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Dominik Schwenk alias „Schwenker1991" aus St. Ingbert gehört zu den besten FIFA-Spielern Europas

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„Schwenker1991“ heißt im wahren Leben Dominik Schwenk. Er ist 26 und kommt aus St. Ingbert. Spielt er kein FIFA, arbeitet der Mann ganz bodenständig bei Ludwig Schokolade. Als Industriemechaniker ist er dort tätig.

Zu Hause spielt er fünf bis zehn Stunden täglich an der Konsole. Auf den ersten Blick scheint Schwenk privat durchaus ein Problem zu haben. Stichwort: Spielsucht.

Schwenk spielt in der NGL - und das sehr erfolgreich
Allerdings läuft die Geschichte bei ihm anders. Denn der St. Ingberter spielt (neben-)beruflich Xbox in der National Gaming League (NGL). Das ist eine europäische Liga. Hier dürfen derzeit nur zehn Teams in ganz Europa live im Internet gegeneinander antreten. 10.000 Euro werden als Preisgeld ausgespielt.

Schwenk ist der Qualifikant, weil er sich im Mai bei einem Turnier gegen viele andere Hobby-Zocker und Halbprofis durchgesetzt hat. Seine Gegner in der Liga sind Vollprofis.

„Er hat die Liga an die Wand gespielt"
Zu Beginn der NGL lief der 26-Jährige noch unter dem Label „Underdog“. Das ist inzwischen anders. Jetzt schreibt sogar das Sport-Fachmagazin „Kicker“ über ihn, nennt Schwenk einen Mann, „den man auf der Rechnung haben muss“, gerade wenn es in den jetzt beginnenden Playoffs der Liga um den Gesamtsieg geht.

Warum? Der Saarländer dominiert das Geschehen auf dem Platz nach Belieben. „Er hat die Liga wirklich an die Wand gespielt“, meinte sogar Gegner Marcus „Marcuzo“ Jörgensen von Bröndby IF nach der Vorrunde der Liga. 

Schwenks Spielermotto lautet übrigens: „Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.“ Obwohl er sich derzeit über Niederlagen keinen Kopf zerbrechen muss. Er verliert nicht, maximal eine Partie. Aber kein ganzes Match. Zum Hintergrund: In der Liga gewinnt derjenige, der als erster zwei Siege hat, den Spieltag.

Schwenk verdient mit FIFA Geld
„Schwenker1991“ tritt nicht wie seine Gegner für bekannte Clubs an. Ein Nachteil? „Nein, es gibt immer mehr Nicht-Fußball-Sponsoren, die hier mitmachen wollen.“ FIFA liegt aktuell jedoch im Trend der realen Fußballszene. Schwenks Herz schlägt für einen lokalen Club: den 1. FC Saarbrücken. „Ich bin da nun mal ganz Lokalpatriot.“ In Anlehnung an seine große blau-schwarze Fußball-Liebe heißt sein Team auch „1. FC Saar 1903“.

Den Deal mit dem Energie-Versorger hat seine Spielerberateragentur („eSportsReputation“) eingefädelt. Genau wie Bundesliga-Profis hat auch Schwenk professionelle Strukturen hinter sich. „Das ist wichtig, um die Karriere als Spieler weiterzubringen.“ 

Für Sponsoren-Transfers bekommen seine Berater natürlich ein Gehalt. Wie viel? „Darüber darf ich nichts sagen“, sagt Schwenk - und verweist auf Klauseln in seinem Vertrag. Nur so viel: „In der NGL bekommen Spieler zwischen einigen Hundert bis zu 5000 Euro monatlich. Ich liege da gut im Schnitt.“

Das große Ziel
Aber der Newcomer will mehr. „Das Ziel ist natürlich, Vollprofi zu werden.“ Dafür reichen aber Erfolge in der NGL wahrscheinlich nicht aus, meint Schwenk. Der St. Ingberter muss Titel und Siege bei großen europäischen Meisterschaften oder sogar beim „Interactive World Cup“, der WM der FIFA-E-Sportler, sammeln.

Und da scheint er auf einem richtigen Weg. „An guten Tagen kann ich heute wohl jeden schlagen. Aber das gilt leider auch für andere. Das macht ja den Reiz bei FIFA aus.“ Dass das nicht so daher gesagt ist, belegen die FIFA-Ranglisten, die „EA“, der Produzent des Spiels, monatlich herausgibt. Hier landet „Schwenker1991“ regelmäßig unter den Top-100 der weltweit gut sechs Millionen Spieler.

Das Problem ist: Will er bei einer WM mitmachen, muss er beispielsweise an regionalen Qualifikationsturnieren teilnehmen und gewinnen. Das kann er nur, wenn er unter die Top-12 der Ranglisten kommt. Auf der großen Bühne winken dann Gewinne von 200.000 Euro.

Um hier zu landen, braucht Schwenk aber auch Glück. „EA verändert jedes Jahr das Spiel. Manchmal kommt es meiner Spielweise entgegen und manchmal nervt das auch einfach nur, und ich muss noch viel mehr üben.“ Denn, wie es der einstige Dortmunder Kultkicker Alfred „Adi“ Preißler einmal sagte: „Grau ist alle Theorie – entscheidend is auf’m Platz“.

Mit Verwendung von SZ-Material (Pascal Becher).

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