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Pornostar darf jetzt doch nicht SV Oberwürzbach sponsern

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Am späten Montagabend hat der Vorstand des Saarländischen Fußballverbandes (SFV) entschieden: Von den Sportplätzen der Kreisliga A Saarpfalz muss das Trikot des SV Oberwürzbach mit Pornostar Lena Nitro als Sponsor verschwinden. „Es war eine knappe Entscheidung“, erklärt Verbands­präsident Franz Josef Schumann.

Wie kam es zum ungewöhnlichen Sponsor?
Oberwürzbach ist ein kleiner Verein, tiefste Spielklasse, ohne Pressesprecher. Also erzählt Sportvorstand Torsten Nelz, wie sie sich auf einer Abschlussfahrt ins Hambachtal überlegten, ein wenig Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. „Wir wollten einen Trikotsponsor, den nicht jeder hat“, sagt Nelz.

Nitro hatte er im Fernsehen gesehen, auf ProSieben und RTL II. Er habe sie witzig gefunden, authentisch, so frei Schnauze, schwärmt Nelz. Also schickten sie eine E-Mail an das Management der Porno-Darstellerin. Drei Tage später kam die Antwort.

Das filmische Werk von Lena Nitro umfasst Produktionen wie „Der Porno-Praktikant“ oder „Heftig durchgeknallt“. Nach zwei Treffen mit ihr stand fest: Oberwürzbach wirbt für sie. Geld gab es keines, dafür einen Satz Leibchen - und möglichst viel Presse. So lautete der Deal.

Also fuhren Nelz und Mark Lang, der Torwart, zur Porno-Darstellerin nach Köln. Der Lebensgefährte von Nitro knipste mit seinem Handy. Nelz schickte die Fotos an die „Bild“-Zeitung.

Das Boulevardblatt zog mit. Schlagzeile: „Porno-Star wird Trikot-Sponsor.“ Über das Internet verbreitete sich die Geschichte rasant. Die französische Sportzeitung „L’Equipe“, „Sports Illustrated“, „Vice“ und die New Yorker „Daily News“ - sie alle berichteten.

Jetzt kommt der Verband ins Spiel
In dieser Situation erinnerte sich der Verband an seine eigenen Regeln. „Eigentlich müsste jede Trikotwerbung genehmigt werden“, sagt Präsident Schumann. Seit zig Jahren stehe das in den eigenen Vorschriften. Nur interessierte das niemanden – bis Lena Nitro kam.

Der Deutsche Fußballbund (DFB) verfügt über „Allgemeinverbindliche Vorschriften über die Beschaffenheit und Ausgestaltung der Spielkleidung“. In § 10 ist nachzulesen: „Die Werbung darf nicht gegen die allgemein im Sport gültigen Grundsätze von Ethik und Moral oder die gesetzlichen Bestimmungen oder die guten Sitten verstoßen.“ Aber was heißt das?

In den Gremien des SFV sitzen meist ältere Herren, im Vorstand gibt es nur eine Frau – seit Juni 2017. Wie positionieren sie ihren Sport in gesellschaftspolitischen Fragen? Und was sagt das über die Funktionäre aus? Im Saarland legt der Landesverband den Paragraphen nun streng aus.

Und wie geht es weiter in Oberwürzbach? Dort überlegen sie, ihre Kicker mit einem neuen Schriftzug auflaufen zu lassen: „Lena Nitro – Ethik und Moral“. „Bei diesem Verband müsste es Ethik und Doppelmoral heißen“, findet Torsten Nelz.

Mit Verwendung von SZ-Material (Tobias Fuchs).

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