens. Ihr spektakulärer Wahlsieg vom 26. März 2017 wird sich 2022 kaum wiederholen lassen. Was sollte da im Saarland noch kommen?

Wer nach dem Ausschlussverfahren vorgeht, wird schnell merken, dass der Kreis derer in der CDU, die für die Merkel-Nachfolge infrage kommen, nicht allzu groß ist. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (63) schwächelt seit Jahren, Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (59) ist in der CDU unbeliebt. Die übrigen Ministerpräsidenten der CDU sind entweder noch zu jung (Daniel Günther), zu frisch im Amt (Armin Laschet) oder außerhalb ihres Landes nicht vermittelbar (Volker Bouffier).

Vor wenigen Tagen feierte die Junge Union AKK bei ihrem Deutschlandtag in Dresden. Der sonst immer etwas kritische Parteinachwuchs untermalte ihren Auftritt im Internet mit dem Lied „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!“

Mit Verwendung von SZ-Material (Daniel Kirch).

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