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A8 Luxemburg Richtung Saarlouis Zwischen AS Perl-Borg und AS Merzig-Wellingen Unfall, linker Fahrstreifen blockiert bis 22.11.2017 17:00 Uhr (13:56)

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Janne Kieselbach/dpa

Warum Männer öfter krank werden

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Symbolfoto: Andreas Gebert/dpa-Bildfunk.

Es hält sich hartnäckig das Klischee vom Mann, der bei einer kribbeligen Nase und leichtem Halskratzen gleich schwere Qualen erleidet. 

Doch während sich die männliche Furcht vor kleinsten Erkältungen in jedem Herbst als vergnügliches Smalltalk-Thema eignet, bleiben die Ursachen für den sogenannten „Männerschnupfen" ungeklärt. Könnte am Klischee wissenschaftlich etwas dran sein? Werden Männer tatsächlich leichter oder stärker von Erkältungs- und Grippeviren angegriffen als Frauen?

Männer werden öfter krank
Wer solchen Fragen nachgeht, landet früher oder später bei Beatrix Grubeck-Loebenstein. Die Immunologin von der Universität Innsbruck untersucht seit Langem, wie sich die Immunsysteme von Frauen und Männern unterscheiden. Ihre Ergebnisse geben all jenen Männern Hoffnung, die sich in ihrer Angst vor Schnupfen und Fieber von der Frauenwelt nicht ernstgenommen fühlen. „Grob vereinfacht lässt sich feststellen, dass Männer durch die Unterschiede in der Immunantwort häufiger krank werden können als Frauen", sagt Grubeck-Loebenstein.

Um die Schwäche des starken Geschlechts zu verstehen, muss man in die Tiefen des menschlichen Immunsystems eintauchen. Dringen Krankheitserreger in den Körper ein, werden sie durch körpereigene Immunzellen bekämpft. Es gibt grundsätzlich zwei Arten dieser Helfer in der Not: spezifische und unspezifische Immunzellen.

Erstere sind nur gegen ganz bestimmte Krankheitserreger wirksam - sie sind quasi die Experten auf ihrem Gebiet. Müssen zum Beispiel Grippeviren bekämpft werden, kommen andere spezifische Immunzellen zum Tragen als bei einer Herpesinfektion. Auf diese Weise kann sich der Mensch gegen eine Vielzahl von Viren, Bakterien oder Parasiten zur Wehr setzen.

Doch die Vielfalt der spezifischen Immunzellen hat einen Haken: Von diesen Experten gibt es im Körper jeweils nur eine geringe Menge. Um eindringende Krankheitserreger tatsächlich besiegen zu können, müssen sie sich millionenfach vermehren. Und genau hier kommt der Unterschied zwischen Frauen und Männern zum Tragen.

Das ist der Unterschied
Während das weibliche Hormon Östrogen die Vermehrung der spezifischen Immunzellen unterstützt, wirkt sich das männliche Hormon Testosteron genau gegenteilig aus. „Östrogen stimuliert das Immunsystem, Testosteron hingegen unterdrückt es. Das Immunsystem von Frauen reagiert deshalb schneller und aggressiver gegen Krankheitserreger als das von Männern", erklärt Marcus Altfeld vom Heinrich-Pette-Institut in Hamburg. Hinzu kommt: Je höher der Testosteron-Spiegel ist, desto mehr wird das männliche Immunsystem geschwächt. Echte Kerle trifft es also noch härter.

Über die Ursachen dieses Unterschieds zwischen den Geschlechtern können die Forscher nur vage Aussagen machen. Altfeld verweist darauf, dass sich das menschliche Immunsystem über Jahrmillionen entwickelt habe. Eine mögliche Erklärung müsse daher weit zurückblicken: „Unsere Vorfahren in der Steinzeit lebten in gemeinsamen Höhlen und setzten sich Gefahren aus. Die Aufgabe des weiblichen Immunsystems war es schon damals, das ungeborene oder neugeborene Kind besonders zu schützen."

Weitere Faktoren entscheidend
Dieser Zusammenhang könnte auch den Einfluss der Hormonaktivität erklären. „Der Effekt des durch Östrogen gestärkten Immunsystems ist bei jungen Frauen ab der Pubertät besonders ausgeprägt und wird bei Frauen nach der Menopause schwächer", erklärt Grubeck-Loebenstein.

Doch die Anfälligkeit allein mit dem Testosteron-geschwächten Immunsystem zu erklären, würde zu kurz greifen. „Auch weitere Faktoren spielen eine Rolle, die sich stärker auf das Verhalten und die Umwelt beziehen. Männer leben immer noch risikoreicher, sie ernähren sich ungesünder und sie lassen sich weniger diszipliniert impfen", sagt Grubeck-Loebenstein. Kurzum: Gänzlich können sich Männer nicht auf die Natur berufen - sie haben ihr Schicksal zumindest teilweise selbst in der Hand.

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Viele Saarländer möchten ihren Körper nach dem Tod der Medizin zur Verfügung stellen

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Bei 14 Grad liegen die Leichen bereit. Foto: picture alliance / Katja Sponholz / dpa

Der erste Kontakt
Anrufer im Anatomischen Institut der Universität des Saarlandes in Homburg melden sich bei Mitarbeiterin Helga Meyer oft mit den Worten: „Ich stelle Ihnen mal eine komische Frage.“ Dann weiß die 58-Jährige schon, worum es geht. Denn irgendwann folgt meist der Satz: „Ich würde gerne meinen Körper zur Verfügung stellen.“ Und zwar nach dem Tod für künftige Mediziner, die an den Leichen ihr Handwerkszeug lernen.

„Aus unserer Sicht sind die unverzichtbar“, sagt der Leiter der Arbeitsgruppe Körperspende, Professor Thomas Tschernig (54), über die sogenannten Körperspenden. „Die Medizin in Deutschland wird immer auf diese Spenden angewiesen sein.“

Das sind die Gründe
Für die rund 330 Studenten der Medizin und Zahnmedizin, die zu jedem Wintersemester ihr Studium in Homburg beginnen, ist die Ausbildung gesichert: Pro Jahr unterzeichnen knapp 100 neue Körperspender eine Vereinbarung, wonach sie ihren Leichnam nach dem Tod für die wissenschaftliche Lehre zur Verfügung stellen.

Fast alle sind über 50, die meisten deutlich älter. Darunter sind Menschen, die eine besondere Beziehung zur Uniklinik haben. Etwa, weil sie oder Angehörige dort arbeiten. Oder es sind Eltern von Studenten, die dort zur Uni gehen, Patienten, die gute Erfahrungen mit Operationen gemacht haben und etwas „zurückgeben“ möchten. Oder Menschen, die das Gefühl haben, der Gesellschaft einen guten Dienst erweisen zu wollen.

So wie Horst Emser aus Homburg. „Für mich ist das die beste Lösung“, sagt er. „Wenn ich heute sterben würde und ich hätte nichts gemacht, wäre mein Körper verloren. Aber ich möchte, dass er noch einen Wert hat und nicht nur eine Hülle ist.“ Dass künftige Mediziner seinen Körper zu Übungszwecken benutzen, sieht der einstige Kfz-Mechaniker ganz pragmatisch. Schließlich habe er als Lehrling auch einen alten Motor auseinander- und wieder zusammenbauen müssen.

„Die Studenten können doch an einem Körper viel besser lernen als an einer Puppe“, sagt er. „Und wer weiß: Irgendwann wird ein Arzt nach einer erfolgreichen Operation vielleicht an mich zurückdenken, dass er das damals gelernt hat, als er meinen Körper seziert hat.“

Mit Verwendung von SZ-Material (Katja Sponholz).

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SOL.DE-Verlosung: Gewinne 3x2 Karten für Erwin Pelzig in Saarbrücken

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Erwin Pelzig kommt im November 2017 in die Saarbrücker Congresshalle. Foto: ROTH & FRIENDS Veranstaltungsagentur

Frank-Markus Barwasser alias Erwin Pelzig
Seit über 20 Jahren steht Frank-Markus Barwasser auf Deutschlands Kabarettbühnen. Daneben verfasste er das Theaterstück „Alkaid“, 2007 lief der erste Film mit Erwin Pelzig in den deutschen Kinos. Von 1998 bis 2015 war er bei ARD und ZDF mit seiner satirischen Talkshow „Pelzig hält sich“ zu sehen. Gemeinsam mit Urban Priol gab er bis 2013 den Gastgeber in der ZDF-Kabarettsendung „Neues aus der Anstalt“.

Karten für das neue Programm in Saarbrücken gewinnen
Nach „Pelzig stellt sich“ ist „Weg von hier“ Barwassers achtes Kabarett-Solo. Und mit dem kommt er am Mittwoch, 22.11.2017, in die Congresshalle Saarbrücken. Passend dazu verlosen wir in Zusammenarbeit mit der Roth&Friends Veranstaltungsagentur 3x2 Karten.

Teilnehmen kannst du bis Mittwoch, 15.11.2017. Einfach das Formular ausfüllen und absenden. Die Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt.

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Mit dieser ungewöhnlichen Methode schreckte ein Feuerwehrmann Gaffer ab

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Bei einem schweren Unfall auf der Autobahn 3 vergangene Woche griff ein Feuerwehrmann zum Wasserschlauch gegen die Schaulustigen. Foto: Ralf Hettler / dpa

Das war passiert
Gaffer sind oftmals ein leidiger Bestandteil bei Einsätzen der Feuerwehr.
Mit aller Macht versuchen sie, einen Blick auf das Unglück zu erhaschen.

Weil sich ein Feuerwehrmann
nach einem schweren Unfall auf der A3 in Unterfranken am vergangenen Donnerstag (9. November 2017) nicht anders gegen die Gaffer zu helfen wusste, bespritzte er die Fahrzeuge der Schaulustigen mit Wasser.

„Das war natürlich keine geplante Aktion“, erklärt Otto Hofmann, der den Einsatz der Freiwilligen Feuerwehren bei Weibersbrunn im Landkreis Aschaffenburg geleitet hatte. Die Polizei kritisiert die Aktion, die nicht abgesprochen gewesen sei. So sieht das auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP).

Dem Feuerwehrmann, der die Gaffer mit Wasser bespritzt hatte, droht kein Strafverfahren. Denn bislang habe keiner der betroffenen Lastwagenfahrer Strafanzeige gegen den Mann gestellt, teilte die Staatsanwaltschaft Aschaffenburg gestern (13. November 2017) mit. Außerdem sieht die Behörde aktuell keinen Anlass, ein Verfahren wegen den Mann einzuleiten.

Feuerwehr im Saarland klagt auch über Gaffer
Im Saarland sind Gaffer bei Einsätzen der Feuerwehr weiterhin ein Problem, sagt Landesbrandinspekteur Timo Meyer. Schaulustige liefen oftmals sogar in die Einsatzorte hinein. In einigen Fällen sei es dabei zu verbalen Auseinandersetzungen gekommen, aber nicht zu Handgreiflichkeiten.

Bisherige Maßnahmen
Die Freiwillige Feuerwehr in Homburg setzt seit mehr als einem Jahr nun Sichtschutzwände – sogenannte Gafferwände – gegen Schaulustige ein, um diesen die Sicht zu nehmen.

Nach einem Jahr zieht Homburgs Wehrführer Peter Nashan Bilanz und sagt: „Wir haben nur positive Erfahrungen damit gemacht.“ Das Problem sei damit nicht gänzlich gelöst, denn oftmals machten Gaffer bereits Fotos und Videos bevor die Einsatzkräfte überhaupt eintreffen. Aber: „Die Gafferwände schrecken die Menschen schon ab“, sagt Nashan.

Mit Verwendung von SZ-Material (Linda Vogt und Stephanie Schwarz).

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Wird ganz Völklingen jetzt zur Tempo 30-Zone?

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Die Bismarckstraße soll zu einem verkehrsberuhigten Geschäftsbereich mit maximal Tempo 20 werden. Foto: BeckerBredel

Der Verkehrsentwicklungsplan
Wie soll der Verkehr in Völklingen in den nächsten zehn bis 15 Jahren fließen? Das Darmstädter Büro R+T ist mit seinem Projektleiter Frank Schleicher-Jester seit 2015 dabei, für eine Auftragssumme von (damals) rund 140 000 Euro einen Verkehrsentwicklungsplan für die Gesamtstadt zu entwerfen. Inzwischen liegen handfeste Ergebnisse vor, die am kommenden Samstag (18. November 2017) diskutiert werden sollen.

Einige der Vorschläge könnten den Verkehrsfluss im Innenstadtdreieck geradezu auf den Kopf stellen. Die Bismarckstraße, hier bisher Einbahnstraße mit zwei Fahrspuren, soll im Gegenrichtungsverkehr geöffnet und zu einem verkehrsberuhigten Geschäftsbereich mit maximal Tempo 20 umgebaut werden. Dieser verkehrsberuhigte Bereich soll sich dann über die obere Karl-Janssen-Straße bis hinein in die Moltkestraße fortsetzen.

Die Rathausstraße soll vom Pkw-Durchgangsverkehr befreit werden, um, wie es heißt, den Straßenraum für Fußgänger attraktiver zu machen. Auf der unteren Karl-Janssen-Straße in Richtung Amtsgerichts-Kreisel wie auch in der Danziger Straße könnte man nur noch höchstens 30 fahren.

Damit bei weitem nicht genug: Das Planungsbüro möchte die ganze Innenstadt wie auch sämtliche Stadtteile nahezu flächendeckend mit Tempo-30-Zonen und Tempo-30-Strecken ausstatten.

Weitere Änderungen
Bei wesentlichen Durchgangsstraßen soll es in der Regel bei Tempo 50 bleiben. So wird man von Bous aus die B 51 weiter bis an den Rand des Innenstadtdreiecks durchfahren können und dann über Hüttenwerkstraße und Südtangente weitergeleitet. Wer dann über die B 51 weiter in Richtung Saarbrücken fahren will, muss aber in Luisenthal in Höhe Bahnhof wegen eines neuen Tempo-30-Abschnittes den Fuß vom Gas nehmen.

Von der Röchlinghöhe aus geht’s noch mit Tempo 50 bis hin zu dem Punkt, wo man auf den verkehrsberuhigten Geschäftsbereich Moltkestraße stößt. Wer von der Innenstadt aus in den Warndt fährt, wird in den Ortsdurchfahrten von Geislautern, Ludweiler und Lauterbach neuen Tempo-30-Abschnitten begegnen.

Über Karolingerstraße und Freiherr-vom-Stein-Straße gelangt man auch künftig noch mit 50 Sachen von der Innenstadt aus nach Fürstenhausen. Dort soll aber auf der Saarbrücker Straße nach dem gleichen Muster wie in anderen Stadtteilen eine neue Tempo-30-Strecke eingebaut werden.

Aktuelle Probleme
Beim Verkehrsentwicklungsplan geht es aber um weit mehr als den Autoverkehr. Bereits in einer ersten Analyse hatte Schleicher-Jester aufgezeigt, wo seiner Ansicht nach die Probleme liegen. Große Defizite gebe es zum Beispiel bei der Fuß- und Radwege-Struktur.

Es fehle eine direkte Verbindung zwischen den Fußgängerbereichen um die Eligiuskirche und am Otto-Hemmer-Platz. Parkflächen in der Innenstadt seien während des Tages nur um die 50 Prozent ausgelastet. Dennoch werde regelwidrig geparkt.

Bei den Bussen gebe es ein „ordentliches Liniennetz“. Vielerorts fahren aber laut Schleicher-Jester die Busse zu selten. Die Realität verläuft allerdings in andere Richtung. Die Völklinger Verkehrsbetriebe haben inzwischen rund eine Million Euro beim Fahrplan einsparen müssen.

Mit Verwendung von SZ-Material (Bernhard Geber).

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Darum bekam Mohammed A. nicht lebenslänglich

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Bei dem Angriff im Juni starb das Opfer. Archivfoto: Oliver Dietze/dpa-Bildfunk.

Nach dem gewaltsamen Tod eines Psychologen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) hat das Landgericht Saarbrücken einen 27 Jahre alten Flüchtling wegen Mordes zu 13 Jahren Haft verurteilt.

Bei der Begrüßung im Büro zugestochen
Der Syrer hatte am Morgen des 7. Juni 2017 das Beratungszentrum für Flüchtlinge in Saarbrücken-Burbach aufgesucht, angeblich um dort schnellstmöglich einen weiteren Termin für die Behandlung seiner psychischen Probleme zu bekommen. Bei der Begrüßung durch den 30 Jahre alten Psychologen habe er ein Küchenmesser mit 16 Zentimeter langer Klinge gezogen und zwei Mal in den Oberkörper des DRK-Helfers gestochen. Er verblutete. Nach Feststellung des Landgerichts was das Ganze ein heimtückischer Mord.

Tat aus Wut über lange Wartezeiten für Termine
Nach eigener Aussage war der Angeklagte an jenem Morgen wütend, verärgert und verzweifelt. Er habe unbedingt sofort einen Termin zur Gesprächstherapie bei den Psychologen haben wollen. Also sei er mit dem Küchenmesser zum Flüchtlingszentrum, um zu zeigen, wie ernst es ihm war. Zuvor habe er etwa einen halben Liter Wodka getrunken, um sich Mut für das Gespräch zu machen. Aber er habe nur sich selbst verletzten wollen, um einen Termin zu erzwingen. Dann sei er ausgerastet. Er habe den Psychologen jedoch nur verletzten wollen. So weit der 27-Jährige vor Gericht.

Richter verurteilen wegen vorsätzlichen Mordes
Dieser Aussage folgten die Richter des Schwurgerichts nicht. Sie sei widerlegt durch das Tun des Angeklagten. Er habe sich zurückgesetzt gefühlt, weil die von ihm gewünschten Behandlungstermine nicht zustande kamen. Er habe mit voller Wucht zwei Stiche in den Oberkörper seines Gegenübers ausgeführt. Jeder der Stiche war für sich genommen tödlich. „So handelt man nur, wenn man den Tod eines Menschen herbeiführen will“, betonte der Vorsitzende Richter in der Urteilsbegründung.

Aus Sicht der Richter ist aber nicht auszuschließen, dass der Angeklagte wegen seiner psychischen Probleme und des Alkohols während der Tat vermindert schuldfähig gewesen sein könnte. Deshalb minderten sie die im Normalfall für Mord gebotene lebenslange Haftstrafe in eine Strafe von 13 Jahren Gefängnis ab. Getreu dem Grundsatz: „Im Zweifel für den Angeklagten.“

Psychische Störung in Folge der Migration
Demnach und nach dem Gutachten des psychiatrischen Sachverständigen leidet der 27-jährige Syrer unter einer depressiven Anpassungsstörung in Folge seines Migrationshintergrundes und eventuell auch unter paranoiden Störungen. Dies deute sich in seiner Biografie an.

Der Mann stamme aus einer mehrköpfigen Familie und habe in Syrien sieben Jahre eine Schule besucht. Danach habe er als Fliesenleger gearbeitet und sei lange vor dem Bürgerkrieg in den Libanon gegangen. Von dort aus sei er nach Öffnung der Grenzen 2015 über die Türkei und die Balkanroute nach Deutschland gekommen.

Hier habe er studieren und seinen Weg machen wollen. Getragen von dem Wunsch, ein besseres Leben zu führen als sein Vater – ein Landwirt mit 14 Kindern. Wie er das habe bewerkstelligen wollen, das sei völlig unklar, so der Gutachter.

In Deutschland habe der junge Syrer Probleme bekommen. Er sei zwar als Asylbewerber anerkannt worden, aber den für eine Integration unabdingbaren Sprachkurs habe er wegen Konzentrationsproblemen abgebrochen. Im Zuge dieser Anpassungsprobleme habe sich eine depressive Störung entwickelt. Auch eine paranoide Persönlichkeitsstörung sei denkbar.

Fehlende Sprachkenntnisse als Grundproblem
„Es war klar, dass er behandlungsbedürftig war“, sagte dazu eine seiner Therapeutinnen beim DRK vor Gericht. Der Mann habe zwischen seinem alten und seinem neuen Leben gestanden. Man habe seine Verzweiflung gespürt, sein Misstrauen, seine Einsamkeit. Aber mehrere Krankheitsbilder schienen möglich zu sein.

Dies führte nach Feststellung des psychiatrischen Gutachters dazu, dass der Betroffene seit 2016 mehr als 45 Mal zu medizinisch/psychologischen Konsultationen ging. Im Schnitt sei der Mann ein Mal pro Woche beim Arzt oder Psychologen gewesen.

Das Kernproblem bei den Gesprächen, bei der Diagnose und auch bei der Begutachtung für den Prozess sei die Sprachbarriere. Der Syrer stamme aus einem anderen Kulturkreis, habe eine andere Sozialisation erlebt und spreche eine andere Sprache. Hier sei es mit Hilfe von Dolmetschern nahezu unmöglich einen Zugang zu ihm und seinen Problemen zu finden.

Der Gutachter dazu: Bei einem Gespräch mit dem 27-Jährigen sei noch nicht einmal mit Sicherheit festzustellen, ob eine gestellte Frage überhaupt bei dem Mann angekommen ist. Bei den Antworten sei das Ganze ähnlich.

Arzt und Psychologe mit Migrationshintergrund wollen helfen
Ein großer Teil der therapeutischen Arbeit im Vorfeld der Tat habe deshalb darin bestanden, geeignete Kontaktpersonen zu finden. Dies sei schließlich gelungen. Es fand sich ein Psychiater, der mit dem Patienten arabisch reden konnte. Und im Burbacher Flüchtlingszentrum saß der DRK-Psychologe, der auch als Übersetzter und Brückenbauer für den Syrer aktiv wurde.

Aber die Therapievorschläge von Psychiater und Psychologen wollte der 27-Jährige nicht akzeptieren. Ihm ging alles zu langsam. Er war überzeugt, dass er keine Medikamente brauche, sondern eine Gesprächstherapie. Also fuhr er zu dem Therapiezentrum in Burbach, ging zu dem Psychologen und brachte den 30-Jährigen um.

Damit tötete der Angeklagte ausgerechnet den Mann, der trotz aller Probleme immer zu ihm gehalten hatte. Der DRK-Psychologe war nach Aussage von Kollegen nämlich derjenige gewesen, der ausdrücklich und engagiert für eine Weiter-Behandlung des schwierigen Patienten plädiert hatte. Denn: „Wir sind die Einzigen, die er hat. Wenn wir ihn wegschicken, dann hat er niemanden mehr.“

Mit Verwendung von SZ-Material (Wolfgang Ihl).

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dpa/lrs

Til Schweiger muss vors Saarbrücker Landgericht

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Til Schweiger muss am Freitag vors Landgericht in Saarbrücken. Foto: Patrick Seeger/dpa-Bildfunk.

Der Schauspieler Til Schweiger (53) muss sich wegen eines Facebook-Posts vor Gericht rechtfertigen. Ein Frau aus Sulzbach wirft ihm vor, eine persönliche Nachricht von ihr samt seiner Antwort darauf auf seiner Facebookseite veröffentlicht zu haben. Sie sieht ihr Persönlichkeitsrecht verletzt und verlangt Unterlassung.

Das Landgericht Saarbrücken habe für einen Verhandlungstermin am Freitag (17. November 2017) das persönliche Erscheinen beider Parteien angeordnet, sagte ein Sprecher am Dienstag. Das gelte auch für Schweiger.

Darum geht's im Post
Die Saarländerin hatte Schweiger nach der Bundestagswahl gefragt, ob er nun Deutschland verlassen werde - denn er habe ja vor der Wahl angekündigt, dies bei einem Einzug der AfD in den Bundestag tun zu wollen. Der Schauspieler habe ihr geantwortet: „hey schnuffi...! date!? nur wir beide!?" und die Konversation öffentlich gemacht.

Nach Angaben des Gerichtssprechers geht es der Klägerin nicht um „den Inhalt seiner Antwort, um diese Anzüglichkeiten, sondern alleine darum, dass ihre persönliche Nachricht öffentlich gemacht worden ist".

Schweiger hat sich noch nicht geäußert
Zu dem Antrag der Frau auf eine einstweilige Verfügung sei bisher bei Gericht noch keine Reaktion von Schweiger eingegangen.

Die Kammer lege Wert darauf, dass beide Seiten persönlich vor Gericht erschienen: „Das ist üblich in Fällen von Verletzungen des Persönlichkeitsrechts", sagte der Sprecher. Wenn man aufeinandertreffe, könne man möglicherweise eine solche Sache noch gütlich beilegen.

Wenn Schweiger nicht erscheinen könne, brauche er eine „besondere Entschuldigung". Eine Sprecherin von Schweigers Management in Berlin sagte, man wolle sich zu dem Fall nicht äußern. Eine Entscheidung in der Sache werde es am Freitag noch nicht geben, hieß es vom Gericht.

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Streit um Unkraut in Saarbrücken: Mann sticht Nachbarin zehnmal in den Rücken

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Symbolfoto: Pixabay (CC0-Lizenz)

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeschuldigten vor, am Mittwochabend (2. August 2017) seiner Nachbarin S. (66) zehnmal mit einem Taschenmesser in den Rücken gestochen zu haben.

Das soll passiert sein
Wie aus der Anklageschrift hervorgeht, soll der Täter im Garten seiner Wohnung in der Bischmisheimer Straße mit einem Gasbrenner Unkraut verbrannt haben. Dabei war er wohl, so die Staatsanwaltschaft, betrunken; er habe "zwei Fläschchen Wodka zu je 100 ml und einen halben Liter Bier konsumiert."

Beim Verbrennen des Unkrauts entstand jedoch ein übler Geruch - und darüber seien dann der Angeschuldigte und seine Nachbarin in Streit geraten. Da der Mann seine Ruhe vor ihr haben wollte, soll er gegen 19.45 Uhr die Geschädigte in ihre Wohnung verfolgt haben und ihr mit seinem Taschenmesser insgesamt zehnmal in den Rücken gestochen haben. Davon, so schreibt die Staatsanwaltschaft, "eröffneten mindestens vier Stiche den Brustkorb". Und das soll noch nicht alles gewesen sein.

Darüber hinaus wird ihm vorgeworfen, die 66-Jährige durch einen Schnitt am Rücken verletzt zu haben. Da er sich dabei selbst am kleinen Finger schnitt, rief er um 19.47 Uhr beim Notruf des Saarbrücker Winterbergs an. Bei diesem Anruf teilte er auch mit, dass er seine Nachbarin mit dem Messer verletzt habe. Hierbei soll es ihm allerdings gleichgültig gewesen sein, ob man die Geschädigte tatsächlich retten würde. 

Die Notoperation 
Das Opfer wurde umgehend in intensivmedizinische Behandlung gebracht. Einer der Messerstiche hatte eine Schlagader geöffnet. Das führte zu einer stark spritzenden Blutung nach innen. Durch eine Notoperation konnte ihr Leben noch gerettet werden. Wegen der nachfolgenden Entzündung und des Schockzustandes musste sie in ein künstliches Koma versetzt werden.

Seit dem 2. August 2017 befindet sich der Täter in Untersuchungshaft. Eigenen Angaben zufolge wollte er seiner Lebenssituation (die Pflege seiner schwerbehinderten Ehefrau) durch Einweisung in den Justizvollzug entkommen.

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Mettlach will Rechtsextremen Miete von Hallen schwerer machen

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Rechtsextremen wird der Zugang zu Hallen in Mettlach in Zukunft erschwert. Symbolfoto: Bernd Thissen/dpa-Bildfunk.

Streng sind die Richtlinien für die Nutzung von Mettlachs Hallen und Bürgerhäusern. Zusammen mit einer Änderung der Nutzungsgebühren hat der Mettlacher Gemeinderat diese auf den Weg gebracht. Damit soll eine Vermietung von Hallen oder Bürgerhäusern an rechtsextreme Parteien nach Worten von Bürgermeister Daniel Kiefer weitgehend eingeschränkt werden.

„Rechtsextreme Parteien dürfen nicht aus öffentlichen Räumen ausgeschlossen werden, wenn diese allen anderen politischen Parteien zugänglich sind. Eine solche Ausschlussmöglichkeit besteht in diesen Fällen nur, wenn eine Partei vom Bundesverfassungsgericht verboten wurde. Da ein grundsätzlicher Ausschluss von Parteien nicht angedacht ist, muss in allen Fällen der Gleichbehandlungsgrundsatz beachtet werden“, sagte er der SZ.

Das sind die Änderungen
Die Regeln habe man abgeändert, um künftig Veranstaltungen - wie  den NPD-Parteitag im März im Cloef-Atrium - mit der gebotenen Rechtssicherheit ablehnen zu können.

So ist eine Liste erarbeitet worden, die Gründe darlegt, die Nutzung einer Einrichtung zu verweigern. „Der Antrag auf Abschluss einer Nutzungsvereinbarung kann abgelehnt werden, wenn die Beantragung nicht fristgerecht erfolgte, eine anderweitige Belegung oder Reservierung gegeben ist oder Versagungsgründe vorliegen." 

„Der Antrag auf Abschluss einer Nutzungsvereinbarung für die weiteren Einrichtungen kann auch abgelehnt werden, wenn die beabsichtigte Veranstaltung hinsichtlich der Teilnehmer oder des Veranstaltungszwecks keinen örtlichen Bezug zum Gemeindegebiet aufweist“, heißt es mit Verweis auf einen Paragrafen der Nutzungs- und Entgeltordnung.

Wenn mehrere Anträge für die gleiche Zeit vorliegen, sei für die Entscheidung im Regelfall die Reihenfolge des Eingangs der Anträge maßgebend. „Öffentliche Veranstaltungen oder Veranstaltungen gemeinnütziger Vereine erhalten dabei den Vorrang.“

Verfassungswidrige Organisationen können abgelehnt werden
Außerdem werden in dem Papier jede Menge Gründe angeführt, eine Veranstaltung zu verwehren: Veranstaltungen verfassungswidriger Organisationen, gesetzeswidrige Veranstaltungen oder die, die gegen gute Sitten verstoßen. Auch bei Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung kann eine Veranstaltung abgelehnt werden, ebenso wenn die Gefahr besteht, dass das Ansehen der Gemeinde Mettlach geschädigt wird und bei erheblicher Verletzung der Pflichten aus einem früheren Benutzerverhältnis.

Auch Generalreinigung, dringende Reparaturen, saisonale Schließung oder Betriebsruhetage, die die Verwaltung festsetzt, werden in der Satzung als weitere Gründe genannt. „Wird ein Versagungsgrund erst nach Abschluss der Nutzungsvereinbarung bekannt oder entsteht ein solcher erst danach, kann die Nutzungsvereinbarung durch die Gemeinde ganz oder teilweise widerrufen werden“, heißt es in der Satzung weiter.

„Schadensansprüche des Veranstalters gegen die Gemeinde Mettlach infolge des Widerrufes einer erteilten Zustimmung sind ausgeschlossen.“ Habe der Nutzungsberechtigte den Widerruf zu vertreten, bleibe er zur Zahlung des Nutzungsentgeltes und sonstiger Aufwendungen verpflichtet. „Jeder Antrag wird im Einzelfall wird geprüft“, kündigt der Verwaltungschef gegenüber der SZ an.

Mit Verwendung von SZ-Material.

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Frau verschmutzt Jacken in Kleidergeschäft am St. Johanner Markt mit Blut

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Das war passiert
Gegen 14.50 Uhr betrat eine laut den Beamten sehr ungepflegt wirkende 55-Jährige aus Saarbrücken ein Bekleidungsgeschäft am St. Johanner Markt und verschmutzte dort aus unbekannten Gründen vier Jacken im Wert von 1400 Euro. Brisant: Die Kleidungsstücke wurden durch eine blutende Wunde der 55-Jährigen verunreinigt, teilte die Polizei auf SOL.DE-Nachfrage mit. 

Als die Verkäuferin die Frau bis zum Eintreffen der Polizei festhalten wollte, kam der 49-jährige Begleiter der Frau zur Hilfe: Nach einer Rangelei konnten beide schließlich aus dem Geschäft fliehen. Dabei blieb die Verkäuferin unverletzt.

Polizei findet sie an Johanneskirche
Später entdeckte die Polizei die beiden wieder an der Johanneskirche. Im Rahmen einer Personenkontrolle solidarisierten sich mehrere Randständige, sodass weitere Streifenwagen hinzugerufen werden mussten, um die Situation unter Kontrolle zu bringen. Sowohl die Frau als auch der Mann wurden letzten Endes in Handschellen abgeführt. Sie konnten die Wache später nach der Feststellung der Personalien wieder verlassen. 

Die zwei erwarten jetzt mehrere Anzeigen wegen des Polizeieinsatzes, unter anderem wegen Sachbeschädigung.

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„Scheiß-Schlampe“: Hundehalterin bei Völklingen beleidigt und mit Kerzen beworfen

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Symbolfoto: Pixabay (CC0-Lizenz)

Die Polizei meldet folgenden Vorfall: Am Samstagabend (11. November 2017) ging eine 59-jährige Frau um etwa 18.20 Uhr in der Merziger Straße mit ihren Hunden spazieren.

Plötzlich wurde sie von einem Paar mit den Worten „Verpiss dich mit deinen Scheißkötern“ und „Du Scheiß-Schlampe“ beleidigt.

Doch das war noch nicht alles. Anschließend bewarf das Paar die Hundehalterin mit zwei großen weißen Kerzen. Diese verfehlten sie nur knapp. Die Polizei sucht nun nach Zeugen.

Hinweise bitte an die Telefonnummer 0 68 98 20 20. 

Mit Verwendung von SZ-Material.

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Mehrere Verletzte und riesiger Sachschaden bei Unfall in Bischmisheim

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Symbolfoto: Arno Burg/dpa.

Zu einem Verkehrsunfall mit mehreren Verletzten und hohem Sachschaden ist es am Montag (13. November 2017) gegen 16.50 Uhr in Saarbrücken-Bischmisheim gekommen.

Laut Polizei war auf der Straße Geisberg ein 59-Jähriger alleine mit seinem Kleinbus auf dem Nachhauseweg. Aus bislang ungeklärter Ursache kam er nach links von der Fahrbahn ab und kollidierte auf der Gegenfahrbahn mit einem dort haltenden Kleinbus.

Durch die Wucht des Aufpralls verletzte sich eine Insassin des Busses leicht verletzt. Außerdem prallte der Bus des Unfallfahrers noch frontal gegen einen geparkten Pkw und schob diesen auf ein viertes, ebenfalls geparktes Fahrzeug.

War Unfallfahrer übermüdet?
Der Unfallfahrer wurde schwer verletzt in ein Saarbrücker Krankenhaus gebracht und musste dort zur Beobachtung die Nacht verbringen. Bei dem Unfall entstand ein geschätzter Sachschaden von mindestens 80.000 Euro. Drei beteiligte Autos mussten abgeschleppt werden.

Die Ermittlungen zur Unfallursache laufen. Laut Polizei kann derzeit nicht ausgeschlossen werden, dass der Unfallfahrer übermüdet war.

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Vermisst: Stefan Fromm aus St. Ingbert

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Mit diesem Foto bittet der Kriminaldienst Sulzbach um Hilfe aus der Bevölkerung. Foto: Polizeiinspektion Sulzbach

Seit Freitag, 3. November 2017, ist Stefan Fromm spurlos verschwunden. Aufgrund der bisherigen Erkenntnisse ist ein Unglücksfall nicht auszuschließen. 

Sollte man den Vermissten antreffen, bittet die Polizei darum, sich ihm nicht zu nähern. Er könnte möglicherweise zu Gewalt neigen.

Personenbeschreibung:
- Scheinbares Alter 25 Jahre
- Zirka 190-195 cm groß
- Schlank
- Europäisches Aussehen
- Dunkle glatte Haare

Bekleidung (zuletzt bekannte):
- Dreiviertel-Hose in beige
- Schwarzer Kapuzenpulli

Hinweise nimmt der Kriminaldienst Sulzbach unter der Telefonnummer 06897 933 262 entgegen.

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